Tropenmedizin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Im Lebensraum Tropen leben ungefähr 40% der Weltbevölkerung. Die Tropenmedizin beschäftigt sich mit tropischen Infektionskrankheiten und sonstigen Gesundheitsproblemen in den Tropen. Sie dient so den Bewohnern tropischer Lebensräume und Reisenden, die durch diese Gebiete ziehen. Malaria ist wohl die bekannteste Tropenkrankheit. Die Chagas-Krankheit und das Dengue-Fieber sind weitere Tropenkrankheiten. Die AIDS verursachenden HI-Viren kamen ursprünglich auch aus den Tropen und treten heute weltweit auf. Große Angst verursacht der Ebola-Virus.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Tropenmedizin?

Die Tropenmedizin ist in den Tropen selbst und auch außerhalb der Tropen wichtig, da Fernreisende infektiöse und nicht infektiöse Krankheiten oft erst nach Verlassen der Tropen spüren. Der Teil der Tropenmedizin, der sich mit Infektionskrankheiten beschäftigt, hängt sehr stark mit den Fachgebieten Epidemiologie, Mikrobiologie, Virologie, Bakteriologie und Parasitologie zusammen.

Teile der Reise- und Flugmedizin gehören auch zur Tropenmedizin. Die Hygienemedizin probiert, die allgemeinen Hygienebedingungen in den Tropen zu verbessern. Die Veterinärmedizin hilft, die hygienische Haltung von Nutztieren in den Tropen zu verbessern. Die medizinische Entomologie und die Zoologie sind wichtige Hilfsdisziplinen der Tropenmedizin: Viele Tier- und insbesondere Insektenarten sind Wirte und oft Überträger tropischer Krankheitserreger.

Behandlungen & Therapien

Malaria ist die am häufigsten auftretende Tropenkrankheit. Weltweit leben 2 Milliarden Menschen in Gebieten, die malariagefährdet sind. Die Behandlung der Malariapatienten erfolgt mit Malariamedikamenten, die in leichten Fällen die einzelligen Krankheitserreger der Gattung Plasmodium töten und zur Heilung führen. In schweren Fällen sind aber die Nebenwirkungen der Medikamente groß. Da die Parasiten resistent sind, führen die Medikamente dann dennoch nicht zum Erfolg. Deshalb ist die Prophylaxe wichtig.

Durch Expositionsprophylaxe vermeiden Menschen Mückenstiche der krankheitsübertragenden Anopheles-Stechmücken. Moskitonetze, langärmlige Kleidung und Insekten-Repellents sind da hilfreich. Behörden bekämpfen die Stechmücken großflächig mit Pestiziden und durch Trockenlegung unnötiger Wasseransammlungen. Wer vorübergehend durch Malariagebiete reist, nimmt Malariamedikamente für kurze Zeit vorbeugend ein.

Die Tropenmedizin beschäftigt sich mit tropischen Infektionskrankheiten und sonstigen Gesundheitsproblemen in den Tropen.

Stechmücken spielen auch beim durch Flaviviren übertragenen Dengue-Fieber eine Rolle. In Brasilien erziehen Behörden die Bevölkerung dazu, nicht unnötig Wasser offen in Blumenvasen oder Regentonnen herumstehen zu lassen. Kleine Wasseransammlungen dienen als Lebensraum für die Larven der Stechmücke Aedes aegyoti. Diese Mücken übertragen die nur schwer diagnostizierbare Viruserkrankung.

Die Wissenschaft steht noch vor einem großen Rätsel, was den Ursprung und die Ausbreitung des AIDS verursachenden HI-Virus anbetrifft. Natürlich gibt es heute AIDS in allen Klimazonen und unter allen Menschengruppen. Ursprünglich kam der Virus aber aus dem tropischen Afrika und wurde irgendwie von Affen auf Menschen übertragen. Heutzutage ist in einigen Ländern Afrikas der Prozentsatz der HIV-infizierten Bevölkerung besonders hoch. Im Entwicklungsdienst steht medizinisches Personal, das Kontakt mit Blutproben hat, in der besonderen Verantwortung, durch sorgfältige, sterile und hygienische Arbeitsweise eine Selbstinfektion und eine Infektion von Patienten zu vermeiden.

