Trisomie 13 (Pätau-Syndrom)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2017
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Trisomie 13, auch als Pätau-Syndrom bekannt, ist ein seltener Gendefekt, bei dem das Chromosom 13 dreifach, anstatt wie üblich zweifach, vorkommt. Es führt zu einer Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen und körperlicher Merkmale, die zumeist schon im frühen Kindesalter zum Tod führen. Trisomie 13 gehört nach dem Down-Syndrom und der Trisomie 18 zu den bekanntesten Dreifach-Abweichungen.

Inhaltsverzeichnis

Definition Trisomie 13

Bei einem Menschen mit Trisomie 13 ist das Chromosom 13 gleich dreifach vorhanden. Er verfügt damit über 47 statt 46 Chromosomen. Es werden verschiedene Typen des Pätau-Syndroms unterschieden.

Abhängig ist dies davon, ob alle Zellen des Organismus von der Trisomie 13 betroffen sind oder nur ein Teil. Die Ausprägung der aus der Trisomie entstehenden Defekte ist unterschiedlich. Sie umfasst Wachstumsstörungen ebenso wie überzählige Finger oder Zehen oder Fehlbildungen des Gesichts.

Tritt eine Trisomie 13 auf, ist die Lebenserwartung des betroffenen Kindes drastisch verkürzt. Nur wenige erreichen ein Lebensalter über 10 Jahren. Die meisten Kinder mit einer Trisomie 13 sterben innerhalb von Wochen oder Monaten nach der Geburt.

Ursachen

Die Ursachen von Trisomie 13 liegen vordergründig in der abweichenden Chromosomenteilung. Dies erklärt noch nicht, wie es zu dieser Abweichung kommt. Hinweise gibt es darauf, dass das Auftreten von Trisomie 13 an das erhöhte Lebensalter der Kindesmutter gekoppelt sein könnte.

Je nach Art der Trisomie 13 finden sich bereits im Erbgut der Mutter Hinweise auf eine Form der Trisomie 13. Die Symptome des Pätau-Syndroms werden durch das überzählige Chromosom in unterschiedlicher Ausprägung verursacht. Am wenigstens ausgeprägt sind sie bei einer Mosaik-Trisomie 13. In dieser Variante kommt es nur bei einem Teil der Zellen zu einer fehlenden Trennung der Chromosomenpaare und Bildung von drei Chromosomen in einer Zelle.

Ähnlich abgeschwächt ist der Verlauf bei einer partiellen Trisomie 13, bei der während der Schwangerschaft in den Zellen des Embryos das Chromosom 13 nur teilweise verändert ist.

Typische Symptome & Anzeichen

  • körperliche und organische Fehlbildungen des Kindes
  • allgemeine Wachstumsstörungen des Fötus bereits im Mutterleib
  • Untergewicht
  • kleiner Kopf und Entwicklungsstörung des Gehirns
  • auch Herz, Niere, Augen, Ohren sind zurück gebildet
  • Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
  • nicht selten sechs Finger

Diagnose & Verlauf

Ein Pätau-Syndrom kann bereits während der Schwangerschaft erkannt werden. Bei der pränatalen Diagnostik untersucht der Gynäkologe Abweichungen in der Entwicklung des Fötus. Stellt er dabei besondere Merkmale fest, die besonders kennzeichnend für ein Pätau-Syndrom sind, folgt eine Chromosomenanalyse, wie sie auch bei Verdacht auf Vorliegen eines Down-Syndroms vorgenommen wird.

Zu den Hinweisen auf das Pätau-Syndrom gehören insbesondere Herzfehler beim Fötus oder Entwicklungsstörungen und Abweichungen in der Fruchtwassermenge der Schwangeren. Die Prognose für ein mit Trisomie 13 geborenes Kind ist schlecht.

Die Sterblichkeit ist in den ersten Lebenswochen sehr hoch. Die Fehlbildungen sind häufig lebensbedrohlich, da sie nicht nur die Extremitäten, sondern auch die inneren Organe wie das Herz und die Nieren betreffen. Trisomie 13 gilt als ein medizinischer Grund für einen Schwangerschaftsabbruch.

Komplikationen

Die Trisomie 13 führt im Allgemeinen zu einer Reihe verschiedener Fehlbildungen und Missbildungen am Körper des Betroffenen. Die Patienten leiden dabei auch an schwerwiegenden Störungen des Wachstums und der Entwicklung. Schon direkt nach der Geburt leiden die Kinder an einem starken Untergewicht und ebenso an einer Entwicklungsstörung des Gehirns.

Dadurch kommt es zu einer geistigen Retardierung und zu starken Einschränkungen im Alltag. Die meisten Betroffenen sind aufgrund der Trisomie 13 auf die Hilfe anderer Menschen in ihrem Alltag angewiesen. In einigen Fällen führt die Erkrankung auch dazu, dass die Betroffenen sechs Finger aufweisen. Vor allem im Kindesalter kann die Erkrankung aufgrund der Fehlbildungen zu Mobbing oder zu Hänseleien führen und damit auch psychische Beschwerden verursachen.

In der Regel leiden auch die Eltern und die Angehörigen bei der Trisomie 13 an starken psychischen Beschwerden. Durch die Fehlbildungen an den inneren Organen ist auch die Lebenserwartung des Kindes deutlich verringert. Da eine kausale Behandlung des Syndroms nicht möglich ist, werden nur die Symptome behandelt. Besondere Komplikationen treten dabei nicht auf. Häufig führt die Diagnose einer Trisomie 13 zum Abbruch der Schwangerschaft.

Behandlung & Therapie

Eine Behandlung bei Trisomie 13 ist abhängig von den Defekten, die im Einzelfall vorliegen. Aufgrund der hohen Sterblichkeitsrate werden die Symptome zumeist nur gelindert.

Werden Kinder mit Trisomie 13 lebend geboren, ist die medizinische Betreuung immer individuell aufzustellen. Beim Pätau-Syndrom kommt es häufig zu Fehlbildungen in Form einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. Die Erhöhung des Sprachvermögens ist eine der notwendigen Therapien. Dazu kommen noch die Bewegungstherapie und eine soziale und psychologische Unterstützung der Eltern, die mit der Pflege der Kinder konfrontiert sind.

Operative Eingriffe, um die Fehlbildungen beim Pätau-Syndrom zu beheben, sind aber immer noch selten. Allerdings ist eine Änderung der medizinischen Behandlung festzustellen. Dadurch steigt die Lebenserwartung der an einer Trisomie 13 leidenden Kinder, auch wenn sie noch nicht als besonders hoch einzuschätzen ist.

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Vorbeugung

Wird die Trisomie 13 rechtzeitig vor der Geburt festgestellt, ergibt sich häufig die Frage nach einem Abbruch der Schwangerschaft. Eine echte Vorbeugung zur Verhinderung der Trisomie 13 ist allerdings nicht möglich, weil die Entstehung außerhalb der Einflussnahme der Eltern liegt. Andererseits ist die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Auftretens der Trisomie 13 bei einer neuen Schwangerschaft nur geringfügig erhöht.

Bücher über Trisomie 13

Quellen

  • Beckermann, M.J.: Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Schwabe, Basel 2004
  • Wassermann, K., Rohde, A.: Pränataldiagnostik und psychosoziale Beratung. Schattauer, Stuttgart 2009
  • Witkowski R., Prokop O., Ullrich E.: Lexikon der Syndrome und Fehlbildungen. Springer, Berlin 2003

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