Tropenkrankheiten

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2017
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Tropenkrankheiten sind heute nicht mehr auf ihre Ursprungsländer beschränkt. Mancher Urlauber bringt nichtsahnend ein unangenehmes Souvenir mit und in Flugzeugen und Frachtcontainern wurde schon öfter ein exotischer Überträger von Tropenkrankheiten als blinder Passagier eingeschleppt.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Tropenkrankheiten?

Als Tropenkrankheiten bezeichnet man Infektionen, die vorwiegend in tropischen und subtropischen Gebieten vorkommen, weil die Krankheitsüberträger ein wärmeres Klima zum Überleben brauchen.

Typisch für Tropenkrankheiten sind rasche Ausbreitung und oft epidemieartiges Auftreten. Zu den bekanntesten Tropenkrankheiten zählen heute neben Malaria, Gelb-, Sumpf-, Dengue- und Krim-Kongo-Fieber auch Schlafkrankheit, Bilharziose, Lepra und Chagas-Krankheit.

Diese Infektionskrankheiten sind in vielen feuchtwarmen Regionen verbreitet, während andere wie Ebola, Lassa-Fieber und Marburg-Virus gehäuft in Afrika auftreten.

Die Inkubationszeit der einzelnen Tropenkrankheiten ist unterschiedlich lang. Selten treten die Symptome schlagartig auf, meist entwickeln sie sich schleichend über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten. Sie können in Schüben auftretende Fieberanfälle, schwere Magen-Darm-Erkrankungen oder innere Blutungen auslösen.

Tropenkrankheiten sind oft hochansteckend und nur symptomatisch behandelbar. Manchmal hinterlassen sie bleibende gesundheitliche Schäden, unbehandelt verlaufen Tropenkrankheiten oftmals tödlich.

Ursachen

Eine Ursache für zahlreiche Tropenkrankheiten sind neben Mücken und Stechfliegen auch Zecken und andere blutsaugende Insekten, deren Stiche die Erreger von Malaria, Schlafkrankheit und ähnlichen Infektionen übertragen können.

Andere Tropenkrankheiten werden durch mangelnde Hygiene und fehlende Infrastruktur begünstigt. So bietet die Einleitung ungeklärter Abwässer in Seen vielen Saug- und Fadenwürmern und anderen Parasiten einen idealen Nährboden. Kommt es beim Baden oder Wäsche waschen in derartig belastetem Süßwasser zum Kontakt mit den Wurmlarven, kann eine Ansteckung mit Bilharziose die Folge sein.

Verunreinigtes Trinkwasser ist eine der Hauptursachen für Tropenkrankheiten wie Typhus, Cholera und Amöbenruhr, hervorgerufen durch Bakterien und Einzeller. Armut, Mangelernährung und schlechte Gesundheitsvorsorge schwächen die Abwehrkraft und erhöhen die Anfälligkeit der Bevölkerung für Tropenkrankheiten, die durch Tröpfcheninfektion und Körperflüssigkeiten verbreitet wird.

Typische & häufige Krankheiten

Infogramm zum Übertragungs-Zyklus von Malaria durch die Anopheles-Mücke. Klicken, um zu vergrößern.

Diagnose & Verlauf

Tropenkrankheiten wie Malaria, bei denen es zu einer Virusinfektion durch Insekten kommt, führen zunächst zu grippeartigen Symptomen. Es kommt zu Fieberschüben, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen. Kurzzeitige Besserungen wechseln mit erneuten Krankheitsschüben. Die Diagnose erfolgt mit Hilfe einer Blutuntersuchung.

Bei Tropenkrankheiten durch Parasiten oder Würmer dringt die Larve durch die Haut ein und verbreitet sich über das Blut- und Lymphsystem. Diffuse Grippesymptome mit Fieberanfällen, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen können die Folge sein, abhängig vom Ort der Einnistung des Parasiten. Zeitweise treten noch weitere Symptome wie starker Juckreiz mit Hautausschlägen und tastbare Schwellungen an Milz und Leber auf.

