Transitorisch evozierte otoakustische Emissionen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Unter transitorisch evozierten otoakustischen Emissionen, sogenannten TEOAE, werden akustische Antworten vom Innenohr auf einen kurzen und breitbandigen akustischen Reiz verstanden. So lösen kurze Schallreize eine mechanische Reaktion vom Innenohr aus, die als Schall nach außen übertragen werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist sind die transitorisch evozierten otoakustischen Emissionen?

Die Messung transitorisch evozierter otoakustischer Emissionen ist in der Hördiagnostik eine sehr wichtige Untersuchung, um Hörschädigungen, insbesondere Schwerhörigkeit, abzuklären. Sie unterstützt die selektive Prüfung vom Innenohr sowie den äußeren Haarzellen, was eine Abklärung möglicher Ursachen für die Beeinträchtigung des Gehörs erlaubt.

Diese Aussendungen auf akustischer Basis, gelangen entgegen der Richtung der Schallwahrnehmung über Gehörknöchelchen und Trommelfell in den Gehörgang. Ungefähr 97 Prozent der Menschen haben nachweislich solche transitorisch evozierten otoakustischen Emissionen.

Sie zählen zu den häufigsten klinischen Verwendungen und sind als klassische otoakustische Emissionen auch unter der Bezeichnung Kemp-Echos bekannt. Ursache für solch transitorisch evozierte otoakustische Emissionen sind die in der Hörschnecke befindlichen äußeren Haarzellen. Die Hörschnecke verstärkt teils Schallwellen mit einem sogenannten cochleären Verstärkermechanismus und ermöglicht ein Hörvermögen bei geringem Schalldruckpegel. Jedoch geben die Haarzellen diese Schwingungen mit einer leichten Verzögerung weiter, schwingen nach und werden im Gehörgang nach kurzem Schallereignis mit einem längeren Antwortsignal gemessen.

Die Messung als auch die Auslösung der transitorisch evozierten otoakustischen Emissionen ist ein Bereich der Audiometrie und ermöglicht mögliche Erkrankungen des Innenohrs zu diagnostizieren. Das Signal wird, wenn das Innenohr beschädigt ist, schwächer oder schwindet unter Umständen gänzlich.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die transitorisch evozierten otoakustischen Emissionen werden durch Klicks hervorgerufen und mit einer Sonde im äußeren Gehörgang dann als Klickgeräusche in mittelgradiger Lautstärke ans Ohr weitergetragen.

Das reflektierte Geräusch in den Pausen wird bis zu dem abgegebenen Geräusch gemessen und mittels eines speziellen EDV-Programms gefiltert und in einer graphischen Darstellung sichtbar gemacht. Dieses Verfahren liefert ein individuelles Bild von jedem Ohr ab, das ähnlich einem Fingerabdruck einzigartig und individuell zugleich ist. Um Zufallstreffer auszuschließen werden die Messungen geteilt und in ihren Teilergebnissen verglichen.

Bei einer hohen Übereinstimmung der beiden Messungen gilt das als Nachweis für die transitorisch evozierten otoakustischen Emissionen. Transitorisch evozierte otoakustische Emissionen, TEOAE, sind wichtig für die Abklärung von einer möglicherweise vorliegenden Schwerhörigkeit. Da transitorisch evozierte otoakustische Emissionen bis zu 35 Dezibel einen möglichen Hörverlust aufzeigen können, sind sie ein wertvolles Instrument für Screeningtests. Schon für Neugeborene werden transitorisch evozierte otoakustische Emissionen eingesetzt, aber sie sind aufgrund ihrer breitbasigen Stimuluswirkung geringer frequenzspezifisch anzusehen.

Unter transitorisch evozierten otoakustischen Emissionen, sogenannten TEOAE, werden akustische Antworten vom Innenohr auf einen kurzen und breitbandigen akustischen Reiz verstanden.

