Ulnarislähmung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2017
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Die Symptomatik einer Ulnarislähmung unterscheidet sich interindividuell nach Erkrankungsursache. Bei frühzeitiger, fachkundiger Therapie ist eine Lähmungsrückbildung in verschiedenen Fällen möglich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Ulnarislähmung?

Bei der Ulnarislähmung (in der Medizin auch als Ulnarisparese bezeichnet) handelt es sich um eine Schädigung, die den Nervus ulnaris (ein Nerv des Armgeflechts) betrifft. Da der Nervus ulnaris verschiedene Muskeln in den Bereichen von Arm und Hand versorgt, äußert sich eine Ulnarislähmung in der Regel in Funktionsausfällen entsprechender Muskeln.

Symptome einer Ulnarislähmung unterscheiden sich in Abhängigkeit von der Lokation einer entsprechenden Nervenschädigung. Eine häufige Folge der Ulnarislähmung ist die Entwicklung einer sogenannten Klauen- oder Krallenhand; diese äußert sich beim Betroffenen in einem abgespreizten Daumen und einem Fingergrundgelenk, das auch während des Beugens der Finger gestreckt bleibt.

Zu den weiteren möglichen Symptomen einer Ulnarislähmung zählen etwa Taubheitsgefühle an Kleinfinger und Kleinfingerballen. Beim Menschen ist die Ulnarislähmung die häufigste Schädigung von Nerven, die außerhalb von Gehirn und Rückenmark verlaufen.

Ursachen

Hinter einer Ulnarislähmung können sich verschiedene Ursachen verbergen; besonders bei Läsionen des Nervus ulnaris, die am Oberarm auftreten, ist die Lähmung häufig auf Traumata (äußere Gewalteinwirkungen) zurückzuführen.

Darüber hinaus können auch Frakturen (Knochenbrüche) im Bereich des Arms eine Ulnarislähmung verursachen. In einigen Fällen tritt die Ulnarislähmung infolge einer chirurgischen Versorgung von Verletzungen am Ellenbogen auf. Vor allem im Ellenbogenbereich kann ein langfristiger Druck auf den Nervus ulnaris eine Ulnarisparese begünstigen; eine solche Druckbelastung kann beispielsweise im Rahmen beruflicher Betätigungen erfolgen, bei denen ein häufiges Aufstützen auf den Ellenbogen stattfindet.

Auch das Betreiben von Radsport kann zu einer Druckbelastung des Ulnarisnervs führen; so etwa durch das Nutzen von Triathlonlenkern. Nicht zuletzt zieht auch die Bettlägrigkeit von Menschen nicht selten eine Ulnarislähmung durch Druckbelastung nach sich.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnostik einer Ulnarislähmung beginnt meist mit einem Patientengespräch, in dessen Rahmen der behandelnde Arzt unter anderem Krankengeschichte und individuelle Symptomatik eines Betroffenen erfragt.

In einer folgenden neurologischen Untersuchung können verschiedene, sogenannte Ulnarisfunktionstests Aufschluss über eine vorliegende Ulnarislähmung geben; so wird beispielsweise die Fähigkeit zur Beugung von Hand und Fingern gegen verschiedene Widerstände geprüft. Im Rahmen einer sogenannten Elektromyografie kann die Nervenleitgeschwindigkeit des Nervus ulnaris bestimmt werden.

Schließlich ist noch auszuschließen, dass den Funktionsbeeinträchtigungen eines Patienten eine anderweitige Problematik als die der Ulnarislähmung zugrunde liegt. Der Verlauf einer Ulnarislähmung ist unter anderem abhängig von deren Ursache und entsprechenden Behandlungsschritten. Unter geeigneter Therapie kann sich beispielsweise eine Ulnarislähmung aufgrund von Druckbelastung nicht selten zurückbilden.