Zur Diagnosestellung dient der Nachweis von Wurmeiern im Stuhl. Kennzeichnend für hämorrhaghische Tropenkrankheiten wie Ebola- und Lassafieber sind kurze, heftige Krankheitsverläufe mit starken Grippesymptomen, Husten, Durchfall, multiplen Organschäden sowie innerlichen und äußerlichen Blutungen.

Komplikationen

Die Beschwerden und Symptome bei Tropenkrankheiten können sehr verschieden sein und hängen in der Regel von der genauen Erkrankung ab. Aus diesem Grund ist auch keine allgemeine Voraussage über die Komplikationen möglich. Im schlimmsten Falle können Tropenkrankheiten allerdings zum Tode des Patienten führen oder bleibende Schäden hinterlassen. Die Betroffenen leiden dabei meistens an einer starken Grippe und Schüttelfrost oder an Gliederschmerzen.

Auch starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen treten dabei auf und verringern die Lebensqualität des Patienten deutlich. Weiterhin kommt es zu Schwellungen an Leber und Milz, wobei die Organe geschädigt werden. Sollte es nicht zu einer Behandlung kommen, so tritt ein starker Juckreiz auf der Haut und eine Gelbsucht auf. Im weiteren Verlauf kommt es dann zum Tode des Patienten, falls die Organe vollständig geschädigt werden.

Die Behandlung von Tropenkrankheiten erfolgt in der Regel mit Hilfe von Medikamenten. Komplikationen treten nur dann auf, wenn die Behandlung selbst nicht frühzeitig ausgelöst wird. Antibiotika und andere Medikamente können dabei die meisten Erreger besiegen, sodass die Krankheiten vollständig eingeschränkt werden. Bei einer vollständigen Heilung wird auch die Lebenserwartung des Patienten in den meisten Fällen nicht verringert.

Behandlung & Therapie

Einige Tropenkrankheiten, wie Malaria, können heute geheilt werden, wenn Diagnose und Behandlung rechtzeitig erfolgen. Gerade bei Malaria gibt es gut wirksame Medikamente.

Gegen andere tropische Infektionskrankheiten, bei denen ein Virus durch Mücken oder Fliegen übertragen wird, gibt es bis heute keine wirkungsvolle Therapie. Bei Dengue-, Hanta- oder Gelbfieber kann nur eine medikamentöse Behandlung einzelner Symptome erfolgen, wobei auf acetylsalicylhaltige Schmerzmittel (z.B. Aspirin) wegen der erhöhten Blutungsneigung verzichtet werden muss.

Bei der Schlafkrankheit muss der Patient stationär behandelt werden, da die Medikamente stark toxisch sind und gravierende Nebenwirkungen auslösen können. Auch gegen parasitäre Tropenkrankheiten wie Bilharziose, Chagas- Krankheit und Filariose (Flussblindheit) sind gängige Antibiotika wirkungslos. Die Behandlung wird stationär durchgeführt, weil zur Therapie dieser Tropenkrankheit nur eine Chemotherapie mit starken Nebenwirkungen in Frage kommt.

Tropenkrankheiten, deren Überträger Zecken oder Läuse sind, können nach eindeutiger Diagnose gut behandelt werden. So sind Q-Fieber, Rückfallfieber und Leishmaniasen mit antibiotischen Kombipräparaten komplett ausheilbar.

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Vorbeugung

Vor manchen Tropenkrankheiten schützen Impfungen. Insektenspray und Moskitonetze halten die stechenden Überträger anderer Tropenkrankheiten fern und wer bei Tisch auf Leitungswasser, Eiswürfel, rohes Fleisch/Meeresfrüchte und ungeschälte Rohkost verzichtet, nicht barfuss läuft und Süßwasser meidet, kann Tropenkrankheiten dadurch wirksam vorbeugen.

Bücher über Reisekrankheiten in den Tropen

Quellen

  • Diesfeld, H.J., Krause, G., Teichmann, D.: Praktische Tropen- und Reisemedizin. Thieme, Stuttgart 2003
  • Kretschmer, H., Kusch, G., Scherbaum, H. (Hrsg.): Reisemedizin. Beratung in der ärztlichen Praxis. Urban & Fischer, München 2005
  • Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen. Thieme Verlag, Stuttgart 2008

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