Trachealstenose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2017
Startseite » Krankheiten » Trachealstenose

Die Trachealstenose bezeichnet eine krankhafte Verengung (medizinisch Stenose) der Luftröhre (Trachea), welche die Verbindung der Lunge zur Außenwelt darstellt. Deshalb führt die Luftröhrenverengung auf kurz oder lang zunehmend zu Atemproblemen und häufig auch zu Schmerzen, die mit der Atmung verbunden sind.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Trachealstenose?

Bei der Trachealstenose liegt eine Stenose (Verengung) der Trachea (Luftröhre) vor, was dem Patienten die Atmung erschwert. Denn die Luftröhre stellt den einzigen Weg dar, auf welchem die Lunge an Atemluft gelangen kann.

Genau deshalb ist eine gut funktionierende Atmung jedoch auch ungemein wichtig – lebenswichtig, um genau zu sein. Die Trachealstenose ist nicht nur schmerzhaft, sondern häufig auch unangenehm bis unzumutbar. Eine Trachealstenose tritt allerdings nur in den wenigsten Fällen plötzlich und drastisch auf.

Meistens baut sich diese über lange Zeit hinweg auf, sodass sie oft rechtzeitig erkannt und behalt werden kann. Aufgrund der zahlreichen Ursachen, die diese Erkrankung vorweisen kann, kann diese Menschen der unterschiedlichsten Altersklassen treffen.

Ursachen

Eine Verengung der Luftröhre oder fachsprachig 'Trachealstenose kann zum einen bereits angeboren sein. Hier sollte man regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, um starke Beschwerden bestmöglich zu vermeiden.

Zum anderen kann sie aber auch durch Verletzungen, Entzündungen und andere Erkrankungen entstehen, welche die Atemwege betreffen. In vielen Fällen entsteht eine Trachealstenose beispielsweise durch eine Narbenbildung, die auf Entzündungen und Verletzungen beruht. Ebenfalls häufig wird eine Trachealstenose durch eine vorhergegangene Langzeitbeatmung, durch gutartige und bösartige Wucherungen oder durch das Verschlucken von Fremdkörpern ausgelöst.

Deshalb können durchaus auch Kinder von einer Trachealstenose betroffen sein, die entweder gänzlich durch ein aktuell verschlucktes Spielzeug und Co. verursacht wurde, oder aber auch als Nachwirkung.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Je nach Ursache kann eine Trachealstenose mehr oder weniger schnell und drastisch verlaufen. Bei verschluckten Gegenständen tritt eine Trachealstenose selbstverständlich direkt auf und zeigt sich durch starke Symptome wie Schmerzen und Atemnot.

Bei einer nicht akuten Verengung treten die Symptome und Beschwerden allerdings eher langsam auf. Wie langsam lässt sich aber auch nicht pauschalisieren. Deshalb sollte man bei Atemnot und erschwerter Atmung unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Dieser diagnostiziert eine Trachealstenose meistens durch detaillierte Untersuchungen der Atemwege und der Lunge: beispielsweise durch Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen sowie durch Lungenspieglungen. Bei stärkeren Beschwerden und bei Notwendigkeit werden heute oft auch ausgiebige CT-Untersuchungen hinzugezogen.

Komplikationen

Eine Trachealstenose hat für die Betroffenen ernste Komplikationen zur Folge. Wird ein Gegenstand verschluckt, führt dies zu akuter Atemnot und bereits nach wenigen Minuten zum Ersticken. Parallel dazu treten meist auch starke Schmerzen und Panikattacken auf. Eine sofortige Behandlung ist unerlässlich, da die Luftnot andernfalls zunimmt und der Betroffene schließlich gar nicht mehr atmen kann.

Neben der Erstickungsgefahr besteht auch das Risiko, dass der Fremdkörper in die Luftröhre oder die Speiseröhre abrutscht und dabei Verletzungen verursacht. Die Trachealstenose selbst hat meist keine akuten Komplikationen zur Folge, kann aber Spätfolgen hervorrufen. So kann eine nicht akute Verengung zu chronischem Sauerstoffmangel führen. Der Betroffene ist dadurch weniger leistungsfähig und leidet oft unter geistigen Ausfallerscheinungen wie Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit.

Langfristig können bleibende Hirnschäden auftreten. Eine Behandlung mittels Stent kann zu Verletzungen führen. Manchmal entzündet sich der Hautbereich rund um den Stent, wodurch es im schlimmsten Fall zu einer Infektion der Luftröhre kommen kann. Ein operativer Eingriff birgt ähnliche Risiken und kann außerdem mit Problemen bei der Wundheilung und der Entstehung von Narben verbunden sein.

Behandlung & Therapie

Auch die Behandlung einer Trachealstenose richtet sich in erster Linie nach der Ursache. Rein medikamentöse Behandlungen sind allerdings nur in den wenigsten Fällen machbar und sinnvoll.

Oftmals muss man schon bei leichteren Symptomen und Arten zu operativen Verfahren greifen. Diese müssen aber nicht immer von großem Umfang sein, weshalb man den Arztbesuch keinesfalls aus Angst aufschieben sollte. Denn störendes Fremdgewebe wie Wucherungen lässt sich zum Beispiel häufig relativ schonend und einfach mittels eines kleinen bronchoskopischen Eingriffs entfernen.

Zudem greift man bei weniger drastischen Verengungen der Trachea auch auf den Einsatz von Stents zurück, welche die Luftröhre weiten. Diese Eingriffe sind oft nahezu schmerzfrei und dauern nur wenige Minuten. Je nach Ursache können Stents übrigens zeitweise aber auch lebenslang eingesetzt bleiben. In schweren Fällen kann allerdings auch eine umfangreichere Operation notwendig werden.

Bei dieser wird zum Beispiel der betroffene Luftröhrenabschnitt entfernt und die verbleibenden Anteile der Luftröhre werden durch moderne Mittel, und oft auch mit Unterstützung von künstlichen Beatmungsmethoden, wieder verbunden. Im besten Falle lässt sich so ein nahezu spannungs- und schmerzfreier Ursprungszustand wiederherstellen.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Einer Trachealstenose lässt sich nicht vorbeugen. Einzig Verengungen, die durch Verschlucken entstehen, lassen sich durch eingewisses Maß der Vorsicht gelegentlich vermeiden. Vor allem auf Kleinkinder sollte man hier ein besonders gutes Auge haben. Allerdings kann man übergreifend bei ersten Anzeichen einen Arzt aufsuchen, sodass rechtzeitig gehandelt werden kann.

Hinzukommend sollte man sich bei lang anhaltenden, chronischen oder angeborenen Beschwerden regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen unterziehen. So lassen sich drastische Symptome und somit auch drastischere Behandlungsmethoden häufig vermeiden.

Bücher über Atembeschwerden

Quellen

  • Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Reia, M.: Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2009

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: