Trichomoniasis (Trichomonaden-Infektion)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2017
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Trichomoniasis gehört zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen. Sie wird durch einen Mikroparasit verursacht und betrifft vaginales Gewebe und den Harntrakt. Symptome zeigt Trichomoniasis hauptsächlich bei Frauen, obwohl auch Männer zu den Trägern gehören, aber zumeist symptomlos erkranken.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Trichomoniasis?

Der Auslöser für Trichomoniasis ist eine Infektion mit dem Trichomonas vaginalis, einem durchschnittlich 15 Mikrometer großen Geißeltierchen. Der Infektionsweg ist sexueller Kontakt der vaginalen Schleimhäute. Die Trichomonaden-Infektion ist weltweit eine der am häufigsten vorkommenenden Ansteckungskrankheiten beim Sexualverkehr.

Die Behandlung ist unkompliziert und wird zur Vermeidung einer sich wiederholenden Trichomonaden-Infektion bei beiden Sexualpartnern zugleich durchgeführt. Auffällig bei Trichomoniasis ist, dass Männer nur sehr selten bei einer Infektion überhaupt feststellbare Symptome aufweisen. Betroffen sind fast ausschließlich Frauen, die durch die Trichomonaden-Infektion an Ausfluss, Juckreiz und weiteren Beschwerden leiden können.

Ursachen

Zur Erkrankung an Trichomoniasis kommt es, wenn eine mit Trichomonas vaginalis befallene Person im Wege von sexuellem Kontakt die parasitären Geißeltierchen auf die Schleimhäute seines Sexualpartners überträgt.

Diese Trichomonaden siedeln sich auf der vaginalen Schleimhaut an und versorgen sich über diese mit Nährstoffen. Dabei zerstört der Parasit die natürliche Scheidenflora und verursacht Verletzungen der Schleimhaut. Die Trichomoniasis ist zunächst schwer zu erkennen, da sie in den überwiegenden Fällen einen langen Zeitraum symptomlos verhält. In dieser Zeit können die Träger sie ungehindert weiter beim Geschlechtsverkehr verbreiten.

Unbemerkt kann sich die Trichomoniasis im Körper weiter verstärken und die Zahl der Trichomonaden wächst zunächst an. Ein reiner Körperkontakt ohne Beteiligung der vaginalen Schleimhäute verursacht dagegen keine Trichomonaden-Infektion. Der Gebrauch von Kondomen schützt, bietet aber keine Garantie gegen die Trichomoniasis.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Trichomoniasis wird bei weiblichen Patienten durch einen Vaginalabstrich diagnostiziert. Unter dem Mikroskop sind die birnenförmigen Parasiten deutlich erkennbar und ermöglichen eine eindeutige Diagnose.

Eine Behandlung sollte in jedem Fall bei einer festgestellten Trichomoniasis erfolgen, da die Symptome für die Patienten schmerzhaft und unangenehm sein können. Neben einem stark riechenden Ausfluss zeigt sich die Trichomoniasis durch Juckreiz. Bei Männern und Frauen gleichermaßen verursachte die Ausbreitung in die Harnröhre schließlich zunehmende Schmerzen beim Wasserlassen. Bei einem starken Befall kann es bei Frauen zu zeitweiser Unfruchtbarkeit kommen.

Selten ist ein so schwerer Verlauf, dass es als Folge der Trichomonaden-Infektion zu Fieber und körperlicher Schwäche kommt. Die Gebärmutter und die Harnblase sind ebenfalls nur in Ausnahmefällen von der Trichomoniasis betroffen. Männer sind in den überwiegenden Fällen nur Überträger der Trichomonaden-Infektion und weisen keine Symptome auf.

Komplikationen

Die Trichomoniasis führt zu einer Reihe sehr unangenehmer Beschwerden, die sich alle sehr negativ auf die Lebensqualität des Patienten auswirken. In der Regel leiden die Betroffenen dabei an einer Scheidenentzündung. Dadurch kommt es zu einer starken Hautrötung und weiterhin auch zu einem Juckreiz auf der Haut. Ebenso kann es zu einem Brennen oder zu einem Ausfluss an der Scheide kommen. In vielen Fällen leiden die Patienten auch an Schmerzen beim Wasserlassen.

Diese Schmerzen führt ebenso zu psychischen Beschwerden oder auch zu Depressionen. Auch macht sich häufiges Wasserlassen bemerkbar, welches sich negativ auf den Alltag des Betroffenen auswirkt. Sollte die Trichomoniasis nicht behandelt werden, kann sie weiterhin zu einer Unfruchtbarkeit führen. Ebenfalls leiden viele Patientinnen an Fieber oder an einer allgemeinen körperlichen Schwäche.

Die Trichomoniasis kann in der Regel mit Hilfe von Medikamenten und Antibiotika gut behandelt werden. Dabei kommt es nicht zu besonderen Komplikationen. Auch die Lebenserwartung des Patienten wird bei einer erfolgreichen Behandlung nicht negativ beeinflusst. Bei einer erneuten Erkrankung sind die Betroffenen allerdings auf eine erneute Behandlung angewiesen. Auch der Partner sollte sich dabei einer Behandlung unterziehen, da die Erkrankung sexuell übertragbar ist.

Behandlung & Therapie

Die Trichomoniasis ist zwar eine der am häufigsten vorkommenden Infektionskrankheiten mit sexueller Übertragung, lässt sich aber leicht behandeln. Nach der Diagnose stehen dem Arzt speziell für die Bekämpfung der Parasiten geeignete Medikamente zur Verfügung.

Dabei handelt es sich um verschreibungspflichtig Antibiotika, die direkt intravaginal oder auch oral verabreicht werden können. Die Medikamente benötigen keine weitere Ergänzung in der Behandlung der Trichomoniasis, solange sie nach den Angaben des Arztes über den notwendigen Zeitraum genommen werden.

Von einer ausschließlichen Selbstbehandlung mit alternativen Heilmitteln und Methoden ist jedem Patienten dringend abzuraten. Diese Infektion muss schnell und unter ärztlicher Kontrolle behandelt werden. Ist der übertragende Sexualpartner bekannt und erreichbar, ist es notwendig, dass auch dieser sich gegen die Trichomoniasis behandeln lässt.

Dabei ist es unerheblich, ob er Symptome aufweist. Die Partnerbehandlung dient dazu, eine Neuansteckung beim nächsten Sexualkontakt auszuschließen. Im Anschluss an die Behandlung mit Antibiotika sollte die Scheidenflora neu aufgebaut werden, da sie durch die Bekämpfung der Trichomoniasis geschädigt wird.

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Vorbeugung

Gegen Trichomoniasis wäre der einzig wirklich wirksame Schutz absolute Enthaltsamkeit. Da dies einem Patienten kaum zumutbar ist, empfiehlt sich zumindest die Benutzung von Kondomen und gründliche Körperhygiene vor und nach dem Geschlechtsverkehr. Ehemals Erkrankte müssen besonders auf Schutz beim Sexualverkehr mit wechselnden Sexualpartnern achten, da die Trichomonaden-Infektion aufgrund der Vernarbung des vaginalen Gewebes zu einer erhöhten Anfälligkeit gegen HIV-Infektionen führen kann.

Bücher über Geschlechtskrankheiten

Quellen

  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Kaufmann, M., Costa, S.-D., Scharl, A. (Hrsg.): Die Gynäkologie. Springer, Berlin 2013
  • Stauber, M., Weyerstrahl, T.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013

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