Tsutsugamushi-Fieber

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. November 2017
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Das Tsutsugamushi-Fieber ist eine Infektionskrankheit, die auch als Japanisches Fleckfieber bekannt ist. Die durch Bakterien verursachte Krankheit ist vor allem im asiatischen Raum, Ozeanien und Teilen Australiens verbreitet. Das Tsutsugamushi-Fieber bzw. dessen Erreger wird durch Tiere wie z. B. Zecken, Milben und Flöhe übertragen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Tsutsugamushi-Fieber?

Das Tsutsugamushi-Fieber wird umgangssprachlich auch als Buschfieber oder Milbenfleckfieber bezeichnet, da sog. Arthropoden (Milben, Läuse, Flöhe, usw.) die Überträger der Krankheit sind. Das Tsutsugamushi-Fieber ist eine Infektionskrankheit und gehört zur Gruppe der Rickettsiosen. Als Rickettsiosen werden Erkrankungen bezeichnet, die durch Bakterien der Gattung Rickettsia hervorgerufen werden.

Die ersten Symptome treten nach ca. 7 bis 30 Tagen auf. Die Bissstelle ist meist rot verfärbt und fühlt sich heiß an. Zu Beginn zeigen sich grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Erst im weiteren Verlauf bildet sich ein Hautausschlag, der sich über den gesamten Körper verbreitet. Ohne eine angemessene Behandlung breitet sich die Infektion im gesamten Körper aus, so dass das Tsutsugamushi-Fieber u. U. tödlich verlaufen kann.

Studien zeigen, dass man nach einer durchgemachten Erkrankung am Tsutsugamushi-Fieber über eine Immunität für ca. 1 bis 2 Jahre verfügt, so dass selbst bei einer erneuten Infektion mit dem Erreger die Krankheit nicht ausbricht.

Ursachen

Die Ursache des Tsutsugamushi-Fiebers sind Bakterien der Gattung Rickettsia tsutsugamushi, auch als Rickettsia orientalis bekannt. Die bevorzugten Wirte der Bakterien sind u. a. Milben, Zecken, Läuse und Flöhe. Man unterscheidet aktuell vier Rickettsien-Gattungen, wobei jede Gattung mehrere Untergruppen aufweist.

Die Bakterien werden durch einen Biss übertragen. Die Arthropoden (Zecken, usw.) sondern vor und während des Bisses Speichel ab, um die Bissstelle zu betäuben. Dabei werden die Bakterien in die Wunde übertragen und können so den Menschen (als auch Tiere) mit dem Tsutsugamushi-Fieber infizieren.

Die Inkubationszeit beträgt beim Tsutsugamushi-Fieber zwischen 7 und 30 Tagen. Unter Inkubationszeit versteht man die Zeit, die zwischen Infektion und dem Ausbruch der Krankheit vergeht.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Diagnostiziert wird das Tsutsugamushi-Fieber vom Allgemeinmediziner. Mithilfe einer ausführlichen Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) wird eruiert, ob sich der Betroffene in Risikogebieten aufgehalten hat, ob Insektenbisse vorliegen und welche Symptome sich eingestellt haben.

Anhand von Blutuntersuchungen wird festgestellt, ob eine Infektion vorliegt. Des Weiteren kann bei Bedarf auch ein Tropenmediziner hinzugezogen werden, wenn die Diagnose nicht eindeutig zuzuordnen ist.

Bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung heilt das Tsutsugamushi-Fieber in der Regel folgenlos aus. Erfolgt keine Behandlung, so breitet sich im weiteren Verlauf die Infektion immer weiter aus. Als Folge können Lungenentzündung und Herzmuskelentzündung auftreten, die unbehandelt zum Tod führen. Zusätzlich kommt es im Verlauf oftmals zu Gehirnentzündungen, die unbehandelt oder zu spät behandelt zu physischen und psychischen Behinderungen führen können.

Nach einer einmal durchgemachten Infektion mit dem Tsutsugamushi-Fieber, hat der Erkrankte i. d. R. eine Immunität von ca. 1 bis 2 Jahren. Das bedeutet, dass selbst bei einer wiederholten Infektion mit den Reckettsien die Krankheit nicht ausbricht. Mithilfe einer sog. Titerbestimmung (Blutanalyse) kann bestimmt werden, ob Antikörper vom Immunsystem gebildet wurden und ob diese noch in ausreichender Menge vorhanden sind.

