Transcortin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 30. Mai 2017
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Das Transcortin gehört zur Gruppe der Globuline. Sie dienen dem Transport verschiedener Komponenten wie Hormone vonm Produktionsort zum Wirkungsort. Das Transcortin befördert Glucocorticoide und Progesteron durch das Blut.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Transcortin?

Das Transcortin ist ein Globulin. Diese werden auch als Speicher- oder Transportproteine des Blutplasmas bezeichnet. Globuline werden in vier Untergruppen gegliedert. Diese Gliederung kommt aufgrund der Proteingröβe zustande.

Diese werden bei einem speziellen Labortest bei dem das Blutplasma analysiert wird, ermittelt. Diese Methode wird als Serum Protein Elektrophorese bezeichnet. Die Gruppe der α1-Globuline umfasst das Thyroxin-bindende Globulin, das Prothrombin, es spielt eine wesentliche Rolle während der Blutgerinnung und das Transcobalamin, es bindet Vitamin B12. Das Transcortin selbst gehört ebenfalls zu der Gruppe der α1-Globuline. Auch die Gc-Globuline, es handelt sich um Vitamin D bindende Globuline, α1-Antityropsin und Bilirubin-Transporter sind α1-Globuline.

Zu den α2-Globulinen gehören das Hämoglobin-bindenden Globulin, das α2-Makroglobulin, Caeruloplasmin, das Plasminogen, α2-Antithrombin sowie das α2 Haptoglobin. Die dritte Gruppe sind die β-Globuline. Ihre Hauptfunktion besteht in dem Transport von β- Lipoproteinen und Lipiden, wesentliche Bestandteile der Plasmamembran von Zellen im Körper. Zu den β-Globulinen zählen das Fibrinogen, das Hämopexin und das Transferrin, welches wichtig für den Eisentransport im Blut ist. In der vierte Gruppe sind die γ-Globuline, welche auch als Immunglobuline bekannt sind. Es handelt sich um Antikörper die Bestandteil der Immunabwehr des Körpers sind.

Funktion, Wirkung & Aufgaben

Das Transcortin bindet und transportiert Glucocortocoide und Progesteron. Bei den Glucocorticoiden handelt es sich um Steroidhormone, welche in der Nebennieren hergestellt werden. Zu den Glucocorticoiden zählen Cortisol und Corticosteron.

Sie werden aus Cholesterin synthetisiert. Dieses wird hauptsächlich über die Nahrung aufgenommen. In der Leber wird es dann wieder abgebaut, nachdem es nicht mehr benötigt wird. Sie spielen eine wesentliche Rolle bei dem Energiestoffwechsel des Menschen. Sie begünstigen die Gluconeogenese, die Bildung von Kohlenhydraten mit Proteinen als Ausgangsmaterial. Dabei kommt es zur Freisetzung von Aminosäuren, Fettsäuren und von Glucose. Glucocorticoid-haltige Medikamente werden für die Behandlung von Asthma bronchiale und allgemein zur Behandlung von Entzündungen eingesetzt. Progesteron ist ebenfalls ein Steroidhormon und gehört zu den Gestagenen, welche auch als Gelbkörperhormone bezeichnet werden.

Bei Frauen wird es vom Gelbkörper, auch Copus luteum genannt, währen einer bestimmten Phase des Menstruationszyklus durch die Granulazellen gebildet. Es kommt vermehrt während der Schwangerschaft vor und wird dann von der Plazenta hergestellt. Es wird auch in geringerern Mengen von der Nebennierenrinde gebildet. Männer erzeugen Progesteron in den Hoden durch Leydig-Zwischenzellen. Sie stimulieren die Herstellung von Spermien in den Hoden. Auch Progesteron wird aus Cholesterin hergestellt. Progesteron spielt eine wichtige Rolle für die Bildung der Gebärmutterschleimhaut. Zudem verhindert es eine erneute Befruchtung einer Eizelle, während der Reifung eines Follikels.

Bildung, Vorkommen, Eigenschaften & optimale Werte

Der Bildungsort des Transcortins ist die Leber. Die Synthese des Transcortins wird durch das Hormon Östrogen gesteuert. Es handelt sich um ein 52 kDa groβes Protein, welches in einer Konzentration von etwa 37 mg/l im Blut vorkommt. Die Menge an Transcortin kann eine Aufschluβ auf den Gesundheitszustand des Menschen geben. Zum einen kann es bei einer Verringerung dieser Menge um einen Hinweis auf eine Leberzirrhose oder Hepatitis handeln. Zum anderen kann eine Erhöhung auf eine Schwangerschaft hindeuten.

Auch die Einnahme der Antibabypille hat zur Folge, dass die Menge an Transcortin erhöht ist. Eine erhöhte Transcortinmenge kann zu einer gesteigerten Menge an Cortisol im Blut führen. Dies ist aber nicht unbedingt der Fall, es ist auch möglich, dass es zu einer erhöhten Menge an Transcortin kommt, jedoch die Menge an freiem Cortisol ist verringert. Daher müssen Cortisol und Transcortin unabhängig voneinander bestimmt werden.

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Krankheiten & Störungen

Bei einer verringerten Menge von Transcortin ist eine mögliche Ursache eine Leberzirrhose. Dabei handelt es sich um eine schwerwiegende Erkrankung der Leber, welche ihre Funktionsfähigkeit stark einschränkt. Diese Lebererkrankung ist chronisch und die Leberzirrhose wird als Endstadium dieser Erkrankung bezeichnet.

Die Leberzirrhose ist nicht heilbar. Sie kommt oft durch den übermäβigen Konsum von Alkohol zustande, welcher Schäden der Leber zur Folge hat. Es gibt aber auch zahlreiche weitere Ursachen für eine Leberzirrhose wie Hepatitis. Bei der Leberzirrhose kommt es zu einer Nekrose, dem Absterben, von Zellen der Leber. Dabei kommt es zu einer Immunreaktion des Körpers, bei der Makrophagen, Monozyten und Granulozyten involviert sind. Auch die Milz vergröβert sich, welche auf diese Immunreaktion schlieβen lässt. Die Leber verringert die Produktion verschiedener Globulinen wie Transcortin. Zusätzlich büβt sie ihre Funktion der Entgiftung des Körpers von verschiedenen Substanzen ein.

Kommt es zu einer Erhöhung des Transcortin Levels, so ist es möglich, aber nicht zwangsläufig der Fall, dass auch die Menge an Cortisol erhöht ist. Diese Erkrankung wird als Cushing Syndrom bezeichnet und kann als eine Folge von Osteoporose, Diabtese mellitus, chronischem Bluthochdruck oder Fettsucht entstehen. Bei dieser Erkankung kommt es zur Ausbildung des typischen Vollmondgesichts, Zyklusstörungen bei Frauen, Akne, ein erhöhtes Vorkommen von Nierensteinen sowie zur Muskelschwäche. Die Ursache für das Cushing Syndrom ist eine erhöhte Produktion von Cortisol durch die Nebennierenrinde aufgrund von einer gesteigerten Herstellung des Adrenocorticotropem Hormons im Hypophysenvorderlappen. Dieses Hormon reguliert die Produktion und Ausschüttung von Cortisol durch die Nebennierenrinde.

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