Tränendrüse

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. November 2016
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Bei der Tränendrüse handelt es sich um eine wichtige Drüse, die ausschlaggebende Funktionen übernimmt. Während viele Menschen die Tränendrüse nur mit der Tränenflüssigkeit während des Weinens verbinden, kommt sie täglich zahlreichen Aufgaben nach.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Tränendrüse?

Die Tränendrüse befindet sich am äußeren Lidrand sowie in unmittelbarer Nähe zur Nase. Sie besteht aus einer Drüse und mehreren Kanälen. Während die Tränenflüssigkeit im Bereich der Augenhöhle gebildet wird, liegen die Abflüsse des Tränenkanals im inneren Augenwinkel. Dabei produziert die Tränendrüse unentwegt Flüssigkeit.

Zum einen kommt diese in emotionalen Situationen, beim Weinen, zum Vorschein, zum anderen hält sie das Auge rund um die Uhr feucht. Nur so trocknet die Hornhaut nicht aus und verursacht Schmerzen. Dabei wird die Flüssigkeit durch den regelmäßigen Lidschlag optimal im Auge verteilt. Der Lidschlag erfolgt meistens unbewusst und mehr als zehntausend Mal täglich.

Oft fällt die Tränendrüse vielen Menschen erst dann auf, wenn sie nicht richtig funktioniert. Sobald die Tränendrüse aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr genügend Flüssigkeit bereitstellt, sind die Augen in vielen Situationen nicht optimal geschützt. Die Augen trocknen aus, das Blinzeln schmerzt und Fremdkörper können nicht effektiv ausgespült werden. Die zahlreichen Funktionen der Tränendrüse werden im Alltag oftmals vergessen.

Anatomie & Aufbau

Die Tränendrüse besteht aus zwei Teilen. Der größere Anteil befindet sich über dem Auge. Er liegt zwischen Augenbraue und dem Auge, ungefähr auf Höhe der äußeren Augenhöhle. Der zweite Teil der Tränendrüse liegt in der Region, wo Bindehaut und Augenlid sich berühren. Dieser lässt sich durch das Umklappen des unteren Augenlids erkennen.

Im inneren Augenwinkel sitzen die Abflüsse der Tränendrüse. Hier wird die Tränenflüssigkeit aufgenommen und in die Nase weitergeleitet. Dabei verfügt die Tränendrüse über mehrere Ausgänge, welche die Flüssigkeit ins Auge abgeben. Diese sind sowohl im oberen als unteren Augenlid lokalisiert. Die Tränenkanälchen verlaufen oftmals getrennt voneinander und vereinen sich vor dem Übertreten in den Tränensack. In dem Tränensack sammelt der Körper die Flüssigkeit, welche dazu verwendet wurde, das Auge zu spülen. Anschließend werden die Tränen über die Nase ausgeschieden. Dies ist auch der Grund, weshalb Menschen beim Weinen die Nase läuft.

Der Aufbau des Organs staffelt sich somit in Tränendrüse, Tränensack, Tränenkanälchen und Tränennasengang. Die einzelnen Bestandteile sind aufeinander angewiesen. Die Tränendrüse kann nur dann fachgemäß arbeiten, wenn die Funktion aller Elemente gesichert ist.

Funktion & Aufgaben

Die Tränendrüse besitzt eine sehr große Bandbreite an Funktionen. Auch wenn die Theorie noch nicht nachgewiesen werden konnte, gehen Wissenschaftler weiter davon aus, dass das Weinen in emotionalen Situationen sich positiv auf bestehenden Stress auswirkt und die Entstehung von Depressionen vermeidet.

Aber auch außerhalb von emotionalen Momenten verrichtet die Tränendrüse täglich viele Aufgaben. Zu diesen gehört insbesondere die Produktion von einem Tränenfilm zum Schutz des Auges. Dieser sorgt zum einen dafür, dass das Auge nicht austrocknet und Sauerstoff ungehindert von außen an die Hornhaut vordringen kann. Zum anderen ist dieser dafür verantwortlich, dass während des Blinzelns keine Reibung zwischen Augenlid und Hornhaut entsteht.

Der regelmäßige Lidschlag sorgt normalerweise dafür, dass die Augen stets feucht sind. Setzt er eine Zeit lang aus, so trocknen die Augen zügig aus. Sobald ein solcher Prozess in Gang gesetzt wurde, kann das Schließen der Lider als schmerzhaft empfunden werden, weil die Schmierschicht zwischen Haut und Hornhaut fehlt. Darüber hinaus dient sie dem Auge dahingehend als Schutz, dass sie Fremdkörper ausspült.

Sobald kleine Partikel ins Auge gelangt sind, produziert die Tränendrüse mehr Flüssigkeit. Zudem bewahrt sie die Hornhaut vor häufigen Infektionen, indem der Tränenfilm Erreger abwehrt und daran hindert, ins Auge einzudringen. Aber die Tränendrüse schützt nicht nur vor äußeren Einflüssen. Gleichzeitig entfernt sie von der Hornhaut abgestoßene Zellen und unterstützt den Stoffwechsel der Hornhaut.

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Krankheiten & Beschwerden

Während sie im Alltag kaum bemerkt wird, stellen sich unangenehme Beschwerden ein, sobald die Tränendrüse erkrankt ist. So kommt es bereits zu Schmerzen und einem Fremdkörpergefühl, wenn nicht mehr ausreichend Flüssigkeit produziert wird. Grundlage für diese Erscheinung können hormonelle Schwankungen oder die Einnahme bestimmter Medikamente sein.

Es ist ebenfalls möglich, dass der Lidschlag in zu kurzen Abständen erfolgt. Dies ist beispielsweise häufig der Fall, wenn Personen sich auf eine schriftliche Aufgabe konzentrieren. Verantwortlich sein können auch Umweltfaktoren wie Heizungsluft oder Zigarettenrauch, Schilddrüsenerkrankungen und Diabetes.

Als besonders schmerzhaft empfunden werden oftmals Entzündungen der Tränendrüse. Dabei ist ihr Vorkommen sehr selten und meistens mit dem Auftreten von Viruserkrankungen verknüpft. Zu diesen gehören unter anderem Mumps oder das Pfeiffersche Drüsenfieber. Es ist jedoch auch möglich, dass andere Erreger die Entzündung ausgelöst haben. Dabei kommt es zu einer Schwellung des oberen Lids, die oftmals mit Rötungen einhergeht. Die Entzündung kann akut oder chronisch verlaufen.

Die Tränendrüse kann den Nährboden für die Entstehung eines Tumors bieten. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen jedoch um gutartige Geschwüre. Die Entwicklung des Tumors nimmt in den meisten Fällen einen langen Zeitraum in Anspruch. Im späteren Verlauf kann die Bewegung des Auges eingeschränkt sein oder Betroffene vernehmen Doppelbilder. Es empfiehlt sich, den gutartigen Tumor komplett entfernen zu lassen. Dabei wird darauf geachtet, dass keine Rückstände verbleiben. Bei diesen besteht nämlich die Gefahr, dass sich aus wiederkehrenden Tumoren bösartige Entartungen entwickeln.

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