Totgeburt

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. Januar 2017
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Totgeburten sind leider keine Seltenheit. Immer wieder müssen Mediziner den werdenden Eltern erklären, keinen Herzschlag des Kindes zu hören. Eine Situation, die unheimlich schwer zu verarbeiten und zu verkraften ist.

Inhaltsverzeichnis

Wie definiert sich eine Totgeburt?

Wird nach der 22. Schwangerschaftswoche festgestellt, dass das Kind keinen Herzschlag mehr hat und beträgt das Geburtsgewicht mindestens 500 Gramm, spricht man von einer Totgeburt. Dem „Sternenkind“ kann ein Name gegeben werden; ebenfalls folgt eine Eintragung in das Sterbebuch.

Kinder, die vor der 22. Schwangerschaftswoche sterben und ein Geburtsgewicht von unter 500 Gramm haben, sind Fehlgeburten. Eltern haben aber das Recht, auch ihre Sternenkinder in ein Sterbebuch eintragen zu lassen.

Unerwartet oder mit Anzeichen: wenn es zur Totgeburt kommt

Blutungen, fehlende Kindsbewegungen oder Unterleibsschmerzen können erste Hinweise sein, dass mit dem heranwachsenden Fötus etwas nicht in Ordnung ist. Im Rahmen der Ultraschalluntersuchung kommt es zur traurigen Gewissheit - das Kind ist tot. Doch es muss nicht immer Anzeichen geben.

Oftmals läuft auch alles nach Plan, bevor der Arzt während der Ultraschalluntersuchung feststellt, dass es keine Kindsbewegung mehr gibt. Mitunter kann auch eine schwere Behinderung diagnostiziert werden, die dazu führt, dass ein Fetozid - die geplante Tötung des Kindes - eingeleitet werden muss, da das Kind nicht überlebensfähig ist. Am Ende enden alle Szenarien mit der traurigen Gewissheit, dass das geliebte Baby tot geboren werden muss.

Ursachen für eine Totgeburt

Die Frage, warum das Kind gestorben ist, quält alle Eltern. Eine Antwort ist oft wichtig für den Trauerprozess und auch die Verarbeitung; in vielen Fällen können Eltern erst dann mit dem Tod des Ungeborenen abschließen, wenn sie den Grund und die Ursache kennen. Die Gründe sind vielfältig.

Störungen oder auch Durchblutungsstörungen der Plazenta, ein vorzeitiges Ablösen der Plazenta oder auch Sauerstoffmangel, Infektionen, eine unzureichende Versorgung über die Nabelschnur sind möglich. Auch kindliche Fehlbildungen können dafür sorgen, dass das Kind tot zur Welt gebracht werden muss. Die Beantwortung der Frage, warum das Kind gestorben ist, kann auch dabei helfen, Folgeschwangerschaften zu planen.

Die „Stille Geburt“

Die „stille Geburt“ beschreibt eine ausgesprochen besondere Entbindung. Bringt eine Mutter ihr Kind „still zur Welt“, fehlt der Schrei des Neugeborenen. Ist das Kind im Mutterleib verstorben, kann entweder gewartet werden, bis Wehen einsetzen beziehungsweise ist es auch möglich, die Wehen künstlich herbeizuführen. Im Rahmen der „stillen Geburt“ werden die Eltern von Ärzten sowie Geburtshelfern betreut und während dieser schweren Zeit begleitet.

Nur in wenigen Fällen werden die toten Kinder per Kaiserschnitt (etwa, wenn die Fruchtblase geplatzt ist oder schwere Infektionen vorliegen) entbunden. Auch wenn die „stille Geburt“ als „unnormale Entbindung“ wahrgenommen wird, verschreckt oder auch irritiert, erleichtert der Vorgang den Abschied vom toten Kind.

Schlussendlich haben die Eltern die Möglichkeit, sich von ihrem Kind zu verabschieden, können es im Arm halten und auch - als Andenken - Fotos machen. Auch Hand- oder Fußabdrücke sind möglich und können als Erinnerungen aufbewahrt werden.

Wochenbett nach der Totgeburt

Ob „stille Geburt“ oder Kaiserschnitt - nach der Totgeburt folgt das Wochenbett und eine schwere Zeit, welche nicht nur die Mutter, sondern auch der Vater durchstehen muss. Der Körper kennt nämlich nicht den Unterschied, ob eine Lebend- oder Totgeburt erfolgt ist und beginnt mit den Nachwehen; auch die Milchbildung setzt ein.

In dieser Zeit sind vor allem Hebammen die ersten Ansprechpartner. Sie helfen bei körperlichen wie auch seelischen Problemen und geben hilfreiche Informationen über etwaige Rückbildungskurse, die nur von Frauen wahrgenommen werden, die eine Totgeburt erlitten haben. Hebammen wissen auch, wie die Milchbildung gestoppt werden kann beziehungsweise können auch Ratschläge erteilen, wie die Trauer besser verarbeitet werden kann.

Abschied nehmen: welches Ritual ist am besten?

Wichtig ist, dass die Eltern, Geschwister und auch Angehörige Abschied nehmen. Ob in der Klinik oder direkt im Bestattungsinstitut - die Verabschiedung hilft beim Trauerprozess. Das tote Kind kann entweder im Familiengrab oder auch in einem eigenen Kindergrab beigesetzt werden. Erd- sowie Feuerbestattung sind möglich; das Kind kann auch außerhalb des Friedhofs, etwa im Rahmen einer Seebestattung oder in einem Baumgrab, begraben werden.

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Trauerzeit nach der Totgeburt – Hilfe bei der Verarbeitung

Alle, ganz egal ob Mutter, Vater, die Geschwister, Angehörige oder Freunde, die sich auf das Kind gefreut haben, trauern, nachdem sie erfahren haben, dass das Baby tot zur Welt gebracht werden musste. Doch jeder Mensch trauert anders und für sich. Ob im Stillen, ob tränenreich, ob mit lautem Wehklagen oder mit einem mehrtägigen Rückzug - am Ende ist es wichtig, sich genügend Zeit für die Trauer und die Verarbeitung des Erlebten zu geben. Dann fällt es auch leichter, den Blick wieder nach vorne zu richten.

In dieser Zeit sollte auch professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Sogenannte Trauerbegleitungen helfen dabei, den Verlust besser zu verkraften. Diverse Selbsthilfegruppen stehen ebenfalls hilfreich zur Seite, damit am Ende die Trauer verarbeitet werden kann. Paare müssen nicht nur mit dem Verlust fertig werden, sondern auch gemeinsam über die Situation hinwegkommen.

Wichtig ist, dass sich hier mit einer Offenheit und Ehrlichkeit begegnet und auch die Art der Trauer - wenn es hier mitunter Unterschiede gibt - akzeptiert wird. Nur wenn beide Partner trauern können, kann der Prozess abgeschlossen werden und eventuell können sich beide auch auf eine Folgeschwangerschaft einlassen. Gebärt die Frau nach einer Totgeburt ein gesundes Kind, spricht man vom „Folgewunder“.

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