Ultraschallgerät

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. Dezember 2016
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Mit dem Ultraschallgerät lassen sich bestimmte Erkrankungen schnell, unbedenklich und schmerzfrei feststellen. Ultraschall gehört zu den sogenannten bildgebenden Verfahren und ist aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Ultraschallgerät?

Die Ultraschall-Untersuchung (Sonograpfie) gehört zu den häufigsten bildgebenden Verfahren, die in der Medizin zur Diagnostik eingesetzt werden. Mit dem Ultraschallgerät kann der Arzt Krankheiten erkennen und den Verlauf der Behandlung (Therapie) kontrollieren.

Mit Hilfe von Ultraschallwellen werden verschiedene Regionen des menschlichen Körpers mehrdimensional dargestellt. Ultraschall eignet sich besonders gut zur Untersuchung von Organen und Geweben, die mit viel Flüssigkeit gefüllt sind. Dazu gehören Leber, Gallenblase, Milz, Bauchspeicheldrüse, Nieren, das Herz, die Schilddrüse, Gelenke, Gefäße, Lymphknoten und die Brust. Für die Lunge und den Darm, die viel Luft enthalten, eignet sich der Ultraschall dagegen nicht.

Die verschiedenen Gewebe erscheinen auf einem Monitor je nach Dichte in unterschiedlichen Graustufen. Knochen sind ganz weiß, Flüssigkeiten schwarz.

Der Arzt führt die Untersuchung mit dem Ultraschallgerät meistens im Liegen durch, manchmal auch im Stehen oder Sitzen. Die Untersuchung selbst beruht auf einem Echo-Prinzip. Schallwellen werden im Körper des Patienten je nach Art des Gewebes absorbiert oder reflektiert. Die reflektierten Schallwellen werden an das Ultraschallgerät zurückgeschickt und von einem Computer in ein Bild umgewandelt.

Formen, Arten & Typen

Viele Frauen kennen das Ultraschallgerät aus ihrer Schwangerschaft, denn damit lässt sich das ungeborene Kind in der Gebärmutter gut darstellen. In anderen medizinischen Fachgebieten, z.B. der Notfallmedizin, der Chirurgie, Urologie, Augen- und Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, wird das Gerät eingesetzt, um Tumore oder Zysten zu erkennen, Vergrößerungen der Organe oder Steine in der Gallenblase und in den Nieren zu detektieren.

Dabei kommen spezielle Methoden zum Einsatz. Bei der Abdomen-Sonografie wird der Bauchraum (Abdomen) auf Veränderungen, Krebsgeschwülste oder Gallen- und Nierensteine untersucht. Um die Struktur des Brustgewebes darzustellen, wird eine Mamma-Sonografie durchgeführt.

In der Kardiologie untersuchen Mediziner das Herz mit Ultraschallwellen, was als Echokardiografie bezeichnet wird. Mit der Doppler-Sonographie kontrollieren Ärzte den Blutfluss in den Gefäßen, also in den Arterien und Venen. Dadurch lassen sich Verengungen oder Verschlüsse erkennen, die lebensbedrohlich für die Betroffenen werden können.

Bei der Endosonografie untersuchen Mediziner die Speiseröhre, die Bauchspeicheldrüse, den Magen oder Enddarm. Ultraschallwellen werden dabei nicht von außen durch die Haut gesendet, sondern von innen. Mithilfe einer Sonde oder eines Endoskops wird der Schallkopf über den Mund (oral) oder den After (rektal) eingeführt. Dazu werden Patienten vorher sediert, also in eine Art Halbschlaf versetzt.

Aufbau & Funktionsweise

Mit dem Ultraschallgerät lassen sich bestimmte Erkrankungen schnell, unbedenklich und schmerzfrei feststellen.

