Tumorschmerzen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 22. November 2017
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Tumorschmerzen oder Krebsschmerzen zählen zu den schlimmen Krankheitssymptomen einer Krebserkrankung. Die Schmerzen sind bei vielen Krebspatienten sehr stark ausgeprägt und wirken sich deshalb negativ auf das Wohlbefinden des Patienten aus. Sie bedürfen daher unbedingt einer individuellen Behandlung durch einen erfahrenen Schmerztherapeuten, der sich mit der Medikation bei Tumorschmerzen auskennt.

Inhaltsverzeichnis

Definition Tumorschmerzen

Tumorschmerzen treten stets in Zusammenhang mit einer Krebserkrankung auf und können eine sehr hohe Schmerzintensität erreichen. Ungefähr zwei Drittel der Krebspatienten leiden im Laufe ihrer Erkrankung unter Tumorschmerzen, im Endstadium sogar ungefähr 90 Prozent.

Da Tumorschmerzen zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität des Krebserkrankten führen, ist eine gute Behandlung mit Schmerzmitteln unbedingt erforderlich. Abhängig davon, in welcher Körperregion die Krebserkrankung anzusiedeln ist, können Tumorschmerzen die verschiedensten Körperstellen betreffen.

Ursachen

Tumorschmerzen können entweder durch den Krebstumor beziehungsweise durch die Krebserkrankung selbst entstehen oder aber auch durch Metastasen, die sich im Körper des Krebspatienten im Verlauf der Erkrankung verbreitet haben.

Der Tumor oder die Metastasen können aufgrund ihrer Größe und ihres Wachstums auf umliegende Organe oder Nerven drücken oder in diese einwachsen, wodurch starke Tumorschmerzen entstehen. Auch Entzündungen, die durch das Tumorwachstum entstehen, können verantwortlich für Tumorschmerzen sein.

Eine weitere Ursache für Tumorschmerzen liegt in der Behandlung der Krebserkrankung, also beispielsweise der Operation oder Amputation der betroffenen Körperstelle. Zudem können Medikamente, die in der Krebstherapie verwendet werden, starke Nebenwirkungen haben.

So führt beispielsweise die Chemotherapie oder Bestrahlung häufig zu Tumorschmerzen bei krebserkrankten Patienten.

Diagnose & Verlauf

Da Tumorschmerzen immer in Verbindung mit einer Krebserkrankung auftreten, liegen bei den meisten Patienten bereits umfassende Befunde vor, die im Rahmen der Krebsdiagnostik erhoben wurden.

Hierzu zählen beispielsweise auch bildgebende Verfahren wie MRT oder CT der Knochen, der Wirbelsäule und des Gehirns. Diese Befunde sind auch für die Arbeit des Schmerztherapeuten hilfreich und interessant, da er anhand dieser einen Überblick über die körperliche Situation des Krebspatienten gewinnen und so eine geeignete Therapie gegen die Tumorschmerzen einleiten kann.

Gegebenenfalls wird er weitere Untersuchungen veranlassen, um noch mehr Informationen über die Ursachen der Tumorschmerzen und den krebserkrankten Patienten zu erhalten. Mit Hilfe einer passenden Medikation kann in den meisten Fällen eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität sowie eine Linderung der Tumorschmerzen erreicht werden.

Komplikationen

Tumorschmerzen stellen für den Betroffenen eine körperliche und psychische Belastung dar. Neben den typischen Schmerzen, die sich mit dem Fortschreiten der Erkrankung verstärken, können sich auch Schlafstörungen einstellen. Ein schlechter Nachtschlaf führt unter anderem zu einer verringerten Leistungsfähigkeit, Konzentrationsstörungen und Stimmungsschwankungen.

Wohlbefinden und Lebensqualität nehmen stark ab und begünstigen depressive Verstimmungen und Angststörungen. Einige Patienten entwickeln im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung eine ausgeprägte Depression, die nach der Genesung in vielen Fällen bestehen bleibt. Sollte der Patient versuchen, die Tumorschmerzen mit Hilfe von Selbstmaßnahmen wie Kratzen oder Drücken am Tumor zu reduzieren, kann dies dazu führen, dass die Wucherung verrutscht oder sogar aufbricht.

In diesem Fall können schwerwiegende Komplikationen auftreten und der Patient muss umgehend behandelt werden. Die Therapie der Tumorschmerzen verläuft für den Erkrankten relativ risikofrei. Da in den meisten Fällen allerdings sehr starke Schmerzmedikamente zum Einsatz kommen, sind Nebenwirkungen nicht auszuschließen. Oft rufen die verordneten Opiate Gedächtnisstörungen hervor und machen den Patienten körperlich und geistig weniger leistungsfähig. Es ist auch nicht auszuschließen, dass sich bei dem Erkrankten ein Suchtverhalten entwickelt.

Behandlung & Therapie

Für die Einstellung und Dosierung der Medikamente gegen Tumorschmerzen ist es sehr hilfreich, wenn der behandelnde Onkologe mit einem Schmerztherapeuten zusammenarbeitet, der als Fachmann für die Behandlung von Tumorschmerzen gilt.

Die Weltgesundheitsorganisation hat für die Behandlung des Krebspatienten mit Schmerzmitteln einen Stufenplan entwickelt, an dem sich Schmerztherapeuten orientieren. Je nach Art der Schmerzen, also beispielsweise, ob diese akut oder chronisch sind, wird der Schmerztherapeut unterschiedliche Medikamente empfehlen, die individuell an die Situation des jeweiligen Krebspatienten angepasst sind.

In den meisten Fällen kommen sehr starke Schmerzmedikamente wie beispielsweise Opiate zum Einsatz, die bei Tumorpatienten nicht süchtig machen sollen. Häufig werden diese mit anderen Wirkstoffen kombiniert, um die Schmerzsituation des Patienten dauerhaft zu verbessern. Durch die Kombination geeigneter Schmerzmedikamente kann in den meisten Fällen eine erhebliche Verbesserung der Tumorschmerzen und damit der Lebensqualität des krebserkrankten Patienten erreicht werden.

Die Schmerzmedikation gegen Tumorschmerzen kann entweder in Tabletten- oder Pflasterform eingenommen werden. Auch die Möglichkeit einer Schmerzpumpe sollte bei starken Tumorschmerzen in Betracht gezogen werden. Zudem beziehen erfahrene Schmerztherapeuten die psychosoziale Situation des Patienten bei der Behandlung von Tumorschmerzen mit ein.

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Vorbeugung

Eine wirkliche Vorbeugung gestaltet sich bei Tumorschmerzen schwierig. Lediglich kann versucht werden, durch Vorsorgeuntersuchungen sowie gesunde Lebensführung die Entstehung einer Krebserkrankung zu verhindern. Treten im Rahmen einer Krebserkrankung erste Anzeichen von Tumorschmerzen auf, so sollte so schnell wie möglich eine individuell auf den Patienten abgestimmte Behandlung durch einen guten Schmerztherapeuten eingeleitet werden. Auf diese Weise kann einer Verschlechterung der Schmerzsituation und damit des Wohlbefindens des Krebspatienten durch Tumorschmerzen vermieden werden.

Bücher über chronische Schmerzen & Tumorschmerzen

Quellen

  • Pfeifer, B., Preiß, J., Unger, C. (Hrsg.): Onkologie integrativ. Urban & Fischer, München 2006
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014
  • Sauer, R.: Strahlentherapie und Onkologie. Urban & Fischer, München 2009

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