Viel Schlagzeilen macht das Ebola-Virus: 2014 kam es in Westafrika zu einer Ebola-Epidemie. Die ursprünglich vielleicht von Fledermäusen auf Menschen übertragene Krankheit ist von Mensch zu Mensch durch Körperkontakt und Kontakt mit Blut und Körperflüssigkeiten übertragbar. Eigentlich gibt es für das hämorrhagische Ebolafieber keine erfolgreiche Behandlungsmethode. Die Therapie der oft tödlich verlaufenden Erkrankung zielt nur auf eine Linderung der Symptome ab.

In Südamerika ruft der Einzeller Trypanosoma cruzi die Chagas-Krankheit hervor. Die Krankheit verläuft über Jahre hinweg chronisch und schwächt Herz und Kreislauf. Kleine Säugetiere, zum Beispiel Hunde und Gürteltiere, bilden ein Reservoir für die Trypanosoma-Parasiten. Raubwanzen, also Insekten, übertragen die Krankheit. Ganz einfache Hygienemaßnahmen konnten die Häufigkeit dieser Krankheit unter der ländlichen Bevölkerung drastisch reduzieren: Glatte, ritzenfreie Wände und Dächer bieten den Raubwanzen weniger Unterschlupfmöglichkeiten und das konsequente Aussperren von Hunden aus den Wohnbereichen der Bauern reduziert die Krankheitsübertragungen aus dem Erreger-Reservoir auf den Menschen.

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Diagnose & Untersuchungsmethoden

Die durch einzellige Parasiten der Gattung Plasmodium hervorgerufene Malaria-Erkrankung erscheint im Blutbild. Mit speziellen Färbemethoden gefärbte Blutzellen lassen die Malaria-Erreger sichtbar erscheinen. Meistens sind die roten Blutkörperchen befallen. Es ist wichtig, die Malaria-Art zu bestimmen. Alle Malaria-Erreger gehören zur Gattung Plasmodium. Aber in dieser Gattung gibt es unterschiedliche Arten, die unterschiedlich schwere Malaria-Erkrankungen hervorrufen.

Das Denguefieber ist im Blutbild nicht so leicht nachweisbar. Da die Krankheit durch Viren hervorgerufen wird, ist eine sichere Diagnose nur der molekularbiologische Nachweis des Erbguts der Flaviviren. Das geschieht über die DNA verfielfältigende Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Mit dem ELISA-Schnelltest lässt sich eine Infektion durch HIV-Viren heutzutage günstig und schnell feststellen. Der Schnelltest liefert aber auch falsche positive Resultate, die eine HIV-Infektion fälschlicherweise suggerieren. Bei Vorliegen eines positiven Schnelltest-Befunds ist daher ein teurerer Nachweistest notwendig.

Der Ebola-Virus ist nur durch eine aufwendige, molekularbiologie Analyse, die auf der Polymerase-Kettenreaktion basiert, nachweisbar. Die Chagas-Krankheit ist in der Anfangsphase im Blutbild diagnostizierbar. Wenn sich ein chronischer Krankheitsverlauf eingestellt hat, lassen sich Antikörper nachweisen. Bei der Xenodiagnose nehmen parasitenfreie Raubwanzen eine Blutmahlzeit auf dem Patienten ein. Danach lassen sich die einzelligen Parasiten in den Raubwanzen nachweisen.

Neben den genannten Tropenkrankheiten gibt es viele weitere Tropenkrankheiten. Das Problem bei der Diagnose ist, dass die Ärzte vielleicht nicht wissen, dass die Patienten Tropenrückkehrer sind. Bei der heutigen Mobilität ist es jedoch immer wichtig, eine Tropenkrankheit als Diagnosemöglichkeit zu berücksichtigen und die Patienten auf ihre Reisen hin zu befragen.

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