Trichomycosis palmellina

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. Juli 2017
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Bei Trichomycosis palmellina handelt es sich um eine im Regelfall harmlos verlaufende, bakterielle Infektion und Erkrankung der Haut, die den Bereich der Achsel- und seltener der Schambehaarung befällt. Männer sind dabei häufiger betroffen als Frauen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Trichomycosis palmellina?

Die Bezeichnung Trichomycosis palmellina ist eigentlich irreführend, handelt es sich bei der Erkrankung doch um eine bakterielle Infektion. Daher wurde der Name zwischenzeitlich angepasst und die Bezeichnung Trichobacteriosis palmellina ist ebenfalls gängig. Die Hauterkrankung ist durch dünne, schwer abstreifbare Beläge der Schamhaare gekennzeichnet, die auf eine erhöhte Ansiedelung von saprophytäre Bakterien, meist dem Corynebacterium tenue, um den Haarschaft zurückgeht.

Saprophytär bedeutet, dass die Bakterien keine Photo- oder Chemosynthese betreiben und sich ausschließlich von toten, organischen Stoffen – in diesem Falle Schweiß oder Hautschüppchen – ernähren. Die Erreger gehören zur Gattung Corynebacterium, einem Mikroorganismus der in der normalen Hautflora vorkommt und, wenn er in einem ausgewogenen Verhältnis vorliegt, nicht krankheitserregend ist.

Ursachen

Unter bestimmten Bedingungen besteht die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Bakterien rapide vermehren und dadurch das beschriebene Krankheitsbild hervorrufen. Als begünstigende Faktoren für eine Trichomycosis palmellina gelten beispielsweise mangelhafte Hygiene oder eine krankhafte übermäßige Schweißproduktion. Damit verbunden ist eine latent feuchte Wärme in den Bereichen der Achsel oder im Schambereich beim gleichzeitigen Vorkommen von Schambehaarung. Am Schaft dieser Schamhaare können sich die in diesem Milieu schnell vermehrenden Bakterien gut halten und so ganze Kolonien bilden.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Da die Krankheit oftmals einen milden Verlauf hat, bemerkt ein hoher Anteil der Patienten die Infektion gar nicht. Bei Routineuntersuchungen wie beispielsweise der Hautkrebs-Früherkennung oder der jährlichen gynäkologischen Kontrolluntersuchung fallen die Symptome dann jedoch dem geschulten Medizinerauge auf. Neben typischen Belägen auf den Schamhaaren, die weißlich bis gelb, rot oder sogar schwarz gefärbt sein können.

Vor allem im Bereich der Achsel kommt es zu einem überdurchschnittlich deutlichen Schweißgeruch. Hier sind besonders viele Schweißdrüsen lokalisiert. Der intensive Geruch entsteht, weil die hohe Anzahl der Corynebakterien den Schweiß vermehrt zersetzen und auch die Abbauprodukte, allen voran Fettsäuren und Ammoniak in höherem Maße als normal abgeben. Diese riechen schon unter normaler Produktion bekanntermaßen, bei vermehrtem Abbau dann aber unangenehm streng.

Oftmals tritt ein axialen Trichobacteriosis, die auf eine erhöhte Schweißproduktion der Betroffenen zurückzuführen ist, gemeinsam mit weiteren Infektionen auf. In Bereichen der Leiste und der Achsel, in denen keine Schambehaarung auftritt, können sich Hautareale durch das Bakterium zu scharf abgegrenzten, bräunlich-roten Flecken verändern, die leicht schuppen und jucken können. Auch an ganz anderer Stelle kann das Corynebacterium auftreten.

Durch seine Zersetzungsprodukte können auch kleine punktförmige Defekte an der Hornhaut der Fußsohlen auftreten. Auch hier können in feucht-warmen Klima ideale Vermehrungszustände durch Schweißfuß|Fußschweiß und beengendes Schuhwerk herrschen. Das als Keratoma sulcatum bezeichnete Krankheitsbild gilt vor allem unter Turnschuhträgern als weit verbreitet. Der üble Geruch wird hier durch Schwefelverbindungen als Abbauprodukt der Bakterien verursacht.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose erfolgt aufgrund der oben beschriebenen Symptome. Zudem kann der Nachweis der Erreger mikroskopisch oder bakteriologisch erfolgen. Unter der sogenannten Wood-Lampe, die mit Schwarz-, beziehungsweise UV-Licht arbeitet, lassen sich orange oder roten Fluoreszenzen beobachten, die durch die Pigmentveränderungen der Haut aufgrund des Bakterienbefalls entstehen. Diese Pigmente der Corynebakterien finden sich übrigens auch in der Unterwäsche.

Behandlung & Therapie

Ist Hyperhidrose, also übermäßiges lokales Schwitzen der Betroffenen die Ursache, hilft oft schon die Rasur des betroffenen Areals und die Verwendung eines Deodorants mit Aluminiumchlorid-Hexahydrat. Eine allgemeine Verbesserung der Körperhygiene, also tägliches Waschen oder Duschen, wird empfohlen. Dabei sollen möglichst saure Syndets verwendet werden.

Das sind Reinigungsstoffe mit einem leicht sauren oder neutralen pH-Wert. Der dadurch geschonte natürliche Säureschutzmantel der Haut bildet eine natürliche Barriere gegen die Vermehrung von Bakterien. Die Syndets sind verbreitet als Wasch- oder Duschgel im Handel erhältlich. Fettende Cremes und Salben sollen dagegen vermieden und die betroffenen Hautstellen generell möglichst trocken gehalten werden.

In besonders hartnäckigen Fallen werden die betroffenen Hautareale mit einem Antiseptum behandelt. Diese desinfizierenden Sprays oder Salben zerstören die Krankheitserreger in der Regel rasch und sicher und haben ein breites Wirkungsspektrum. Besteht bei dem Betroffenen eine ausgeprägte Hyperhidrose, die möglicherweise auch das Alltagsleben belastet, gibt es eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten, die je nach Schwergrad angewendet werden können.

Gebräuchlich ist hierbei beispielsweise die chemische Denervierung, das heißt Hemmung der Schweißdrüsen durch Injektionen mit Botox. Auch durch chirurgische Therapieformen, wie die Absaugung der Schweißdrüsen aus besonders betroffenen Hautregionen, ist eine dauerhafte Verbesserung möglich.

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Vorbeugung

Gegen eine Infektion mit Trichomycosis palmellina kann man sich mit einfachen Mitteln schützen. Als vorbeugende Maßnahmen wirken hierbei die unter dem vorherigen Punkt genannten Verhaltensweisen, also regelmäßiges Waschen oder Duschen mit anschließendem gründlichem Abtrocknen. Eine Rasur von Achsel und Intimbereich verhindert die Ansiedelung der Bakterien.

Weiterhin empfiehlt es sich, Unterwäsche aus Naturfaser-Textilien zu verwenden und diese häufig zu wechseln. Im Achselbereich ist ein Deodorant bei übermäßigem Schwitzen vor allem dann wirksam, wenn es Aluminiumchlorid-Hexahydrat enthält. Eine generell gute Körperhygiene und regelmäßige Pflege der Haut trägt somit viel dazu bei, derartige Hautkrankheiten zu vermeiden.

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Quellen

  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Sterry, W., Worm, M., Burgdorf, W.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2014

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