Transsexualität

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 15. November 2016
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Die Transsexualität ist das Gefühl, einem anderen als dem biologischen Geschlecht anzugehören. Betroffene empfinden das angeborene biologische Geschlecht als falsch.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Transsexualität?

Bei Vorliegen einer Transsexualität gibt es das biologische und das soziale Geschlecht. Das biologische Geschlecht ist meist entweder männlich oder weiblich, seltener sind Zwitter - diese kommen beim Menschen nur selten vor. Der Transmann ist biologisch weiblich, fühlt sich jedoch als Mann. Er kleidet und stylt sich männlich und lebt wie ein Mann. Die Transfrau dagegen wurde als Mann geboren, fühlt sich jedoch weiblich und lebt entsprechend danach.

Mittlerweile wird Transsexualität nicht nur auf Männlichkeit oder Weiblichkeit bezogen betrachtet, sondern sie wird als sexuelle Identität von Menschen angenommen, die sich weder dem einen noch dem anderen Geschlecht klar zuordnen lassen wollen.

Zu den gesellschaftlichen Phänomenen der Transsexualität gehören beispielsweise das Crossdressing, bei dem sich das biologische Geschlecht genau umgekehrt anzieht, ein Mann sich also etwa zur Frau stylt. Dies muss jedoch nicht zwingend durch Transsexualität begründet sein, es kann sich auch lediglich um die Kunstform Travestie handeln.

Unabhängig von der Ausprägung der Transsexualität bildet sich die sexuelle Orientierung, die bei jedem Transsexuellen unterschiedlich sein kann.

Funktion & Aufgabe

Die Transsexualität ist, ähnlich wie die Homosexualität, eine Abweichung von der sexuellen Norm, die heute jedoch als weitestgehend gesellschaftlich akzeptiert gilt. Sie gilt medizinisch als Geschlechtsidentitätsstörung, deren Ursachen noch nicht genau geklärt sind. Der Begriff der „Geschlechtsidentitätsstörung“ besteht jedoch seit einer Zeit, in der die Heteronormativität als unhinterfragt richtige und einzig gesunde sexuelle Orientierung galt. Biologisch-medizinisch und gesellschaftlich wird dies in neueren Forschungen anders wahrgenommen.

Das Auftreten von abweichenden sexuellen Wahrnehmungen ist beim Menschen sowie bei Säugetierarten bekannt. In letzterem Fall wird jedoch häufiger Homosexualität als häufigste Abweichung beobachtet, wobei zu bedenken bleibt, dass der Mensch als einziges Tier die Geschlechtsidentität etwa durch gezieltes Kleiden verstärken kann.

Es wird vermutet, dass Transsexualität körperliche und seelische Auslöser haben kann, auch genetische Faktoren werden vermutet. Jedoch konnte keine dieser Theorien bislang konkret bestätigt werden.

Ob Abweichungen der sexuellen Identität einen gesellschaftlichen oder individuellen Nutzen für den Menschen oder die Gesellschaft haben, ist ebenfalls noch nicht ausreichend erforscht. Da die Transsexualität die Fortpflanzung erschweret, wenn nicht sogar unmöglich machen kann, liegt ein Nutzen der Transsexualität für die Gesellschaft zumindest nicht in der Fortpflanzung begründet.

In anderen Kulturen wird das Geschlecht nicht nach den starren zwei Kategorien von Mann und Frau wahrgenommen. So ist etwa von einigen Indianerstämmen bekannt, dass sie bis zu fünf Geschlechter kennen und, bedingt durch Lebensereignisse, von einem ins andere wechseln können. Dadurch nehmen sie innerhalb ihrer Gemeinschaft andere Aufgaben wahr. Auch aus Albanien ist ein ähnlich gesellschaftlich bedingter Geschlechtswechsel bekannt, wenn gewählte Frauen die Rolle und Aufgaben von Männern übernehmen und von diesem Moment an als solche leben.

Transsexualität ist eine Minderheitserscheinung, aber doch ein Phänomen, das zunehmend mehr Aufmerksamkeit und dadurch mehr gesellschaftliche Akzeptanz erfährt. Dadurch ist es für Transsexuelle heute glücklicherweise möglich, ihre Transsexualität offen und nach eigenem Belieben in einer toleranter werdenden Gesellschaft auszuleben und selbst Unterstützung der modernen Medizin zu nutzen, um ihr biologisches Geschlecht dem empfundenen Gender (gefühltes Geschlecht) anzugleichen. Dadurch kann heute der Leidensdruck, gefühlt im falschen Körper zu stecken, reduziert werden.




Krankheiten & Beschwerden

Eines der größten Probleme bei Transsexualität ist die gesellschaftliche Anerkennung. Manche Betroffene spüren bereits im Kindesalter, dass ihr biologisches Geschlecht falsch ist und sind davon abhängig, wie die Eltern auf diese Botschaft reagieren. Erfahren sie Unterstützung, kann ihnen geholfen werden, ihr Leben der Transsexualität anzupassen.

In vergangenen Jahrhunderten wurde Transsexualität im westlichen Kulturkreis jedoch eher rigoros unterdrückt, was zu schwerwiegenden psychischen Folgen führen kann. Dazu können starke Trauer, Depressionen und etwa Minderwertigkeitskomplexe gehören.

Auch heute noch ist es längst nicht selbstverständlich, dass einem Transsexuellen mit Verständnis begegnen wird. Die Transsexualität erfordert, genau wie die Homosexualität ein Coming-out, das soziale Bande lösen kann, wenn das Umfeld intolerant reagiert.

Es ist grundsätzlich möglich, operativ und medikamentös über Jahre hinweg das biologische Geschlecht umzukehren. So könnte ein Transmann mit der Zeit ein biologischer Mann werden, der dann auch wie ein Mann Geschlechtsverkehr haben kann. Auch andersherum, von Mann zu Frau, ist die möglich.

Weiterhin müssen Transsexuelle mit dem Wunsch nach einer Geschlechtsumwandlung fortan langfristig Geschlechtshormone jenes biologischen Geschlechts einnehmen, dem sie sich körperlich angleichen wollen.

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