Tunica media

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. November 2016
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Die Tunica media ist ein Bestandteil der Wände von Blut- und Lymphgefäßen, die zwischen zwei weiteren Schichten liegt. Sie enthält unter anderem Muskelzellen, mit denen der Körper die Weite der Adern reguliert. Schäden an der Tunica media können zur Verengung der Blutgefäße (Arteriosklerose) führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Tunica media?

Bei der Tunica media handelt es sich um einen Teil der Venen- und Arterienwände. Um sie von der mittleren Augenhaut (Tunica media bulbi oder Uvea) abzugrenzen, bezeichnen Mediziner die mittlere Gefäßschicht auch manchmal als Tunica media vasorum.

Sie ist von der Tunica adventitia bzw. Tunica externa umgeben. Die Tunica externa bildet die äußerste Wand der Blutgefäße. Zur Innenseite der Arterien und Venen hin liegt die Tunica intima. Auch die Wand der Lymphgefäße besitzt in der Mitte eine Tunica media. Das Gewebe der Tunica media ist nicht einheitlich beschaffen, sondern setzt sich aus Muskelzellen, Kollagen, elastischen Fasern und Bindegewebe zusammen. Die Muskelzellen sind für den Transport der Flüssigkeit in den Gefäßen besonders wichtig. Im Alter lässt die Elastizität der Gefäßwände nach und kann zu normativen Verengungen führen.

Anatomie & Aufbau

Bei einigen Zellen in der Gefäßwand handelt es sich um Muskelzellen. Da die größeren Arterien das Blut durch den Organismus pumpen müssen, verfügen sie über eine dickere Tunica media. Die zusätzlichen Muskelzellen helfen den Blutgefäßen dabei, den notwendigen Druck aufzubauen.

Dazwischen befinden sich Kollagen, ein spezielles Eiweißmolekül, und elastische Fasern. Letztere verleihen dem Gewebe seine Flexibilität. Darüber hinaus besteht die Tunica media aus Bindegewebe, das die anderen Zellen stützt und in Form hält. Das Bindegewebe nimmt außerdem eine versorgende Rolle ein: Es leitet Nährstoffe und Sauerstoff an die anderen Zellen weiter und verteilt die Ressourcen.

Mediziner teilen Arterien in verschiedene Typen ein; die Unterschiede spiegeln sich auch in der Tunica media wider. Die muskulären Arterien besitzen zum Beispiel eine kräftigere Muskulatur, während die elastischen Arterien über mehr elastische Fasern und Kollagen verfügen.

Funktion & Aufgaben

Die Tunica media trägt entscheidend dazu bei, dass das Blut gleichmäßig durch den menschlichen Körper fließt. In den Arterien fließt das Blut vom Herzen weg. In den Lungen nehmen die roten Blutkörperchen Sauerstoff auf und verteilen ihn. Das Herz dient dabei als Pumpe. Doch auch die Arterien selbst müssen das Blut antreiben, um es im Fluss zu halten.

An den größeren Arterien können Menschen leicht das rhythmische Pumpen spüren; die Blutgefäße heißen deshalb auch Schlagadern. Bei Verletzungen an den Arterien schießt das Blut oft regelrecht aus der Wunde, was den hohen Druck im Gefäßinneren verdeutlicht. Damit die Arterien ihre pumpenden Bewegungen ausführen können, benötigen sie Muskeln. Die Muskelschicht befindet sich in der Tunica media und bildet einen Ring rund um die Arterien. Die Muskelzellen in der Tunica media gehören zur glatten Muskulatur und zählen damit zum selben Faser-Typ wie der Herzmuskel. Menschen können diese Bewegungen nicht bewusst steuern oder unterdrücken.

Nicht nur Blutgefäße besitzen eine Gefäßwand mit einer Tunica media; auch Lymphgefäße sind auf sie angewiesen. Die Lymphgefäße sammeln Flüssigkeit aus den Zwischenräumen der Zellen. Sie tauchen in nahezu jedem größeren Gewebe auf. Ähnlich wie die Blutgefäße können sie unterschiedlich groß sein und fließen ineinander. Schließlich geben die Lymphgefäße die gesammelte Flüssigkeit in die Blutgefäße ab.

Überschüssige Flüssigkeit scheidet der Körper über den Urin aus. Das Lymphsystem dient dementsprechend dem Transport von Flüssigkeit und stellt sicher, dass sich kein Wasser in den Zellzwischenräumen ansammelt. Des Weiteren befördern die Lymphgefäße auch bestimmte Makromoleküle – zum Beispiel Proteine und Lymphozyten, die zum Immunsystem gehören.

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Krankheiten

Die Tunica media kann unter anderem an der Entstehung von Arteriosklerose beteiligt sein. Dabei handelt es sich um einen Verschluss der Blutbahn, für den verschiedene Ursachen verantwortlich sein können. Zum Beispiel können Blutfette, sogenannte Triglyceride, in den Arterien und Venen Klumpen bilden, indem sich die Moleküle an den Gefäßwänden ablagern. Dadurch bleibt dem Blutstrom weniger Raum, um die betroffene Stelle zu passieren.

Das Risiko für derartige Ablagerungen ist besonders hoch an Gefäßklappen und in feineren Adern. Infolge eines Gefäßverschlusses kann der Körper das dahinterliegende Gewebe nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Auch der Abtransport von Kohlenstoffdioxid, anderen Abfallstoffen und Zellprodukten ist durch die Arteriosklerose gestört. Darüber hinaus können die Ablagerungen sich losreißen und mit dem Blutstrom in andere Körperregionen gelangen.

Sie lösen sich entweder auf oder verschließen die Gefäße, in denen sie hängen bleiben. Auf diese Weise führt ein Verschluss der Arterien potenziell zu Schlaganfall, Herzinfarkt oder Lungenembolie; auch anderes Gewebe kann von der Arteriosklerose betroffen sein und im schlimmsten Fall absterben.

Damit die Arterien sich nicht verschließen, ist auch die richtige Muskelbewegung der Arterien erforderlich. Die Tunica media enthält glatte Muskulatur, mit der die Blutgefäße sich je nach Bedarf weiten oder verengen können. Bluthochdruck (Hypertonie) kann dazu führen, dass die Tunica media Schaden nimmt: Die Zellen in der Gefäßwand erhalten nur noch wenig Sauerstoff und sterben ab: Die Regulation der Arterienweite ist dadurch gestört und die Ader kann so weit verengen, dass eine Arteriosklerose vorliegt.

Bei der Mönckeberg-Sklerose lagert sich Calcium in der Tunica media ab und führt ebenfalls zu Funktionseinschränkungen der Blutgefäße.

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