Trollblume

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. Dezember 2016
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Trollblumen (Trollius europaeus) mit ihren unverwechselbar gelb gefärbten runden Köpfchen gehören zu den Hahnenfußgewächsen (Ranunculae). Als Kulturflüchtling selten geworden, sind sie geschützt und dürfen nicht gesammelt, aber durchaus im eigenen Garten angebaut werden.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Trollblume

Früher weit verbreitet, hat die Trollblume einen festen Platz in der Volkskunde, in geringerem Maße auch in der Volksheilkunde. Der Name stammt vom althochdeutschen Wort „troll“ (= rund, kugelig). Volkstümliche Namen in Europa sind unter anderem Goldköpfchen, Pfingstrolle, Butterrose, Butterkugel, Kugelranunkel, Natternknöpfe, globe flower, Boule d’Or, Crowfoot, Renoncule des Montagnes. In einigen Volkssagen spielt sie ebenfalls eine Rolle.

Die leicht giftige Pflanze wächst horstig und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 60 cm. Ihre kugelförmige Blüte mit den hahnenfußtypischen Nektarblättern lockt vor allem Fliegen, kleine Käfer, Hummeln und Bienen an. Säugetiere wie Rinder rühren sie wegen des bitteren Geschmacks und der enthaltenen Giftstoffe Magnoflorin und Protoanemonin nicht an. Von den 24 bekannten Trollblumen-Arten kommt nur die europäische Trollblume in Europa vor und zwar bevorzugt in kühl gelegenen Feuchtwiesen (Goldhafer-, Kohldistel-, Mädesüß- oder Pfeifengraswiesen), im Gebirge (in bis zu 3000 m Höhe) oder in feuchten Laubwäldern (Auenwälder oder Bruchwälder).

Wegen ihrer Toxizität ist die Trollblume generell mit Vorsicht zu behandeln.

Trollius europaeus tritt in zwei Subspezies auf: Trollius europaeus L. var. Europaeus und der nur in den Karpaten und Südalpen vorkommenden Trollius europaeus L. var. Transsylvanicus. Geographisch siedelt sie sich von den Pyrenäen bis Finnland an, wo sie die Provinzblume Lapplands sind. In einigen Landschaften kommt Trollius europaeus noch in größerer Zahl vor, etwa in norwegischen Birkenwäldern oder in einigen Gegenden Mitteldeutschlands, zum Beispiel im Naturdenkmal Lehninger Trollblumenwiese in der Nähe von Pforzheim.

Abgesehen von den wenigen Stellen, wo sie noch wild auftritt, gehört sie in Deutschland zur Gefährdungsstufe 3 mit einem anhaltenden Trend zum bundesweiten Bestandsrückgang. Mit der Begründung, sie weise auf das Verschwinden ihres auch für andere Pflanzen- und Tierarten wichtigen und schützenswerten Lebensraums, Moor- und Feuchtwiesen, hin, wurde sie 1995 zur Blume des Jahres gewählt. Es gibt eine Reihe von Maßnahmen zum Bestandsschutz und zur Wiederansiedlung.

Beliebt ist sie auch als unkomplizierte Gartenblume. Einige speziell auf kräftige Blüte gezüchtete Hybriden erhielten den „Award of Garden Merit“ der Royal Horticultural Society. Für die erfolgreiche Kultur benötigt die Trollblume Feuchtigkeit, sauerstoffarmen Boden und vorzugsweise Halbschatten. Empfindliche Personen sollten bei der Pflege der Gartenpflanzen die Haut schützen und Kinder sollten über den Umgang mit Giftpflanzen belehrt werden.

Wirkung & Anwendung

Zu den Inhaltsstoffen von Trollius europaeus zählen unter anderem Vitamin C, Magnoflorin, Protoanemonin, Ranunculin, Xanthophyll, Saponine, β-Carotin und Trollixanthin. Magnoflorin und Protoanemonin wirken reizend auf Haut und Schleimhäute. Die Stoffe werden bei Verletzung der Pflanze freigesetzt. Symptome bei Hautkontakt sind unter anderem Rötungen, Blasenbildung und Juckreiz (Hahnenfuß- beziehungsweise Wiesendermatitis).

Wird ein Teil der Pflanze gegessen, können Durchfall, Erbrechen, Krämpfe und Nervenreizungen bis hin zu Lähmungen folgen. Bei hohen Dosen sind lebensgefährliche Reaktionen möglich. Erste Hilfe bei äußerlichen Symptomen wird durch Abduschen oder Abwaschen der betroffenen Stellen geleistet, bei inneren Vergiftungen sollen Flüssigkeitszufuhr oder Erbrechen helfen. Sinnvoller ist es jedoch einen Arzt oder eine Giftzentrale.

Die Giftigkeit des Stoffs ist bei der Trollblume allerdings nur schwach ausgeprägt. Wird die Blume getrocknet, wandelt sich das Protoanemonin in das ungiftige Anemonin um. Ranunculin und Xanthophyll sind ungiftig. Aus ersterem wird Protoanemonin gebildet, letzteres ist für die Gelbfärbung der Blüte zuständig. Der schwedische Naturforscher Peter Kalm (1716-1779) berichtet von ihrer medizinischen Verwendung, sofern die frische Pflanze benutzt werde, da sie ihre Wirkung beim Trocknen und Erhitzen verliere.

Wo sie noch verwendet wird, wird ein Kaltaufguss der Pflanze als Mittel gegen Skorbut genannt. Ein Absud aus der Wurzel könne Tiere von Parasiten befreien. Versuche ergaben, dass die enthaltenen Wirkstoffe einen stark choleretischen (= den Gallenfluss antreibenden) Effekt hat. Auf Blutgefäße insbesondere der Leber wirken sie erweiternd und die Muskeln der inneren Organe erschlaffen durch ihren Einfluss, sodass die Trollblume tatsächlich abführend wirkt.

Homöopathisch wird Trolleus europaeus nicht verwendet, obwohl ein homöopathisches Mittel aus der frischen Pflanze hergestellt werden kann. Die jeweils tiefste machbare Potenz ist D15 als Dilution, Globuli und Tabletten. Es gibt allerdings keine ausreichenden Informationen zur Wirkung eines homöopathischen Medikaments durch die BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte), sodass eine Anwendung nicht empfehlenswert ist.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Wegen ihrer Toxizität ist die Trollblume generell mit Vorsicht zu behandeln. So ist die abführende Wirkung eher auf eine Abwehrreaktion des Körpers auf das Gift zurückzuführen, was bedeutet, dass nicht von einem Heilmittel in engerem Sinn gesprochen werden kann. Gegen Darmträgheit oder Verstopfung, Vitamin-C-Mangel und Skorbut gibt es weitaus wirksamere und vor allem unschädliche Mittel.

Außerhalb Europas werden Trollblumen, auch andere Arten als die europäische, noch in der Heilkunde verwendet, beispielsweise in Russland und China. In China werden die getrockneten Blätter unter anderem gegen Halsentzündungen, Angina und Mandelentzündung empfohlen, aber auch für Mittelohrentzündung, Bindehautentzündung und Lymphangitis (Entzündung der Lymphbahnen).

Angesichts der in der Trollblume enthaltenen Giftstoffe und der festgestellten körperlichen Reaktionen auf diese, ist hier bei dieser Empfehlung jedoch äußerste Vorsicht geboten. Generell spielt sie in der modernen Medizin und Naturheilkunde keine Rolle.

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