Mit Hilfe der transitorisch evozierten otoakustische Emissionen können beim Neugeborenen Stunden nach der Geburt Hörstörungen, die vom Innenohr ausgehen, festgestellt werden. Außerdem ermöglichen die Messungen einen Ausschluss einer Schallempfindungsstörung über 20 bis 30 Dezibel. Meist weisen die Emissionen einen sehr reduzierten Schalldruckpegel bei bis unter 10 Dezibel auf, also Messungen von sehr leisen Schallsignalen, die ohne einer elektronischen Nachbearbeitung nahezu unmöglich wären.

In Kombination mit verschiedenen Maßnahmen liefern sie wichtige Ergebnisse, wenn die Messumgebung so weit wie möglich wenige Störgeräusche beinhaltet. Unterstützend wird hier die Sonde optimal im Gehörgang positioniert, mit Schaumstoff oder Silikon abgedichtet und eine möglichst ruhige Situation in der Umgebung gewährleistet. Die Messung selbst dauert jeweils nur maximal eine Zehntelsekunde und wird über einen Zeitraum von mehreren Minuten immer wieder wiederholt.

Dabei werden ungefähr 300 Messungen durchgeführt. Durch die relativ konstanten Reaktionen des Ohrs entstehen dabei Mitteilungen, die für die Signalrekonstruktion hilfreiche Werte darstellen. Die Reaktionen der äußeren Haarzellen und ihre Anordnung geben Aufschluss über die transitorisch evozierten otoakustische Emissionen. So reagieren die äußeren Haarzellen, die dem ovalen Fenster nahe sind, bei Signalanteilen mit einem Klickreiz in einer hohen Frequenz. Bei Signalanteilen mit niedrigeren Frequenzen reagieren die äußeren Haarzellen in die Richtung der Basilarmembran.

Mit verschiedenen Laufzeiten der sogenannten retrograden Wanderwellen, also entgegen der Schallrichtung, sind Analysen möglich und damit auch Aussagen über das tatsächliche Hörvermögen in bestimmten Frequenzbereichen. Die Messung der transitorisch evozierten otoakustischen Emissionen wird auch eingesetzt, um verringerte Funktionen des Innenohrs bei einem Hörsturz oder einer Lärmschwerhörigkeit unter Beobachtung zu halten. Innenohrschäden, die durch Medikamente wie Chemotherapeutika, entwässernde Mittel oder auch bestimmte Antibiotika begünstigt werden, können frühzeitig erkannt werden.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Eine aussagekräftige Messung der transitorisch evozierte otoakustische Emissionen ist zum Beispiel nicht möglich, wenn der Umgebungslärm zu laut ist, die Sondenkanäle verstopft sind oder eine Schallleitungsstörung wie bei einer Erkrankung des Mittelohrs vorliegt.

Allerdings gilt nicht umgekehrt, dass eine Erkrankung des Innenohrs vorliegt, weil der Nachweis der transitorisch evozierten otoakustischen Emissionen fehlt. Bestimmte Formen der Schwerhörigkeit, die quasi hinter den äußeren Haarzellen liegen, bedingt durch zentrale Gründe oder neurale, hörnervenbedingte Hörstörungen, können von einer Messung nicht erfasst werden. Die Messung ist allerdings ideal, da bei dieser Untersuchung keine aktive Mithilfe des Patienten erforderlich ist.

So ist die problemlose Messung bei einem Neugeborenen ebenfalls möglich. Die transitorisch evozierten otoakustischen Emissionen sind allerdings nur bis zu einem bestimmten Hörverlustgrad sinnvoll. Sie lassen im fortgeschrittenen Alter nach, manchmal fehlen sie auch gänzlich, dennoch können das subjektive Hörvermögen als auch das Audiogramm normal sein. Um die Hörfähigkeit zuverlässig zu bestimmen ist es ratsam, mehrere Testverfahren zu kombinieren, um ein optimales Gesamtergebnis zu erhalten.

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