Ulnarabduktion

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. März 2017
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Die Ulnarabduktion ist ein Abspreizen der Finger oder Hand Richtung Elle und damit das Gegenteil der Radialabduktion zur Elle hin. Radial- und Ulnarabduktion finden im proximalen Handgelenk statt und werden durch verschiedene Muskeln der Hand realisiert. Schmerzen bei der Ulnarabduktion liegen zum Beispiel bei Läsionen des Discus ulnaris vor.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Ulnarabduktion?

Gelenke sind bewegliche Knochenverbindungen. Sie geben den menschlichen Gliedmaßen ihr breites Bewegungsspektrum. Gelenke sind, abhängig von ihrer Lokalisation, zu verschiedenen Bewegungsarten in verschiedenem Ausmaß fähig. Vier der wichtigsten Bewegungsarten sind die Flexion, die Extension, die Abduktion und die Adduktion.

Die Extension entspricht einer aktiven oder passiven Streckbewegung. Die Flexion ist das Gegenteil dieser Bewegungsart. Sie bezeichnet die aktive oder passive Beugung von Gliedmaßen in einem bestimmten Gelenk. Eine Adduktion liegt dann vor, wenn ein Körperteil seitlich an den Körper oder die jeweiligen Gliedmaßen herangeführt wird. Sie findet auf frontaler Ebene statt und führt in der Regel an die Längsachse von Extremitäten hin. Von der Längsachse bewegt sich eine Extremität dagegen bei der Abduktion fort. Die Abduktion entspricht also dem seitlichen Abspreizen oder Wegführen einer Extremität von der Körpermitte. Abduktion und Adduktion betreffen vor allem die Gelenke der Finger und Hand.

Unter der Ulnarabduktion versteht die Medizin in diesem Zusammenhang eine Abduktion der Hand oder Finger in Richtung der Elle, die im medizinischen Sprachgebrauch auch Ulna genannt wird. Die Abduktion Richtung Speiche wird demgegenüber als Radialabduktion bezeichnet.

Funktion & Aufgabe

Die Ulnarabduktion wird im Handgelenk ausgeführt. Darunter versteht die Medizin im engeren Sinn das proximale und distale Gelenk der Handwurzel. Das proximale Handwurzelgelenk entspricht einer gelenkigen Verbindung zwischen distalem Radius und proximalem Handwurzelknochen. Das Dreiecksbein, Kahnbein und das Mondbein bilden diese Handwurzelknochen. Zusammen mit einer Zwischengelenkscheibe aus dem distalen Speichen-Ellen-Gelenk bilden diese Knochen das proximale Handwurzelgelenk. Die Gelenkkapsel des Bereichs wird von Bändern stabilisiert.

Das proximale Handwurzelgelenk ist funktional gesehen ein Ei-Gelenk mit zwei Bewegungsgraden. Neben der Beugung ist es zur Streckung fähig. Im Zusammenhang mit der Beugung ist vor allem die Palmarflexion der Hand oder Finger in Richtung Handfläche zu nennen, die in bis zu 80 Grad erfolgen kann. Im Zusammenhang mit der Streckung ist dagegen die Dorsalextension der Hand und Finger Richtung Handrücken hervorzuheben, die bis zu 70 Grad beträgt.

Die Ulnarabduktion ist ein Abspreizen der Finger oder Hand Richtung Elle und damit das Gegenteil der Radialabduktion zur Elle hin.

Als Abspreizbewegungen führt das proximale Handgelenk zur Speiche hin die Radialabduktion und zur Elle hin die Ulnarabduktion aus. Das Abspreizen zur Speiche hin erfolgt mit bis zu 20 Grad. Die Ulnarabduktion umfasst um die 40 Grad.

Das distale Handwurzelgelenk setzt sich aus den einzelnen Gelenken von je zwei benachbarten Knochen zusammen. Wegen seiner gebogenen Form und seiner starken Bänder ist das distale Handwurzelgelenk deutlich statischer und unflexibler als das proximale. Es ist in seiner Bewegungsfähigkeit also eingeschränkt, aber bildet zusammen mit dem proximalen Handwurzelgelenk eine funktionelle Einheit. Die Abspreizbewegungen der Hand und Finger kommen bei der Arbeitsverteilung in dieser Einheit dem proximalen Gelenk zu.

Die Ulnarabduktion im Gelenk wird durch die drei Muskeln Musculus extensor carpi ulnaris, Musculus flexor carpi ulnaris und Musculus extensor digiti minimi ausgeführt. Diese Muskeln entsprechen dem ulnaren Handbeuger, dem ellenseitigen Handstrecker und dem Kleinfingerstrecker.

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Krankheiten & Beschwerden

Wenn bei der Ulnarabduktion Schmerzen auftreten, kann dieses Phänomen verschiedene Ursachen haben. Eine der verbreitetsten Ursachen ist eine Läsion des Discus ulnaris. Diese anatomische Struktur liegt zwischen der proximalen Handwurzelreihe und der Elle. Bei jungen Menschen sind Läsionen dieser Struktur in der Regel auf Überlastungen zurückzuführen, die einen Riss in der Struktur verursacht haben. Bei älteren Menschen können dagegen degenerative Erscheinungen im Discus ulnaris vorliegen, die eine Auffaserung der Struktur bedingen.

Bei Betroffenen einer solchen Läsion bestehen zumeist mehr oder weniger starke Schmerzen. Die Schmerzen erreichen bei einer Ulnarabduktion der Hand oder der Finger einen Klimax. Gelegentlich wird die Schmerzsymptomatik von einem Knacken oder von Schwellungen begleitet.

Die Diagnose auf eine Läsion im Discus ulnaris wird mittels MRT gestellt. Die Behandlung erfolgt bei degenerativer Ursache mit Antiphlogistika. Das Handgelenk wird ruhiggestellt und gekühlt. Bei jüngeren Menschen kann unter Umständen ein Zusammennähen des Risses erfolgen. Auch eine arthroskopische Entfernung des Discus ulnaris ist denkbar.

Schmerzen bei der Ulnarabduktion der Finger oder der Hand können auch auf Muskelerkrankungen der drei beteiligten Muskeln zurückzuführen sein. Solche Erkrankungen können beispielsweise Entzündungen der Sehnenscheide sein. Auch Arthrose im proximalen Handgelenk kommt unter Umständen als Ursache in Frage. Arthroseschmerzen sind zu Anfang der Erkrankung belastungsabhängig, weiten sich aber später auf die Ruhephasen aus. Im Verlauf kann das Handgelenk nicht mehr voll nutzbar sein, sodass die Ulnarabduktion beispielsweise nur noch eingeschränkt oder überhaupt nicht mehr erfolgen kann.

Die Unfähigkeit zur Ulnarabduktion kann allerdings ebenso gut auf eine Lähmung der beteiligten Muskeln zurückzuführen sein. Eine solche Lähmung ist im Rahmen von peripheren und zentralnervösen Nervenerkrankungen denkbar und geht in aller Regel mit mehr oder weniger starken Sensibilitätsstörungen des betroffenen Bereichs einher. Bei zentralnervösen oder peripheren Nervenerkrankungen ist eine Abklärung durch bildgebende Verfahren erforderlich, so zum Beispiel durch ein MRT des Kopfes und der Wirbelsäule und durch eine Bildgebung der betroffenen Hand.

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