Unterarmbruch

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2017
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Ein Unterarmbruch zählt zu den häufigsten Knochenbrüchen und macht etwa jeden fünften Knochenbruch, der in Deutschland behandelt wird, aus. Doch aufgrund seiner Häufigkeit sind auch die Behandlungsmethoden mittlerweile sehr ausgereift und routiniert.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Unterarmbruch?

Ein Unterarmbruch liegt dann vor, wenn einer der beiden Unterarmknochen, also entweder die Elle (Ulna) oder die Speiche (Radius), durch äußere Einwirkung durchtrennt wird. Gegebenenfalls können auch beide Unterarmknochen gleichzeitig brechen. Dabei geht die Elle, die auf der Seite des kleinen Fingers lokalisiert ist, weit häufiger zu Bruch, da sie, im Gegensatz zu ihrem auf der Daumenseite gelegenen Pendant, viel instabiler ist.

Sowohl Elle als auch Speiche zählen zu den Röhrenknochen. Das heißt, dass sie von einer durchgängigen Markhöhle durchzogen sind, welche mit Knochenmark gefüllt ist. In der Medizin wird ein Unterarmbruch als distale Radius- bzw. Ulnafraktur bezeichnet.

Ursachen

In den meisten Fällen ist die Ursache für einen Unterarmbruch ein Sturz, bei dem die betroffene Person sich auf die ausgestreckte Hand und somit auch auf dem Unterarm abzufedern versucht und auf diese Weise einen Großteil des eigenen Körpergewichtes auf die schmalen Unterarmknochen verlagert.

Diese können dem massiven und plötzlichen Druck dann nicht mehr standhalten und geben einfach nach. Eine große Anzahl der Untermbrüche geschehen während der Ausübung sportlicher Aktivitäten, bei welchen es häufig zu Stürzen kommt wie z.B. dem Fußball oder dem Radsport.

Darüber hinaus neigen Menschen mit schwerwiegenden Erkrankungen der Knochen, wie dem Knochenschwund (Osteoporose), häufiger zu Knochenbrüchen und somit auch zu einem Unterarmbruch.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose eines Unterarmbruchs ist in der Regel schnell gestellt und kann mitunter auch schon von dem Betroffenen selbst gestellt werden, da es in den meisten Fällen zu einem deutlichen Sichtbarwerden des gebrochenen Knochens in Form einer großen, zumeist stark angeschwollenen Auswölbung im Bereich des Unterarms kommt.

Zudem tritt eine Fehlstellung des Handgelenks auf, welches über die Ansätze der Handwurzelknochen mit den Knochen des Unterarms verbunden ist. Dennoch ist eine Röntgenaufnahme des betroffenen Unterarmes sowie des Handgelenks unerlässlich, einerseits zur genauen Einschätzung der Schwere und andererseits zur exakten Lokalisation des Bruchs sowie zur grundsätzlichen Bestätigung, dass ein solcher überhaupt vorliegt.

Ein Unterarmbruch verursacht in der Regel starke Schmerzen und schränkt die motorischen Fähigkeiten des Unterarms sowie der Hand stark ein. So sind z.B. die Drehung des Unterarms sowie das Beugen und Strecken der Hand kaum mehr möglich.

Komplikationen

Eine Fraktur des Unterarms ist natürlich auch mit Komplikationen verbunden, die im späteren Heilungsverlauf auftreten können. Generell gilt, das ein Bruch des Unterarms definitiv von einem Arzt versorgt werden sollte. In der Regel wird ein Unterarmbruch zuerst operativ versorgt. Bereits während einer solchen Operation kann es zu Komplikationen beim Richten des gebrochenen Knochens kommen.

In gewissen Fällen muss der Bruch mit einer Metallplatte oder mehreren Schrauben fixiert werden, damit die Fraktur langsam und fest zusammenwachsen kann. Im Normalfall wird ein Unterarmbruch im weiteren Heilungsverlauf mit einem Gips verstärkt. Ein solcher Gips dient zur Stabilisierung, damit der gebrochene Knochen vor eventuellen Belastungen bestens geschützt bleibt.

Wer den Arm während des Heilungsprozesses jedoch belastet, der muss mit einer verzögerten beziehungsweise längeren Heilungsdauer rechnen. Unter Umständen kann der gerade erst frisch zusammengewachsene Knochen erneut brechen, sodass der Heilungsprozess wieder von vorne beginnt. Eine dauerhafte Ruhe trägt dazu bei, das eventuelle Komplikationen vermieden werden.

Treten unerklärliche und langanhaltende Schmerzen auf, sollte so schnell wie möglich ein entsprechender Arzt aufgesucht werden. Dadurch können schwerwiegende Komplikationen vermieden beziehungsweise frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Behandlung & Therapie

Im Falle eines Unterarmbruchs ist eine Operation in der Regel unumgänglich. Zudem entscheidet die Lokalisation des Bruchs sowohl über die Form der Behandlung als auch über die Dauer der Regeneration. Liegt demnach ein Bruch in der Nähe des Schafts, also am Übergang von Unterarm zu Ellenbogen und Oberarm, vor, muss der Knochen zunächst gerichtet (reponiert), d.h. wieder in seine natürliche Position gebracht werden.

Anschließend wird der Knochen unter Zuhilfenahme von Schrauben und Platten, die zumeist aus Titan oder chirurgischem Stahl bestehen, fixiert. Diese Form der Behandlung macht das anschließende Tragen eines Gipsverbandes überflüssig und lediglich eine schützende Schiene erforderlich. Bei Brüchen in der Nähe des Handgelenks wird der Knochen hingegen häufig nur gerichtet und anschließend mittels eines Gipsverbandes für einige Zeit ruhig gestellt, damit er wieder zusammenwachsen kann.

Nicht selten kommt es bei einem Unterarmbruch zu begleitenden Frakturen von anderen Teilen des Armes, wie der Gelenke und Bänder. Diese müssen dann separat versorgt werden.

Um einem Unterarmbruch entgegenzuwirken, ist eine Vermeidung der Ausübung von Sportarten ratsam, bei denen es oft zu Stürzen kommt. Anders als bei anderen Knochen kann man Elle und Speiche leider nicht durch diverse Schoner vor Aufschlägen und Verletzungen schützen.

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Vorbeugung

Ein Unterarmbruch ist schnell passiert heilt aber glücklicherweise auch schnell wieder, da auch die Diagnose schnell gestellt werden kann und die Behandlungsmethoden sehr effizient sind. Dadurch kann man schon kurze Zeit nach dem Unfall - der in der Regel beim Sport passiert - schon wieder Sport treiben.

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Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethardt, F.U.: Kinderorthopädie. Thieme, Stuttgart 2009
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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