Komplikationen

Das Tsutsugamushi-Fieber ist mit verschiedenen Beschwerden und Komplikationen verbunden. In der Regel leiden die Betroffenen dabei an sehr hohem Fieber. Es kommt weiterhin auch zu einer starken Müdigkeit und Abgeschlagenheit des Patienten, sodass die meisten Betroffenen nicht mehr ohne Weiteres am Alltag teilnehmen können. Auf der Haut kommt es zur Ausbildung von Papeln oder von Geschwüren.

Ebenso leiden die Patienten häufig an einem Ausschlag auf der Haut. Dadurch kommt es auch zu Minderwertigkeitskomplexen oder zu einem deutlich verringerten Selbstwertgefühl, da die Ästhetik durch die Beschwerden des Tsutsugamushi-Fiebers verringert wird. Weiterhin kann die Erkrankung zu Gliederschmerzen oder zu starken Kopfschmerzen führen. Die Lymphknoten der Patienten sind stark geschwollen und es treten Bewusstseinsstörungen und eine Versiertheit auf.

Sollte das Tsutsugamushi-Fieber nicht behandelt werden, kann es auch zu einer Entzündung in der Lunge oder am Herzmuskel führen. Im schlimmsten Falle verstirbt der Betroffene dann an den Beschwerden des Fiebers. Die Behandlung erfolgt relativ einfach mit Hilfe von Antibiotika. Dabei treten keine besonderen Komplikationen auf. Bei einer frühzeitigen Diagnose wird in der Regel auch ein positiver Krankheitsverlauf erreicht. Die Lebenserwartung des Patienten bleibt bei einer erfolgreichen Behandlung dieser Erkrankung unverändert.

Behandlung & Therapie

Das Tsutsugamushi-Fieber wird in der Regel mit Antibiotika behandelt. Bevorzugt werden hier Tetrazykline und Choramphenicol eingesetzt. Die Behandlung sollte stationär im Krankenhaus erfolgen, da das Tsutsugamushi-Fieber mitunter nur schwer therapierbar ist. Wie bei allen Infektionskrankheiten gilt auch hier, je früher das Tsutsugamushi-Fieber diagnostiziert und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Die weitere Behandlung beim Tsutsugamushi-Fieber umfasst die Behandlung der Begleitsymptome. Da der Hautausschlag mitunter stark jucken kann, können milde, kortisonhaltige Cremes oder Gels verwendet werden. Gegen das Fieber können fiebersenkende Arzneimittel und gegen die Schmerzen Analgetika verordnet werden. Da sich die Infektion schnell ausbreiten und im Körper weitere Entzündungen hervorrufen kann, werden zudem entzündungshemmende Medikamente verabreicht.

Bei der Behandlung mit Antibiotika gilt, dass es in ausreichender Dosis über einen adäquat langen Zeitraum eingenommen wird. Bei zu kurzer Behandlungsdauer besteht die Gefahr, dass Bakterien überleben und eine Resistenz gegen das Antibiotikum bilden.

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Vorbeugung

Primäre vorbeugende Maßnahmen gegen das Tsutsugamushi-Fieber ist die Vermeidung von Milben-, Zecken- und Flohbissen. Bevor man in ein Risikogebiet reist, sollte man sich ausführlich informieren, ob dort das Tsutsugamushi-Fieber verbreitet ist.

Es empfiehlt sich stets langärmelige Kleidung und eine Kopfbedeckung zu tragen. Nach einem Aufenthalt im Freien sollte der gesamte Körper nach den Arthropoden als auch nach Bisswunden abgesucht werden. Insbesondere die behaarten Körperstellen (Kopf, Achseln und Genitalbereich) müssen besonders gut abgesucht werden.

Insektenschutzmittel bieten keinen adäquaten Schutz. Aktuell gibt es keinen Impfstoff, der eine Infektion mit dem Tsutsugamushi-Fieber verhindern könnte. Findet man Läuse, Flöhe, usw. am Körper oder an der Kleidung oder hat eine Bisswunde, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, auch wenn sich noch keine Symptome zeigen. Denn nur bei frühzeitiger Behandlung ist das Tsutsugamushi-Fieber erfolgreich und folgenlos therapierbar.

Bücher über Reise- & Tropenkrankheiten

Quellen

  • Diesfeld, H.J., Krause, G., Teichmann, D.: Praktische Tropen- und Reisemedizin. Thieme, Stuttgart 2003
  • Groß, U.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Thieme, Stuttgart 2009
  • Kretschmer, H., Kusch, G., Scherbaum, H. (Hrsg.): Reisemedizin. Beratung in der ärztlichen Praxis. Urban & Fischer, München 2005

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