Urodynamische Untersuchung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. September 2017
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Urodynamische Untersuchungen sind wichtige Methoden der Untersuchungen, die vor allem in der Kinderchirurgie und der Urologie zur Anwendung kommen. Dabei werden Messungen des Blasendrucks mittels Drucksonden und Elektroden zur Abklärung der Funktionstüchtigkeit der Harnblase durchgeführt. Eine urodynamische Untersuchung ist in der Regel schmerzlos, aber wichtig zur Abklärung von Inkontinenz und anderen Beschwerden rund um die Harnblase.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Urodynamische Untersuchung?

Eine urodynamische Untersuchung dient der Messung von funktionellen Abläufen im Harntrakt, um die Funktion der Speicherung und Entleerung von Harn zu überprüfen. Dabei wird eine dünne Sonde in die Harnblase eingeführt und so die Druckmessung in der Harnblase abgeklärt.

Es gibt verschiedene Untersuchungsmethoden wie die Uroflowmetrie, die Restharnbestimmung, die Zystometrie und die Urethrometrie. Ergänzend dazu werden bei Bedarf weitere Untersuchungen wie ein Beckenbodenelektromyogramm oder eine Sonographie durchgeführt. Die urodynamische Untersuchung ist erforderlich, um Störungen im Harntrakt abzuklären und den unteren Harntrakt genauer zu untersuchen. Die Methoden einer urodynamischen Untersuchung sind generell ohne Schmerzen oder Risiken durchführbar und geben auch Aufschluss darüber, ob ein Harnröhrenverschluss vorliegt.

Solche urodynamischen Untersuchungen sind zudem aussagekräftig, wenn die Behandlung einer Inkontinenz ohne Erfolg war sowie vor einem geplanten operativen Eingriff bei Inkontinenz oder nicht klar zu diagnostizierenden Formen der Inkontinenz. Weiters ist diese Untersuchungsmethode sinnvoll, wenn Inkontinenz nicht durch konservative Behandlungsformen behandelt werden kann. Drangbeschwerden wie eine Reizblase können mittels einer urodynamischen Untersuchung ebenso abgeklärt werden und führen zu einer hilfreichen Diagnose.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die verschiedenen Verfahren einer urodynamischen Untersuchung dienen der Abklärung von Beschwerden rund um die Abgabe und Speicherung von Harn. Das Uroflow-Verfahren überprüft den Harnfluss, bei dem das Volumen Produkt Zeiteinheit genauestens gemessen und dokumentiert wird.

Bei einem niedrigen Harnfluss kann eine vergrößerte Prostata, Muskelschwäche oder eine Harnröhrenenge vorliegen. Die Zystometrie beurteilt die Speicherfähigkeit der Harnblase. Die Druckmessung erfolgt in der Bauchhöhle sowie im Enddarm, sodass durch den Vergleich der beiden Werte der Verschlussdruck der Harnblase gemessen werden kann. Das Urethradruckprofil, ein weiteres Verfahren einer urodynamischen Untersuchung, untersucht die Verschlussfähigkeit einer Harnröhre im Zustand der Ruhe sowie bei Stress wie zum Beispiel durch Hustenstöße.

Eine urodynamische Untersuchung dient der Messung von funktionellen Abläufen im Harntrakt, um die Funktion der Speicherung und Entleerung von Harn zu überprüfen.

Gleichzeitig werden Druck von Harnröhre und Harnblase gemessen, sodass ein Harnröhrenverschluss abgeklärt werden. Die Miktionsanalyse wird durch eine genaue Druck- und Flussmessung durchgeführt, die durch die Werte von Verschlussdruck, Harnfluss und Muskelfunktionsaufzeichnungen Rückschlüsse auf die Art und die Schwere einer Miktionsstörung ermöglicht. Bei der Untersuchung selbst wird über die Harnröhre eine dünne Sonde eingeführt in die Harnblase, über die dann die Messung des Blasendrucks erfolgt und die Harnblase auch gefüllt wird. Eine weitere Messsonde im Enddarm bietet einen Vergleichswert zum im Bauch gemessenen Druck. Im Ausnahmefall erfolgt eine Messung der Beckenbodenaktivität des Schließmuskels. Dabei werden drei Klebeelektroden elektrisch registriert am Damm.