Ein Ultraschallgerät erzeugt bei der Untersuchung hochfrequenten Schall, der für das menschliche Ohr nicht hörbar ist. Das Gerät besteht aus einem Schallkopf, einem Rechner und einem Monitor (Bildschirm). Damit der Schallkopf richtig arbeiten kann, trägt der Arzt ein Gel auf die Haut auf und setzt den Schallkopf darauf. Das Gel verhindert, dass Luft zwischen Schallkopf und Haut gelangt, denn Schall kann Luft nicht durchdringen.

Kristalle, die sich im Schallkopf befinden, fangen bei elektrischer Wechselspannung an zu schwingen. Diese Schwingungen, die Ultraschallwellen, durchdringen das Gewebe und gelangen z.B. in den Bauchraum. Dort treffen sie auf Organe und Gewebe und werden reflektiert, also zum Schallkopf zurückgeworfen. Er registriert diese Schallwellen und leitet die Daten an eine Rechnereinheit weiter. Diese wandelt die gesendeten Daten in mehrdimensionale Bilder um, die auf einem Monitor sichtbar werden.

Auf diese Weise bekommt der Arzt eine räumliche Vorstellung von der Größe, Form und Struktur der untersuchten Organe, Gewebe und Gefäße. Er erhält Informationen über die Strömungsrichtung des Blutes, über seine Geschwindigkeit und Stärke. Durch die Bewegung und Abwinkelung des Schallkopfes auf der Haut können die zu untersuchenden Körperteile aus verschiedenen Richtungen betrachtet werden.

Wird eine Endosonografie durchgeführt, also eine Ultraschall-Untersuchung von innen, etwa um die Ursache für starke Bauchschmerzen oder Störungen des Schließmuskels im After abzuklären, muss der Patient vorher sediert werden und nüchtern sein. Er darf mehrere Stunden vor der Untersuchung nichts gegessen und getrunken haben. Ansonsten würde die Bildqualität stark beeinträchtigt werden. Mit der Endosonografie kann auch eine Krebserkrankung des Enddarms diagnostiziert werden.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Ultraschallgeräte haben viele Vorteile. Die Untersuchung ist für Patienten völlig unbedenklich und schmerzfrei. Sie spüren allenfalls einen leichten Druck, wenn der Arzt mit dem Schallkopf über die zu untersuchende Stelle fährt. Im Gegensatz zum Röntgen sind die Patienten keiner Strahlenbelastung ausgesetzt. Die Untersuchung stellt keine körperliche oder seelische Belastung dar. Deshalb wird das Verfahren auch bei Kindern und Schwangeren angewendet.

Frauenärzte (Gynäkologen) kontrollieren mit dem Ultraschallgerät die Entwicklung des ungeborenen Kindes. Durch diese Vorsorgeuntersuchung können Missbildungen und Mehrlingsschwangerschaften festgestellt werden. Dies ist mit keinerlei Risiken für Mutter und Kind verbunden.

Ein Ultraschall kann sehr schnell durchgeführt werden. In wenigen Sekunden erhält der Arzt meistens Auskunft darüber, woher die starken Bauchschmerzen des Patienten kommen oder warum seine Leberwerte erhöht sind. Mit dem Ultraschallgerät kann er Gallensteine erkennen, Veränderungen der Herzklappen oder Vergrößerungen der Schilddrüse. Weitere Untersuchungen sind dann nicht mehr nötig.

Auch auf Intensivstationen und im Operationssaal werden Ultraschallgeräte eingesetzt. Moderne Geräte sind mittlerweile mobil, sodass der Arzt sie auch an das Krankenbett des Patienten schieben und dort die Untersuchung durchführen kann. Mittlerweile gibt es sogar tragbare Varianten, die mit Akkus betrieben und zu Hausbesuchen mitgenommen werden können oder in Pflegeheimen und Notarztwagen zum Einsatz kommen. Der Ultraschall ist im Vergleich zu Katheter-Untersuchungen, der Computertomografie und Magnetresonanztomografie sehr kostengünstig und mit keinerlei Gefahren verbunden.

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