Triazolam

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 29. November 2016Geprüfte Qualität
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Bei Triazolam handelt es sich um ein kurzzeitig wirksames Benzodiazepin. Das Medikament kommt üblicherweise als Schlafmittel zum Einsatz. Der Wirkstoff zählt zur Gruppe der Benzodiazepine und zeichnet sich durch eine schlaffördernde und beruhigende Wirkung aus.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Triazolam?

Der Wirkstoff Triazolam ist unter dem Vertriebsnamen Halcion® auf dem Markt erhältlich. Es handelt sich um ein orales Benzodiazepinderivat, das sich durch eine geringe Halbwertszeit auszeichnet. Diese liegt in der Regel zwischen zwei und fünf Stunden.

Triazolam wird als Schlafmittel verwendet. Das Mittel wirkt auf direktem Weg, indem bestimmte Regionen im Gehirn gehemmt werden. Bereits nach kurzer Anwendungszeit sind jedoch sowohl körperliche als auch psychische Entzugserscheinungen im Bereich des Möglichen. Die Gefahr einer Abhängigkeit von dem Wirkstoff ist also erheblich.

Darüber hinaus wird Triazolam auch als Rauschmittel missbraucht. Aus diesen Gründen steht das Medikament in Deutschland unter dem Betäubungsmittelgesetz. Dabei gilt es zwar als verkehrsfähig, aber stets verschreibungspflichtig. Ein unerlaubter Umgang mit dem Medikament oder dessen Vertrieb ohne Vorlage eines ärztlichen Rezepts sind prinzipiell strafbar. Eine Ausnahme von diesen Regelungen bilden spezielle Präparate, die keine weiteren Betäubungsmittel aufweisen und maximal 0,25 Milligramm Triazolam beinhalten.

In Tierversuchen hat sich gezeigt, dass der Wirkstoff relativ schnell sowohl in den fetalen Kreislauf als auch in die Muttermilch übergeht. Da die Wirkung von Triazolam mit einer durchschnittlichen Resorptionshalbwertzeit von einer viertel Stunde relativ rasch einsetzt, wird eine Abhängigkeit von dem Stoff gefördert.

Pharmakologische Wirkung

Die Metabolisierung des Wirkstoffs Triazolam findet in der Leber statt, während die Ausscheidung über den Urin erfolgt. Prinzipiell zählt der Wirkstoff Triazolam zu den sehr rasch und kurzzeitig wirksamen Benzodiazepinen. Die beruhigende Wirkung setzt schon innerhalb von 15 bis 30 Minuten nach Einnahme ein. Die anschließende Schlafdauer liegt in der Regel zwischen sechs und sieben Stunden.

Im Gehirn bindet sich der Stoff Triazolam an spezifische Rezeptoren, die für Benzodiazepine geeignet sind. Dadurch erhöht Triazolam die hemmende Wirkung des Botenstoffs GABA. In diesem Zuge werden diverse Verbände von Nervenknoten beeinflusst. Auf diese Weise entfaltet Triazolam in erster Linie eine schlafanregende und beruhigende Wirkung. Auch zeigt es erregungs- und spannungslösende sowie angstdämpfende Effekte.

Wird Triazolam in höheren Dosen eingenommen, reduziert es mitunter die Muskelspannung und verringert dadurch zur gleichen Zeit das Risiko von epileptischen Krämpfen.

Da der Wirkstoff Triazolam ein Benzodiazepin ist, fungiert er an den GABA-A-Rezeptoren als sogenannter allosterischer Modulator. Ist der Neurotransmitter GABA vorhanden, so intensiviert er dessen Wirkung. Wenn vermehrt Chlorid-Ionen in eine Zelle einströmen, kommt es zu einer Hypopolarisation. Dadurch wird die Zelle unempfindlicher gegen exzitatorische Reize. Anders als solche Barbiturate, die unabhängig von GABA auf den Chlorideinstrom einwirken, gehen Benzodiazepine mit einer geringeren Gefahr für Atemdepressionen einher.

Die maximalen Plasmakonzentrationen erreicht der Wirkstoff zwischen 0,6 bis 2,3 Stunden nach der oralen Einnahme. Hingegen weist die Plasmahalbwertszeit in der Regel große Schwankungen auf, die sich zwischen 1,4 und 4,6 Stunden bewegen. Der Wirkstoff wird über ein spezielles hepatisches System metabolisiert. Im Anschluss daran werden die Metaboliten zum großen Teil renal eliminiert.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Bei Triazolam handelt es sich um ein kurzzeitig wirksames Benzodiazepin. Das Medikament kommt üblicherweise als Schlafmittel zum Einsatz.

Triazolam wird klassischerweise zur Behandlung von Schlafstörungen verschrieben. Dabei werden sowohl schwerwiegende Insomnien als auch ein Jetlag mit Triazolam behandelt.

Bei bestimmten Diagnoseverfahren, etwa im Rahmen von diagnostischen MRT-Untersuchungen, wird Triazolam mitunter als kurzwirksames Anxiolytikum verabreicht. Bedingt durch das hohe Abhängigkeitspotential ist diese Verabreichung umstritten. Auch die Wahrscheinlichkeit für paradoxe Reaktionen ist erhöht.

Wegen seiner psychoaktiven Eigenschaften werden Präparate mit einem Gehalt an Triazolam als Rauschmittel missbraucht. Die Bioverfügbarkeit von Triazolam liegt bei oraler Einnahme bei weniger als 50 Prozent, wohingegen die Bioverfügbarkeit bei sublingualer Einnahme bei über 50 Prozent liegt. Aus diesem Grund wirken Präparate mit Triazolam etwas stärker, wenn Patienten sie unter der Zunge zergehen lassen.

Triazolam wird zur kurzfristigen Therapie von schweren Schlafstörungen angewendet. Dabei werden die Tabletten kurz vor dem Schlafengehen eingenommen.

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Risiken & Nebenwirkungen

Die Einnahme von Triazolam kann unter Umständen mit diversen unerwünschten Nebenwirkungen einhergehen. Zu den häufigsten Nebeneffekten zählen Schwindel, Schläfrigkeit und Störungen der Koordination. Auch sind ein Abfall der Leistung, Gedächtnisstörungen sowie Unruhe möglich. Patienten können an Benommenheit, Gleichgewichtsstörungen, Muskelschwäche und einer verlangsamten Reaktionszeit leiden.

Darüber hinaus treten mitunter gastrointestinale Störungen, lokale Hautreaktionen und Allergien auf. Auch Verwirrung, Erschöpfung, Sehstörungen und eine Atemdepression können als Folgen einer Triazolam-Einnahme auftreten.

Der Wirkstoff Triazolam sollte bei Überempfindlichkeit, schweren Atemstörungen, Myasthenia gravis sowie schwerwiegenden psychischen Krankheiten nicht verschrieben und eingenommen werden. Auch dürfen nicht zeitgleich starke CYP-Hemmer verabreicht werden, etwa HIV-Proteasehemmer oder Azol-Antimykotika. Denn diese hemmen die Verstoffwechselung von Triazolam, können dessen Konzentration erhöhen und folglich Nebenwirkungen auslösen.

Grundsätzlich ist von einer Triazolam-Einnahme in der Schwangerschaft und während der Stillzeit abzusehen.

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