Transösophageale Echokardiographie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Bei der Transösophagealen Echokardiographie (TEE) wird ein Echokardiogramm des Herzens durch die Speiseröhre durchgeführt. Die Untersuchung ist umgangssprachlich auch als Schluck-Echo bekannt. Die transösophageale Echokradiographie kommt zum Einsatz, wenn mittels der von außen durchgeführten Echokardiographie des Herzens bestimmte Strukturen im Herzen nicht ausreichend dargestellt werden können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Transösophageale Echokardiographie?

Vor der Untersuchung wird je nach Wunsch des Patienten eine örtliche Betäubung des Rachens durchgeführt, da das Einführen des Schlauches in die Speiseröhre als unangenehm empfunden werden kann. Für die TEE muss der Patient einen Schallkopf schlucken. Dieser ist an einem biegsamen Schlauch befestigt, sodass ein 180°C Rotation des Schallkopfes möglich ist. Über die Speiseröhre wird das Gerät in der Nähe des Herzens platziert.

Dort sendet der Schallkopf Ultraschallwellen aus. Diese werden von den unterschiedlichen Gewebestrukturen des Herzens verschieden stark reflektiert. Diese reflektierten Ultraschallwellen werden vom Schallkopf wieder registriert und durch komplexe Rechenvorgänge im Computer des Ultraschallgeräts zu Bildern der Herzstrukturen zusammengesetzt. Dabei gibt es verschiedene bildliche Darstellungsmöglichkeiten. Am geläufigsten ist die B-Bild-Methode, bei der das Herz und seine Strukturen zweidimensional dargestellt werden. Mit dem sogenannten Dopplerverfahren kann sogar der Blutfluss im Herzen beurteilt und somit auch eventuell vorhandene Klappenfehler oder Gefäßverengungen diagnostiziert werden.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die transösophageale Echokardiographie kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Herzdarstellung durch eine transthorakale Echokardiographie, also eine Echokardiographie durch die Brustwand, nicht zur Diagnosestellung ausreicht. Insbesondere die Vorhöfe des Herzens sowie die Hauptschlagader, die Aorta, lassen sich durch die transthorakale Echokardiographie nur unzureichend darstellen.

Da die Speiseröhre direkt hinter dem Herzen liegt, lassen sich von hier sehr genaue Ultraschallbilder des Herzens ohne störende Zwischenstrukturen wie den Brustkorb, das Lungengewebe oder die Rippen anfertigen. Auf die transösophageale Echokardiographie wird auch bei Artefakten, also möglichen technisch bedingten Darstellungsfehlern, in der transthorakalen Echokardiographie zurückgegriffen. Die TEE ist das Diagnoseverfahren der Wahl bei Verdacht auf Herzklappenfehler. So kann festgestellt werden, ob eine oder mehrere der vier Herzklappen nicht richtig schließen (Herzklappeninsuffizienz) oder durch eine Verengung nicht mehr richtig öffnen.

Bei der Transösophagealen Echokardiographie (TEE) wird ein Echokardiogramm des Herzens durch die Speiseröhre durchgeführt. Die Untersuchung ist umgangssprachlich auch als Schluck-Echo bekannt.

Hier spricht man von einer Herzklappenstenose. Mit der transösophagealen Echokardiographie kann auch beurteilt werden, ab wann diese Herzklappenfehler nicht mehr medikamentös behandelbar sind, und wann ein operativer Klappenersatz erforderlich ist. Auch erfolgt die Verlaufs- und Funktionskontrolle nach dem Einsatz einer künstlichen Herzklappe mithilfe der TEE. Das Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen und bleibt oft unerkannt. Im Gegensatz zum Kammerflimmern ist das Vorhofflimmern nicht direkt lebensbedrohlich. Durch den Blutstau in den Vorhöfen, die durch das Flimmern nicht mehr kontrahieren, können sich Blutgerinnsel bilden, die sich lösen, über die Arterien ins Gehirn wandern und dort einen Schlaganfall auslösen können.

Um diese Blutgerinnsel im Herzvorhof frühzeitig zu entdecken, wird bei Verdacht auf Vorhofflimmern auch eine transösophageale Echokardiographie durchgeführt. Auch bei einer Endokarditis, also bei einer Entzündung der inneren Herzhaut, ist die TEE Diagnoseverfahren der Wahl. Gleiches gilt für die Diagnose und die Kontrolle von unbehandelten Aortenaneurysmen. Ein Aortenaneurysma ist eine Aussackung der Aorta. Aortenaneurysmen sind oft Zufallsfunde, nur selten verursachen sie Schmerzen.

Die große Gefahr dieser Gefäßaussackungen ist eine Ruptur mit unkontrollierbaren und meist tödlich endenden inneren Blutungen. Ebenso wie die Aortenaneurysmen werden Plaques der Aorta mittels EET beobachtet. Plaques sind Kalkablagerungen in und an den Gefäßwänden der Arterien. Lösen sich diese, können sie je nach Lage ins Gehirn oder andere Organe wandern und dort einen akuten Gefäßverschluss mit drastischen Folgen wie beispielsweise Schlaganfall oder Niereninfarkt verursachen.

Auch Tumore des Herzens oder des Mediastinums (Mittelfellraums) werden mit einer transösophagealen Echokardiographie diagnostiziert. Ein weiteres Einsatzgebiet des Diagnoseverfahrens ist die frühzeitige Erkennung von Mangeldurchblutungen des Herzgewebes. Diese Minderdurchblutungen können beispielsweise nach einem Herzinfarkt auftreten und bergen das Risiko eines Gewebesterbens mit der Folge der Herzinsuffizienz.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Um ein Erbrechen zu verhindern, muss der Patient bei der Untersuchung nüchtern sein, das heißt, er sollte ungefähr fünf bis sechs Stunden vor der transösophagealen Echokardiographie nicht essen oder trinken.

Erfolgt eine Betäubung des Rachens, darf der Patient auch drei Stunden nach der Untersuchung keine Nahrung oder Flüssigkeit zu sich nehmen, da die Gefahr besteht, dass er sich verschluckt. Hat der Patient zudem eine Spritze zur Beruhigung erhalten, ist ihm das Autofahren in den nächsten 24 Stunden untersagt.

Die transösophageale Echokardiograpgie ist ein risikoarmes und gut verträgliches Diagnoseverfahren. In seltenen Fällen kommt es trotzdem zu Komplikationen. So können Gefäße, Nerven und Gewebe von Speiseröhre, Kehlkopf oder Luftröhre beim Einführen des Schallkopfes verletzt werden. Hat der Patient lockere Zähne, kann es zu Gebissschäden und Zahnverlust kommen. Durch die Ultraschallwellen können Herzrhythmusstörungen oder Störungen des Herz-Kreislauf-Systems verursacht werden.

Bei zusätzlicher Gabe von Beruhigungsmitteln werden in seltenen Fällen auch Atemstörungen beobachtet. Zudem können Überempfindlichkeitsreaktionen auf das Betäubungsmittel auftreten, die in schweren Fällen einen anaphylaktischen Schock mit der Gefahr des Organversagens und des Erstickens zur Folge haben.

Bei Patienten mit Ösophagusvarizen darf keine EET durchgeführt werden. Ösophagusvarizen sind Krampfadern der Speiseröhre, die insbesondere bei schweren Lebererkrankungen auftreten können. Werden diese Krampfadern verletzt, sind lebensbedrohliche Blutungen die Folge. Weitere Kontraindikationen für das Ultraschallverfahren sind Tumore der Speiseröhre (Ösophaguskarzinom) oder Blutungen im oberen Magen-Darm-Trakt.

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