Ulme

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. Dezember 2016
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Bei der Ulme handelt es sich um einen Baum, der immer seltener wird. Die Rinde findet als traditionelles Heilmittel Verwendung.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Ulme

Die Ulme (Ulmus) zählt zur Gattung der Ulmen und gehört der Familie der Ulmengewächse (Ulmaceae) an. Der Baum trägt außerdem die Bezeichnungen Effe, Ruste oder Rüster. Durch das Ulmensterben ist die Ulme in der Natur immer seltener anzutreffen, was als großer botanischer Verlust angesehen wird. In den mitteleuropäischen Breitengraden gibt es drei unterschiedliche Ulmenarten. Dies sind die Bergulme (Ulmus glabra), die Flatterulme (Ulmus laevis) sowie die Feldulme (Ulmus minor). Bei letzterer lässt sich die Rinde zu heiltherapeutischen Zwecken nutzen.

Die Ulme gehört zu den laubabwerfenden immergrünen Bäumen und Sträuchern. Sie erzielt Wuchshöhen von bis zu 35 Metern und kann ein hohes Alter erreichen. Im Laufe der Jahre wird die glatte Rinde des Baumes zunehmend rissiger. Die Ulmenblätter weisen eine spitze, ovale Form auf. An ihren Rändern sind sie gesägt. Die eine Hälfte der Blätter erreicht typischerweise mehr Umfang als die andere. Die Blüten, die in Büscheln vorkommen, gedeihen in den Monaten März und April. Aus den Blüten der Ulmen gehen weißliche geflügelte Früchte hervor.

Beheimatet sind die insgesamt 45 Ulmenarten auf der gesamten Nordhalbkugel der Erde. Zu den bevorzugten Lebensräumen der Ulme gehören Flussufer, Waldränder, Auwälder, Hänge und Parks. In Mitteleuropa ist der Baum allerdings vom Aussterben bedroht. Besonders bei Feldulme und Bergulme herrscht eine große Gefährdung. Durch den Befall mit einem Pilz, der vom Ulmensplintkäfer übertragen wird, kommt es zum Sterben der Bäume.

Wirkung & Anwendung

In der Naturheilkunde wird die Rinde der Ulme zu medizinischen Zwecken eingesetzt. Aber auch die Blätter gelangen zur Anwendung. Wirksame Inhaltsstoffe des Baumes sind Gerbstoffe wie Phlobaphene und Gerbsäure, Schleimstoffe, Flavonoide, Bitterstoffe und Harz. Aufgrund der Gefährdungssituation der Ulme darf die Rinde nicht von einem wild wachsenden Baum entfernt werden. Besser ist es, sie zum Gebrauch im Handel käuflich zu erwerben.

Als traditionellste Darreichungsform gilt der Ulmenrinden-Tee. Um diesen entsprechend zuzubereiten, werden ein bis zwei Teelöffel der Ulmenrinde in einen Topf getan und mit einer Tasse kaltem Wasser übergossen. Anschließend lässt der Anwender diese Mischung aufkochen. Nach dem Abseihen kann der Ulmenrinden-Tee ein bis zwei Mal pro Tag getrunken werden. Außerdem eignet er sich auch zum Gurgeln oder als Zusatz für ein Bad.

Durch das Ulmensterben ist die Ulme in der Natur immer seltener anzutreffen, was als großer botanischer Verlust angesehen wird.

Eine andere Möglichkeit der Darreichung bietet die Tinktur. Diese lässt sich auch in Eigenregie herstellen, indem die Ulmenrinde in ein Schraubdeckelglas gefüllt und mit Weingeist oder Doppelkorn übergossen wird. Nachdem sämtliche Rindenteile mit Flüssigkeit bedeckt sind, ruht die verschlossene Mischung ungefähr zwei bis sechs Wochen in dem Glas, das an einer warmen Aufbewahrungsstelle stehen sollte. Anschließend erfolgen das Abseihen sowie das Umfüllen in eine Flasche mit dunkler Färbung. Drei Mal am Tag können von der Ulmenrinden-Tinktur 10 bis 50 Tropfen eingenommen werden.

Bei einer zu starken Konzentration besteht die Möglichkeit einer Verdünnung mit Wasser. Auch zur äußerlichen Anwendung eignen sich Ulmen-Tee und Tinktur. Dabei werden die betroffenen Hautpartien mit Waschungen, Bädern oder Umschlägen behandelt. Die Ulme kommt auch im Rahmen der Bachblüten-Therapie als Elm zum Einsatz. Sie gilt als hilfreich, wenn eine Person glaubt, ihren Aufgaben nicht mehr gerecht zu werden.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Als therapeutisches Mittel erfuhr die Ulme bereits in der Antike Wertschätzung. So lobte der im 1. Jahrhundert n. Chr. lebende griechische Arzt Pedanios Dioskurides in seinem Heilpflanzenbuch „Materia medica“ die wundheilenden und zusammenziehenden Effekte der Ulme. Im Mittelalter empfahl Hildegard von Bingen (1098-1179) das pflanzliche Mittel gegen Gicht. Dabei sollte der Leidende das Holz des Baumes anzünden und sich an ihm aufwärmen. Darüber hinaus schrieb Hildegard von Bingen der Ulmenrinde eine positive Wirkung gegen Bösartigkeit zu.

In der Volksheilkunde kommt die Ulme in erster Linie gegen Abszesse, Furunkel und chronische Hautausschläge zur Anwendung. Ebenso ist eine Behandlung von schlecht heilenden Wunden durch Umschläge oder Waschungen möglich. So wird durch das Waschen mit der Ulme eine schnellere Vernarbung erzielt. Als sinnvoll gilt die Ulmenrinde auch gegen rheumatische Erkrankungen.

Zu den positiven Effekten der Ulme gehört, dass sie über eine entzündungshemmende, harntreibende, blutreinigende, tonische, wundheilende und adstringierende Wirkung verfügt. Außerdem eignet sich die Ulmenrinde als wirksames Mittel zur Behandlung von Hämorrhoiden. Dabei findet sie als Badezusatz Verwendung. Hilfreich ist die Heilpflanze zudem bei der Therapie von Entzündungen von Mund- und Rachenregion sowie gegen Darmentzündungen. Ebenso lässt sich die Ulmenrinde wirkungsvoll gegen Durchfall verwenden. Sogar in der Tiermedizin erweist sich das pflanzliche Mittel als hilfreich. Dies gilt besonders für die Behandlung von Katzen. Positiv sind zudem die wassertreibenden Eigenschaften der Ulme, was sich wiederum auf Wasseransammlungen im Körper auswirkt. Weitere Anwendungsgebiete der Ulme sind eine Gastritis und Ekzeme.

Nebenwirkungen sind bei der Anwendung der Ulme kaum zu befürchten. Allerdings darf die Ulmenrinde nicht zum gleichen Zeitpunkt mit anderen Medikamenten eingenommen werden. So ist es möglich, dass sich die Inhaltsstoffe hemmend auf die Wirksamkeit der Arzneimittel auswirken. Es empfiehlt sich daher, bei der Einnahme einen Zeitabstand von wenigstens 60 Minuten einzuhalten. Im Falle von Unklarheiten sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden.

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