Zuerst wird die Blase unter moderatem Tempo mit einer sterilen Kochsalzlösung gefüllt. Ist die Harnblase voll, kann trotz der liegenden Sonde Wasser gelassen werden. Bei vorliegender Inkontinenz ist es empfehlenswert, den Blasenkatheter bei einer fortlaufenden Messung des Drucks der Harnröhre behutsam und entsprechend langsam aus der Harnblase zu entfernen. Generell ist die urodynamische Untersuchung nicht mit Schmerzen oder Beschwerden verbunden. Für die Untersuchung empfiehlt sich eine sitzende Körperposition, um die alltägliche Belastung möglichst optimal zu simulieren. Ein Auffangmechanismus auf dem Untersuchungsstuhl gibt Aufschluss über den unwillkürlichen Verlust von Harn bei der Füllung der Blase sowie bei der anschließenden Harnabgabe.

Mitunter wird zusätzlich ein Röntgenkontrastmittel gesetzt, um zusätzlich eine Miktionszystographie durchzuführen. Die fortlaufend dokumentierten Messwerte und daraus dargestellten Druck- und Flusskurven wertet meistens ein Computersystem aus, das der Arzt im Anschluss interpretiert. Die urodynamische Untersuchung ermöglicht zudem eine genauere Untersuchung unterschiedlicher Formen von Harnverlust wie zum Beispiel eine Stressinkontinenz, sensorische und motorische Urgeinkontinenz sowie Mischformen.

Zur Kontrolle von einer Neurogenen Blase kann durch die urodynamische Untersuchung der vesikorenale Reflux nachgewiesen werden. Auch wenn die urodynamischen Untersuchungen nicht für jeden Patienten als angenehm empfunden werden, ist zu bedenken, dass sie zur Diagnostik von Beschwerdebildern rund um den unteren Harntrakt unerlässlich sind und eine weitere und vor allem zielführende Behandlung unterstützen.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Nach einer urodynamischen Untersuchung ist eine Irritation der Blase nicht ausgeschlossen. Es kann unmittelbar nach der Untersuchung zu Reizbeschwerden der Blase kommen, die über einige Stunden anhalten können, aber von selbst wieder aufhören nach einiger Zeit.

Mitunter kann die Einführung eines Blasenkatheters, wie er bei der urodynamischen Untersuchung zum Einsatz kommt, zu Blasenentzündungen oder Blutungen führen. Mit der Gabe von Antibiotika heilt die Blasenentzündung wieder ab. Binnen 48 Stunden nach der Untersuchungen sollten Blutungen sistieren. Verletzungen der Harnröhre sowie in Folge davon entstandene Vernarbungen sind durch die Durchführung einer urodynamischen Untersuchung sehr selten und im Regelfall nicht zu erwarten.

Es kann in den Stunden nach der Untersuchung zu einem Brennen beim Wasserlassen kommen. Unmittelbar nach der Untersuchung wird davon abgeraten ein Fahrzeug zu lenken, obwohl bei der urodynamischen Untersuchung keinerlei Medikamente verordnet werden, die die Aufmerksamkeit oder das Bewusstsein beeinflussen könnten. Im Sinne des Patienten sind die Beschwerden zwar nicht angenehm, aber sie dienen der Abklärung von Erkrankungen und deren vollständiger Heilung und effektiver Behandlungsformen.

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Quellen

  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2011
  • Gortner, L., Meyer, S., Sitzmann, F.C.: Duale Reihe Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Michel, M. S., et al.: Die Urologie. Springer, Berlin Heidelberg 2016

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