Truman-Syndrom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. Juli 2017
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Beim Truman-Syndrom handelt es sich um eine psychische Störung mit einer Wahnvorstellung, bei welcher die Patienten glauben, im Rahmen einer großen Realityshow von Geburt an beobachtet und überwacht zu werden. Der Begriff Truman-Syndrom bezieht sich auf den Film "Die Truman-Show" von 1998 mit dem Schauspieler Jim Carrey. Allerdings ist das Truman-Syndrom keine neue Erkrankung, sondern nur ein neues Erscheinungsbild einer Wahnvorstellung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Truman-Syndrom?

Das Truman-Syndrom stellt eine Form der Wahnvorstellung dar, nach welcher der Betroffene sich als Teil einer Realityshow sieht. Der Patient ist von dem wahnhaften Gedanken erfasst, von Geburt an im Mittelpunkt einer großen Show zu stehen und von aller Welt ständig beobachtet zu werden.

Tatsächlich wurde im Jahre 1998 in den USA der Film "Die Truman-Show" gezeigt, in welchen der von Jim Carrey gespielte Truman Burbank von Geburt an im Rahmen einer Realityshow ständig überwacht und aller Welt seine Entwicklung offenbart wurde. Mit dieser Filmkomödie sollte gesellschaftskritisch auf den Einfluss der Medien auf den Einzelnen hingewiesen werden. Leider eignet sich der Filminhalt höchstwahrscheinlich auch dazu, in das System von Wahnvorstellungen psychisch labiler Personen eingebaut zu werden.

Das Truman-Syndrom wurde erstmalig im Jahre 2006 von dem amerikanischen Psychiater Dr. Joel Gold auf einer Psychiater-Konferenz vorgestellt. Momentan sind weltweit rund 50 Fälle bekannt. In Deutschland wurde bisher noch kein Fall des Truman-Syndroms beschrieben. Das Syndrom ist allerdings nicht als eigenständige Erkrankung anerkannt. Es handelt sich lediglich um eine neue Form einer Wahnvorstellung.

Ursachen

Über die Ursache des Truman-Syndroms wurde bisher viel diskutiert. Dabei wird immer wieder die Frage aufgeworfen, welchen Einfluss die Medien auf die psychische Gesundheit haben können. Allerdings gab es schon immer psychisch bedingte Erkrankungen, die mit der Entwicklung eines Systems von Wahnvorstellungen assoziiert waren. Die Wahninhalte sind häufig abhängig vom jeweiligen gesellschaftlichen und sozialen Umfeld der betroffenen Personen.

Voraussetzung ist jedoch, dass die Betroffenen bereits für die Ausbildung von Wahnvorstellungen psychisch prädispositioniert sind. So treten unter anderem im Rahmen einer Schizophrenie häufig Wahnvorstellungen auf. Aber auch andere psychische Erkrankungen wie Depressionen, Manie oder bipolare Störungen können oft mit Wahnvorstellungen verbunden sein.

Das Gleiche gilt für alle Formen der Demenz. In sehr seltenen Fällen kann der Wahn auch isoliert vorkommen. Es gibt sehr viele verschiedene Formen von Wahnvorstellungen. Dazu zählen unter anderem der Verfolgungs- oder Beeinträchtigungswahn, der Größenwahn, der Eifersuchtswahn, religiöser Wahn, Schuldwahn, Krankheitswahn sowie viele weitere Wahnvorstellungen.

