Triflupromazin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 30. Mai 2017
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Triflupromazin gehört zur Klasse der Neuroleptika. Als solches wird die Arznei eingesetzt, um psychiatrische Erkrankungen zu behandeln. Daneben ist aber auch eine Anwendung in anderen medizinischen Fachrichtungen möglich. In der Bundesrepublik Deutschland darf Triflupromazin aufgrund von Veränderungen des Arzneimittelrechts schon seit dem Jahr 2003 nicht mehr angewendet oder verschrieben werden, da keine Zulassung besteht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Triflupromazin?

Bei Triflupromazin handelt es sich um einen Arzneistoff mit neuroleptischen und antiemetischen Wirkungen. Als neuroleptisch gelten solche Medikamente bzw. Stoffe, die psychotrope Auswirkungen haben, also sedierend, antipsychotisch oder antiautistisch wirken. Derartige Präparate werden als Neuroleptika bezeichnet und in der Psychiatrie verwendet, um verschiedene psychische Erkrankungen medikamentös zu behandeln. Der Wirkstoff Triflupromazin wird aus diesem Grund auch den Psychopharmaka bzw. Neuroleptika zugerechnet und als solches bezeichnet.

Antiemetisch ist ein Präparat dann, wenn es ein Erbrechen verhindert. Aufgrund seiner antimetischen Eigenschaften besteht auch außerhalb der Psychiatrie eine Indikation von Triflupromazin. Im Jahr 2003 verlor der Wirkstoff in der Bundesrepublik Deutschland, wo er unter dem Handelsnamen Psyquil® vertrieben wurde, jedoch seine Zulassung.

In der Chemie bzw. Pharmakologie wird Triflupromazin durch die Summenformel C 18 – H 19 – F 3 – N 2 – S beschrieben. In seiner Grundform weist der Wirkstoff eine morale Masse von 352,42 g/mol auf. Die ebenfalls häufig verwendete Hydrochloridform hat hingegen eine morale Masse von 388,88 g/mol.

Pharmakologische Wirkung

Der Wirkmechanismus von Triflupromazin baut auf seiner Eigenschaft als Antagonist der D1- und D2-Rezeptoren auf. Der Arzneistoff bewirkt also eine Hemmung der Stoffe, die sich an die freien Rezeptoren anbinden.

Darüber hinaus wurde in der Literatur in zahlreichen Fällen eine mittelstarke Affinität zu anderen Rezeptoren erkannt. Die Einnahme von Triflupromazin hat daher auch Auswirkungen auf andere Rezeptoren. Zu diesen zählen D2-, 5-HT2-, Alpha1- und H1-Rezeptoren. Gegenüber M1-Rezeptoren konnte eine schwache Affinität nachgewiesen werden.

Ferner ist bekannt, dass Triflupromazin als Hemmer der sauren Sphringomyelinase wirken kann. Ein Einsatz als FIASMA (funktioneller Hemmer der sauren Sphingomyelinase) ist damit denkbar.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Triflupromazin hat sowohl neuroleptische als auch antimetische Eigenschaften. Dennoch stellt das Hauptanwendungsgebiet des Wirkstoffes die Psychiatrie dar. Eine Indikation liegt demnach bei schweren Psychosen oder Halluzinationen (insbesondere solche, die im Zusammenhang mit einer Schizophrenie auftreten) und akuten psychomotorischen Erregungszuständen vor.

Außerhalb der Psychiatrie besteht auch eine Indikation zur Therapie von schwerem Erbrechen, akuter Übelkeit und Schwindel.

Die Verabreichung des Wirkstoffs erfolgt in allen Fällen oral in Form von Filmtabletten. Diese können vom Patienten eigenständig eingenommen werden. Der Wirkstoff unterliegt jedoch in allen Ländern, für die eine Zulassung besteht, der Apotheken- und Verschreibungspflicht.

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Risiken & Nebenwirkungen

Triflupromazin kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen, sodass die Einnahme nicht risikofrei bleibt. Die Behandlung sollte gänzlich abgebrochen werden oder vollständig unterbleiben, wenn eine Unverträglichkeit (Allergie) gegen den Arzneistoff bekannt ist. In diesen Fällen besteht eine Kontraindikation.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Triflupromazin zählen die Ausbildung von Herzrhythmusstörungen, eine Hypotonie, die Entwicklung einer Rigidität, eine Akinese und ein Tremor. Als Tremor wird eine unwillkürlich eintretende, streng rhythmische Störung der Bewegung verstanden, die durch eine kontinuierliche Kontraktion verschiedener Muskelgruppen hervorgerufen wird. Von einer Rigidität wird gesprochen, wenn der Körper erhärtet wird bzw. erstarrt. Der Begriff bildet das Gegenstück zur Flexibilität. Eine Akinese bezeichnet hingegen eine pathogene Bewegungslosigkeit der Skelett- oder Herzmuskulatur.

Ferner konnte nachgewiesen werden, dass Triflupromazin die Leberwerte beeinflusst. Patienten, die an einer akuten Schädigung der Leber leiden, sollten nur mit dem Wirkstoff therapiert werden, wenn kein milderes Mittel zur Verfügung steht.

Auch sind Wechselwirkungen mit zentral wirkenden Stoffen wie Alkohol denkbar. In Bezug auf Antihypertonika ist eine unvorhergesehene Verstärkung der Wirkung möglich. Die Wirksamkeit von Dopaminagonisten wie Amantadin, Levodopa oder Bromocriptin kann durch die Einnahme von Triflupromazin hingegen stark eingeschränkt werden. Das gilt auch für die blutdrucksenkende Wirkung von Guanethidin. Der behandelnde Arzt ist deshalb stets über sämtliche Präparate zu informieren.

Wegen der Gefahr eines zu massiven Abfalls des Blutdrucks ist außerdem besondere Vorsicht vor der Durchführung einer Operation geboten. Eine ärztliche Überwachung des Patienten kann notwendig werden. Die Menge der zu verabreichenden Anästhetika ist angemessen zu reduzieren.

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