Trophoblast

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 12. November 2016Geprüfte Qualität
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Bei einem Trophoblast handelt es sich um eine Zellschicht. Sie bildet die äußere Begrenzung der Blastozyste und ist verantwortlich für die Ernährung des Embryos.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Trophoblast?

Der Trophoblast ist eine Zellschicht und stellt die äußere Begrenzung der Keimblase beim Menschen dar. Zusammen mit der Plazenta ist sie im Verlauf einer Schwangerschaft für die Versorgung des Embryos notwendig. Während der Schwangerschaft sind Mutter und Kind auf bestimmte Stoffe (z. B. Folsäure) angewiesen. In der Schwangerschaft ist dieser Bedarf erhöht. Im Anfangsstadium der Schwangerschaft sorgt auch der Trophoblast für die Ernährung des Embryos mit diesen wichtigen Stoffen.

Anatomie & Aufbau

Am 5. bis 12. Tag nach der Befruchtung bildet sich der Trophoblast aus den Blastomeren. Dessen Zellen wachsen in die Schleimhaut der Gebärmutter ein, wo sie sich dann festsetzen. Er vermittelt so die Implantation des Embryos. und differenziert sich im weiteren Verlauf in den Zytotrophoblasten (innere Zellschicht) und den Synzytriotrophoblasten (äußere Zellschicht). Im Laufe der Schwangerschaft entwickeln sich aus diesen Schichten Teile der Fruchthülle sowie der embryonale Teil der Plazenta (Mutterkuchen).

Es erfolgt grundsätzlich keine dauerhafte Integration der Zellen des Trophoblasten in den mütterlichen oder fetalen Organismus. Durch sie erfolgt lediglich die Übermittlung zwischen den beiden biologischen Systemen. Zwar handelt es sich um so genannte semiallogene Zellen, das mütterliche Immunsystem erkennt sie jedoch nicht. In der Medizin konnte bislang nicht abschließend geklärt werden, wie es zur immunologischen Toleranz dieser biologischen Mechanismen kommt. Denkbar sind Fakotren wie die Ausbildung von speziellen Antigenen der MHC-Klasse 1 und die fehlende Ausbildung von Antigenen der MHC-Klasse 2.

Funktion & Aufgaben

Beim Trophoblasten handelt es sich um die äußere Wand der Keimblase beim Menschen. In der medizinischen Fachsprache spricht man von einer Blastozyste. Die Produktion des Trophoblasten ist durch den Zyklus der Frau geregelt. Er besteht aus einer Lage von flachen und vieleckigen Zellen. Diese werden auch als Zytotrophoblastzellen bezeichnet und entsprechen einem frühen Chorionepithel.

Dabei handelt es sich um die äußere Schicht der Fruchthüllen, die den Embryo umgeben. Der Begriff Chorionepithel lässt sich aus der griechischen Bezeichnung für Zottenhaut ableiten. Aufgabe des Trophoblasten ist es, bei der Einnistung des Eies einen Kontakt zur Schleimhaut der Gebärmutter herzustellen. Im Anschluss an diesen Vorgang kommt es zur Umwandlung des Trophoblasten in einen Spongiotrophoblasten. Er gilt als so genanntes Ernährungsorgan des Keimes und lässt sich rein äußerlich mit einem Schwamm vergleichen.

Mit Hilfe von Enzymen wird die Schleimhaut der Gebärmutter durch den Trophoblasten aufgeweicht, wodurch dieser sich in ihr festsetzen kann. Der Trophoblast dient somit der Unterstützung der Entwicklung des Embryos im Mutterleib. Die Trophoblast-Zellen entwickeln sich aus einer einzigen Eizelle.

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Krankheiten

Im Normalfall entstehen während einer Schwangerschaft aus dem Trophoblasten der Mutterkuchen (Plazenta) sowie die Eihäute. Allerdings kann es auch zu Komplikationen kommen. Dabei entwickeln sich bei Frauen im gebärfähigen Alter während oder auch nach einer Schwangerschaft gutartige oder bösartige Tumore fälschlicherweise aus bestimmten Anteilen des Gewebes der befruchteten Eizelle.