Komplikationen

Bei der Ulnarislähmung kommt es zu schwerwiegenden Beschwerden und Komplikationen. Diese wirken sich sehr negativ auf die Lebensqualität des Betroffenen aus und können diese deutlich verringern. Viele Betroffene sind bei der Ulnarislähmung damit auf die Hilfe anderer Menschen in ihrem Alltag angewiesen und können viele Dinge des Alltages nicht mehr ohne Weiteres ausführen.

Die Patienten leiden dabei an starken Ausfällen der motorischen und der kognitiven Fähigkeiten. Dabei kommt es auch zu Bewegungseinschränkungen und zu starken Einschränkungen im Alltag. In den Fingern treten Taubheitsgefühle und andere Störungen der Sensibilität auf. Auch die Hand selbst kann nicht mehr bewegt werden, sodass sich eine Krallenhand ausbildet. Ebenso kann es zu einer Ellenbogenverrenkung kommen.

Vor allem bei Kindern kann die Ulnarislähmung zu starken Einschränkungen und Verzögerungen bei der Entwicklung führen, sodass es auch im Erwachsenenalter zu Beschwerden und Komplikationen kommen kann. Die Behandlung der Ulnarislähmung richtet sich immer nach der zugrundeliegenden Erkrankung.

Dabei kann keine Voraussage über den Verlauf der Erkrankung gegeben werden. Eventuell sind die Betroffenen auf operative Eingriffe angewiesen, damit die Beschwerden gelindert werden können. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch die Ulnarislähmung in den meisten Fällen nicht negativ beeinflusst.

Behandlung & Therapie

Die Therapie einer Ulnarislähmung richtet sich nach Faktoren wie Ursachen der Lähmung und individueller Symptomatik eines Patienten.

Grundsätzlich kommen zur Behandlung einer Ulnarislähmung sowohl konservative (nicht-operative) als auch operative Verfahren infrage. Im Rahmen einer Ulnarislähmung, die durch Druckbelastung hervorgerufen wurde, besteht eine konservative Behandlungsmethode beispielsweise in einer Entlastung und Polsterung des betroffenen Arms. Während der Nacht kann der von einer Ulnarislähmung betroffene Arm darüber hinaus mit einer Schiene versehen werden, um entsprechende Beugebewegungen zu verhindern.

Kann eine durch Druckbelastung verursachte Ulnarislähmung auf konservativem Weg nicht erfolgreich behandelt werden, wird vom behandelnden Arzt häufig ein chirurgisches Eingreifen in Erwägung gezogen. Auch Lähmungen des Ulnarisnervs aufgrund von Verletzungen im Ellenbogenbereich werden oft operativ behandelt.

Im Rahmen einer entsprechenden Operation kann der Ulnarisnerv beispielsweise verlagert werden. Auch eine sogenannte Neurolyse ist zur chirurgischen Behandlung einer Ulnarislähmung möglich: Hierbei werden etwaige Einengungen des Ulnarisnervs (wie beispielsweise Verwachsungen aus Narbengewebe) entfernt, um eine Entlastung des Nervs herbeizuführen. Operative Maßnahmen zur Behandlung einer Ulnarislähmung erfordern in der Regel eine anschließende, mehrwöchige Ruhigstellung des betroffenen Arms.

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Vorbeugung

Einer Ulnarislähmung durch langfristige Druckbelastung kann beispielsweise durch einen Schutz des Arms vorgebeugt werden; soweit möglich, kann dies im Rahmen berufs- und/oder sportbedingter Druckeinwirkung auf den Arm etwa durch den Einsatz entsprechender Polsterungen geschehen. Traumata, die zu einer Ulnarislähmung führen können, ist nur eingeschränkt vorzubeugen.

Bücher über Ulnarislähmung

Quellen

  • Grehl, H., Reinhardt, F.: Checkliste Neurologie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Hacke, W.: Neurologie. Springer, Heidelberg 2010
  • Masuhr K., Masuhr, F., Neumann, M.: Duale Reihe Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013

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