Tularämie (Hasenpest)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. November 2017
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Bei der Tularämie handelt es sich um eine hochansteckende, in Deutschland sehr selten vorkommende Infektion, die durch Säugetiere auf den Menschen übertragen werden kann. Aufgrund des pestähnlichen Verlaufes und dem vorwiegenden Vorkommen bei Wildkaninchen und Hasen spricht man auch von der Hasenpest.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Tularämie?

Tularämie wird ausgelöst durch das Bakterium Francisella tularensis, demnach handelt es sich um eine bakterielle Infektion. Da die Krankheit von kleinen Säugetieren auf den Menschen übertragbar ist spricht man hier von einer Zoonose.

In Deutschland ist die Krankheit nur sehr selten vertreten, das vorwiegende Vorkommen liegt in Nordosteuropa, Asien und Nordamerika. Je nachdem um welche Eintrittsstelle des Erregers es sich handelt treten verschiedene Erscheinungsbilder der Tularämie auf. Das Krankheitsbild kann je nach Eintrittsstelle des Erregers unterschiedlich sein, einige Beispiele sind:

Ulzeroglanduläre Tularämie: Geschwürbildung an der Eintrittsstelle sowie plötzliches Fieber

Glanduläre Tularämie: Schwellungen der Lymphknoten

Abdominale Tularämie: Typhusähnliches Krankheitsbild, Milz und Leber schwellen an, Durchfall und Schmerzen im Bauchbereich (Organe der Bauchhöhle sind befallen)

Intestinale Tularämie: Bauchschmerzen und Durchfall, Erbrechen und Übelkeit

Ursachen

Der Ursache der Tularämie liegt eine bakterielle Infektion mit Francisella tularensis zugrunde. Zecken, Flöhe und Läuse können als Reservoir für das Bakterium dienen, zudem ist es fähig in gefrorenem Hasenfleisch bis zu drei Jahre zu überleben.

Die Parasiten, die den Erreger in sich tragen können durch einen Stich das Bakterium sowohl auf den Menschen als auch auf Säugetiere übertragen. Weitere Wege einer Infektion mit Tularämie kommen durch Kontakt mit infizierten Säugetieren zustande. Dieser Kontakt kann in Form von Bissen oder Kratzern infizierter Tiere geschehen, ebenfalls ist es möglich den Erreger durch direkten Kontakt mit Ausscheidungen oder Blut infizierter Tiere aufzunehmen.

Um sich mit Tularämie zu infizieren ist jedoch kein direkter Kontakt nötig, der Erreger der Tularämie kann auch über die Luft oder kontaminiertes Wasser aufgenommen werden.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnosestellung der Tularämie ist oft nicht eindeutig zu stellen und bleibt teilweise sogar ganz aus, da der Verlauf der Krankheit teilweise dem eines grippalen Infektes ähnelt.

Jedoch kann anhand der häufig vorkommenden Symptome, wie Geschwürbildung an Haut und Schwellung der Lymphknoten, auf eine Tularämie zurückgeschlossen werden. Eine direkte Diagnose ist jedoch nur mittels Tierversuch möglich. Hierzu wird eine Blutprobe entnommen und einem Versuchstier injiziert. Ist der Erreger vorhanden so lässt sich dies anhand der Antikörper-Bildung des Versuchstieres nachweisen, allerdings sollte hier beachtet werden, dass aufgrund der Ähnlichkeit vom Tularämie- zum Thymus-Erreger, eine Fehl-Diagnose gestellt werden kann.

Beim Menschen beträgt die Inkubationszeit 1 – 10 Tage, nach dieser Zeit treten die typischen Symptome auf. Wird die Tularämie frühzeitig erkannt und angemessen mit Antibiotika behandelt kommt es kaum zu Komplikationen, bleibt die Krankheit jedoch unbehandelt so führt sie in 30% aller Fälle zum Tod. Ist die Krankheit jedoch einmal überstanden so besteht lebenslange Immunität gegenüber dem Tularämie-Erreger.

Komplikationen

Bei fehlender oder unzureichender Behandlung kann die Tularämie verschiedene Beschwerden hervorrufen, aus denen ernsthafte Komplikationen hervorgehen können. Typisch für die Hasenpest ist die auffällige Lymphknotenschwellung an der Infektionsstelle, die gelegentlich mit Fieber und einem generellen Krankheitsgefühl verbunden ist. Bei einem schweren Verlauf steigt das Fieber auf über 40 Grad Celsius und ruft Herz-Kreislauf-Beschwerden, Dehydration und andere Komplikationen hervor.

Einige Patienten leiden zudem an Bauchschmerzen und Migräne, beides mit einem starken Unwohlsein und einer Abnahme der Lebensqualität verbunden. Die charakteristische Rachenentzündung kann sich ausbreiten und unter Umständen eine Entzündung der Nasennebenhöhlen oder sogar eine Lungenentzündung hervorrufen. Die Hasenpest begünstigt außerdem die Entstehung von Geschwüren auf der Haut, die sich ebenfalls entzünden können oder Blutungen und Narben hervorrufen.

Die medikamentöse Behandlung mittels Antibiotika wie Doxyclin oder Gentamycin geht manchmal mit Neben- und Wechselwirkungen einher. Problematisch sind vor allem Magen-Darm-Beschwerden, da diese mit den Symptomen der Tularämie korrelieren und somit starke Schmerzen und Fieber hervorrufen können. Eine langfristige Einnahme der entsprechenden Präparate kann die inneren Organe, vor allem Leber, Nieren und Herz, empfindlich schädigen.

Behandlung & Therapie

Eine Behandlung von Tularämie geschieht mit einem Antibiotikum, hierbei kann es sich um Doxyclin, Ciprofloxacin oder Gentamycin handeln, wobei die größten Erfolge mit Streptomycin zu verzeichnen sind. Von Sulfonamiden und Penicillin sollte abgesehen werden, da hier eine Resistenz seitens des Erregers besteht. Das Antibiotikum der Wahl sollte 10 – 17 Tage eingenommen um einen Rückfall und ein gänzliches Auskurieren der Tularämie zu gewährleisten.

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Vorbeugung

Gegen Tularämie besteht bereits ein Impfstoff, jedoch ist dieser auf dem deutschen Markt nicht verfügbar. Ein Vorbeugen gegen Tularämie ist aber auch durch Einhalten einfacher Verhaltensregeln möglich.

So sollte beim Kontakt mit Wildtieren stets auf das Tragen von Einmalhandschuhen geachtet werden und der Umgang mit verdächtigen Tieren gänzlich gemieden werden.

Zudem sollte bei der Verarbeitung von Wildtieren, wozu unter anderem das Häuten und Ausnehmen zählen, staubdichte Atemmasken getragen werden. Besondere Risikogruppen stellen hier Tierärzte, Waldarbeiter und Jäger dar.

Bücher über Tularämie

Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Groß, U.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Thieme, Stuttgart 2009
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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