Bei einem gutartigen Trophoblast-Tumor handelt es sich um eine partielle oder komplette Blasenmole. Dies ist eine Störung der Entwicklung des Kindes im Frühstadium der Schwangerschaft. Sie entsteht, wenn die Befruchtung einer Eizelle von der Norm abweicht. Die Zellen des Trophoblasten vermehren sich unkontrolliert, obwohl sie eigentlich Eihäute und Plazenta ausbilden sollten. Dabei entstehen traubengroße und traubenförmig angeordnete Bläschen, welche eine helle Flüssigkeit enthalten. Der Embryoblast, also das spätere Kind, verkümmert dabei, so dass keine normale Schwangerschaft besteht.

Sowohl die partielle als auch die komplette Blasenmole befinden sich ausschließlich in der Gebärmutter, ohne in anderes Gewebe einzudringen. Bei etwa einer von 2.000 bis 3.000 Schwangerschaften kommt es Statistiken zufolge zu einer Blasenmole.

Von einer partiellen Blasenmole wird in der Medizin gesprochen, wenn die Befruchtung der Eizelle von zwei Samenzellen anstatt von nur einer Samenzelle erfolgt. Es kommt zur Bildung von Fruchtwasser und der Entstehung eines Kindes, bei dem manchmal sogar ein Herzschlag festgestellt werden kann. Die Zellen des Trophoblasten teilen sich jedoch so oft und wie sie wollen und nicht nur so oft, wie für die Entwicklung von Plazenta und Eihäuten notwendig. Meist kommt es zwischen dem 4. und 6. Monat der Schwangerschaft zu einer Fehlgeburt.

Spricht man in der Medizin von einer kompletten Blasenmole, wird das Ei zwar befruchtet, es fehlt jedoch die Erbinformation der Mutter. Es kommt somit zu keiner Entwicklung eines Kindes. Auch hier teilen sich die Zellen des Trophoblasten so oft und wie sie wollen und nicht nur so oft, wie notwendig. Bereits in den ersten Wochen der Schwangerschaft ist hier eine Fehlgeburt üblich.

Als bösartiger Trophoblast-Tumor ist das so genannte Chorionkarzinom zu nennen. Unter Umständen kann es auch zu einer invasiven Blasenmole kommen. Grundsätzlich bleiben nach einer Schwangerschaft, einer Fehlgeburt oder einer Eileiterschwangerschat Reste des Trophoblasten in der Gebärmutter zurück. Aus bisher ungeklärten Gründen kann es dazu kommen, dass sich diese unkontrolliert teilen und in der Schleimhaut der Gebärmutter einnisten. Über Blut und Lymphflüssigkeit kann es zur Ausbreitung im Ganzen Körper und damit zur Ausbildung von Metastasen kommen. In den meisten Fällen erfolgt die Bildung von bösartigen Trophoblast-Tumoren aus einer kompletten Blasenmole. Die Folge sind entweder eine invasive Blasenmole (destruierende Blasenmole) oder ein Chorionkarzinom (Chorionepitheliom).

Eine invasive Blasenmole kann sich aus 10 bis 15 von 100 kompletten Blasenmolen entwickeln, bei einer von 15.000 Schwangerschaften kann sie ebenfalls auftreten. Wird sie nicht behandelt, kann daraus ein Chorionkarzinom entstehen. In der Regel tritt es vor allem nach Blasenmolen auf, selten aber auch nach normalen Schwangerschaften, Eileiterschwangerschaften oder Fehlgeburten.

Statistiken zufolge kommt es bei 2 bis 3 von 100 Blasenmolen und bei einer von 40.000 Schwangerschaften zu einem Chorionkarzinom. Die ersten Anzeichen dieses sehr aggressiven und schnell wachsenden Tumors zeigen sich entweder direkt nach der Geburt oder sehr häufig auch erst viele Jahre später. Metastasen bilden sich häufig in Lunge, Gehirn, Leber oder auch in den Knochen.

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