Das Truman-Syndrom würde sehr gut in die Kategorie Beeinträchtigungs- oder Verfolgungswahn passen. Beim Verfolgungswahn ist der betroffene Patient davon überzeugt, von anderen Menschen, Außerirdischen oder Regierungsorganisationen überwacht und beobachtet zu werden. Verfolgungswahn wird sehr häufig im Zusammenhang mit einer Schizophrenie beobachtet. Andere Ursachen sind allerdings auch nicht ausgeschlossen. Möglicherweise besteht in einigen Fällen des Truman-Syndroms auch nur ein isolierter Wahngedanke ohne weitere psychische Beeinträchtigungen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Das Truman-Syndrom ist durch die unveränderliche Überzeugung des Patienten gekennzeichnet, dass er die Hauptperson in einer seit seiner Geburt laufenden Realityshow darstellt. Dabei wird die betroffene Person angeblich rund um die Uhr beobachtet und ihr Leben ständig öffentlich vorgeführt. Alle Personen im Umkreis sind nach Ansicht des Patienten nur Filmdarsteller, darunter auch seine nächsten Angehörigen.

Der Patient lässt sich trotz logischer Argumente nicht vom Gegenteil überzeugen. Viele Betroffene fühlen sich beeinträchtigt und möchten, dass die Show sofort beendet wird. Einige wenige genießen jedoch auch den angeblichen Prominentenstatus. Es gibt kaum Beschreibungen darüber, in welchem Zusammenhang das Truman-Syndrom bei den einzelnen Personen zu eventuell anderen psychischen Störungen steht.

Vermutlich kommt es jedoch im Rahmen einer Schizophrenie oder anderen psychischen Störung vor. Dann ist es nur ein Symptom neben einer Reihe weiterer psychischer Auffälligkeiten. Vielleicht gibt es jedoch auch Fälle, bei denen das Truman-Syndrom als isolierte Störung auftritt.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Das Truman-Syndrom ist leicht zu diagnostizieren. Die Wahnvorstellung als solche kann gut beschrieben werden. Die Herausforderung besteht jedoch darin, die zugrunde liegende psychische Störung aufzudecken. Dabei spielt die Anamnese der Krankengeschichte ebenso eine Rolle wie der Vergleich der begleitenden Symptome. Eine wirksame Therapie kann nur bei der grundlegenden Kenntnis der Ursachen dieser Wahnvorstellung erfolgen.

Behandlung & Therapie

Die Therapie des Truman-Syndroms hängt von der zugrunde liegenden psychischen Erkrankung ab. Manchmal ist es überhaupt nicht möglich, diese Wahnvorstellung zu behandeln. Zum großen Teil kommt es auch auf die Krankheitseinsicht und den Willen des Patienten an. Das ist vielfach nicht gegeben. Wenn eine diagnostizierte Schizophrenie, Depression, Manie oder bipolare Störung vorliegt, kann die Erkrankung medikamentös durch [[Psychopharmaka] behandelt werden.

Bei der Schizophrenie kommen hauptsächlich Neuroleptika zur Anwendung, die auf den Neurotransmitterstoffwechsel einwirken. Des Weiteren werden auch Antipsychotika eingesetzt. Im Rahmen dieser Behandlung können auch die Wahnvorstellungen verschwinden. Wenn sich das Truman-Syndrom als isolierte Wahnvorstellung erweist, ist eine Behandlung jedoch sehr schwierig.

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Vorbeugung

Zur speziellen Vorbeugung vor einem Truman-Syndrom gibt es keine Empfehlung. Dazu ist das Krankheitsbild viel zu selten. Allerdings sind psychisch labile Personen sehr stark beeinflussbar und aufnahmebereit für äußere Informationen, die sie dann in ein mögliches Wahnsystem aufnehmen können. Dabei spielen die aktuellen Themen eine wichtige Rolle. Wichtig ist in diesen Fällen die Behandlung der jeweils zugrunde liegenden psychischen Erkrankung, um den Aufbau eines Wahnsystems zu verhindern.

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Quellen

  • Arolt, V., Reimer, C., Dilling, H.: Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie. Springer, Heidelberg 2007
  • Lieb, K., Frauenknecht, S., Brunnhuber, S.: Intensivkurs Psychiatrie und Psychotherapie. Urban & Fischer, München 2015
  • Möller, H.-J., Laux, G., Deister, A.: Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2015

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