Unterschenkelbruch

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2017
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Kommt es nach einem Verkehrsunfall oder einem Unfall beim Sport zu Bewegungseinschränkungen mit einer Schwellung im Bereich des Unterschenkels, kann ein Unterschenkelbruch aufgetreten sein. Weitaus häufiger tritt diese Verletzung jedoch als offene Fraktur auf. Skifahrer und Motorradfahrer sind dabei sehr oft betroffen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Unterschenkelbruch

Ein Unterschenkelbruch ist eine Fraktur eines oder beider Röhrenknochen des Unterschenkels. Dabei wird zwischen dem Schienbein und dem Wadenbein unterschieden. Diese beiden Knochen gewährleisten die Stabilität des Unterschenkels, wobei das Schienbein einen Großteil des Körpergewichtes zu tragen hat, während dem Wadenbein dabei eine Stützfunktion zukommt.

Unterschenkelfrakturen treten durch direkte oder indirekte Krafteinwirkungen auf, die bei Unfällen im Sportbereich, im Haushalt oder im Straßenverkehr häufig auftreten können. Je nach der Art des Bruches wird zusätzlich zwischen der Stauchungsfraktur, der Biegungsfraktur sowie der Torsionsfraktur und der Segmentfraktur unterschieden. Alle Frakturarten können sowohl als offener oder geschlossener Unterschenkelbruch auftreten, offene Frakturen sind jedoch weitaus häufiger.

Bei geschlossen Frakturen besteht neben einer Bewegungseinschränkung mit ausgeprägten Schmerzen auch eine Fehlstellung sowie eine Schwellung des Unterschenkels. Eine offene Fraktur ist ein Notfall, der sofort ärztlich versorgt werden muss.

Ursachen

Die Ursache für einen Unterschenkelbruch ist immer eine Krafteinwirkung auf den betreffenden Unterschenkelbereich. Dabei werden Frakturen auf den Schaft der Unterschenkelknochen sowie körperferne Frakturen unterschieden. Der Schaft des Knochens ist dabei stärker als seine Struktur in körperfernen Abschnitten.

Während die Kräfte bei einem Verkehrsunfall noch ausgeprägter auf den Knochen einwirken können als das beim Sport der Fall ist, treten Frakturen am Knochenschaft deshalb vor allem nach Verkehrsunfällen auf, während die körperfernen Frakturen öfter nach Sportunfällen vorkommen. Diese Art des Unterschenkelbruches ist eine klassische Verletzung beim Skifahren.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose wird bei einem offenen Unterschenkelbruch durch Röntgenaufnahmen in zwei Ebenen bestätigt. Dadurch können ebenfalls weitere Verletzungen ausgeschlossen oder festgestellt werden. Es kann vorkommen, dass durch den Unterschenkelbruch Blutgefäße verletzt wurden. Diese können durch die sogenannte Doppler-Sonografie untersucht werden. Dabei handelt es sich um eine schmerzlose Ultraschalluntersuchung.

Auch mit der sogenannten Angiografie können Gefäße dargestellt werden. Dazu wird ein Kontrastmittel in die betroffenen Blutgefäße eingespritzt, sodass diese bei einer anschließenden Röntgenaufnahme sichtbar sind. Wird die Verletzung von Sehnen und Bändern vermutet, muss ein MRT (Magnetresonanztomografie) Aufschluss über die Schwere der zusätzlichen Verletzungen geben.

Bei einer starken Schwellung des Unterschenkels wird häufig eine Kompartmentdruck-Messung vorgenommen. Eine eventuelle Druckerhöhung im Muskelgewebe des Patienten kann zu Schädigungen im Gewebe bis zum Absterben des vom Unterschenkelbruch betroffenen Bereiches führen.

Komplikationen

In erster Linie leiden die Betroffenen bei einem Unterschenkelbruch an sehr starken Schmerzen. Diese können dabei so stark sein, dass der Betroffene sein Bewusstsein verlieren und sich eventuell bei einem weiteren Sturz nochmals verletzt. Weiterhin breiten sich die Schmerzen nicht selten auch in die benachbarten Regionen des Körpers aus.

Es kommt zu erheblichen Einschränkungen in der Bewegung, sodass der Betroffene in der Regel immer auf die Hilfe anderer Menschen in seinem Alltag angewiesen ist. In den meisten Fällen handelt es sich beim Unterschenkelbruch um einen offenen Bruch, sodass es auch zu Infekten oder zu Entzündungen kommen kann. Die Betroffenen Regionen sind stark angeschwollen und es kommt zu deutlichen Rötungen und zu einem Bluterguss.

Komplikationen treten bei einem Unterschenkelbruch in den meisten Fällen nur dann auf, wenn keine Behandlung des Bruches stattfindet. Dabei kann es zu einem falschen Zusammenwachsen des Knochens kommen. Bei der Behandlung selbst kommt es nicht zu Komplikationen. Durch das Ruhigstellen der Region werden die Beschwerden gelindert. Hierbei kommt es zu einem positiven Krankheitsverlauf. Auch die Lebenserwartung des Patienten wird durch den Unterschenkelbruch in der Regel nicht negativ beeinflusst.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung eines Unterschenkelbruchs richtet sich nach der Schwere der Verletzung und der weiteren Begleitverletzungen an Sehnen, Bändern oder Gefäßen. Dabei werden sämtliche offene Frakturen operativ versorgt. Dies gilt ebenfalls bei verschobenen Brüchen im Bereich des Schienbeins und bei Frakturen mit zusätzlichen Verletzungen des Sprunggelenks.

Der gebrochene Knochen kann mit einem Marknagel stabilisiert werden. Auch die Verwendung von Platten und Schrauben ist möglich. Ein äußerer Fixateur, der sogenannte Fixateur externe sorgt für die Stabilität der Bruchstelle durch äußerlich angebrachte Schrauben und Stangen. Sind die Muskeln und das Bindegewebe verletzt, sind mehrere Operationen notwendig, um den geschädigten Weichteilmantel zu rekonstruieren.

Offene Brüche erfordern häufig die Einnahme eines Antibiotikums durch den Patienten. Zur Wiederherstellung der Beweglichkeit des gebrochenen Unterschenkels muss im Anschluss an die Heilung mit physiotherapeutischen Übungen begonnen werden. Einfachere Frakturen des Schienbeins, deren Knochenenden sich nicht gegeneinander verschoben haben sowie Brüche des Wadenbeins können mit einem Gipsverband behandelt werden, in dem der Unterschenkelbruch ohne weitere Folgen für den Patienten in vier bis sechs Wochen ausheilen kann.

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Vorbeugung

Da ein Unterschenkelbruch meist durch eine Krafteinwirkung von außen auftritt, gibt es keine direkten Maßnahmen zur Vorbeugung dieser Verletzung. Durch die Auswahl der geeigneten Sportausrüstung beim Skifahren und entsprechender Motorradbekleidung können Begleitverletzungen des Unterschenkelbruchs wie die Beteiligung des Sprunggelenks oder Verletzungen an Sehnen und Bändern allenfalls vermindert werden.

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Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethardt, F.U.: Kinderorthopädie. Thieme, Stuttgart 2009
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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