Topinambur

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. Dezember 2016
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Die Topinambur ist die Kartoffel für Diabetiker schlechthin. Sie ist stärkefrei und kalorienarm, gleichzeitig liefert sie viele Ballaststoffe und Mineralien.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über die Topinambur wissen

Die Topinambur ist ein Wurzelgemüse, das ursprünglich aus Nord- und Mittelamerika stammt. Hierzulande wird sie auch Erdartischocke oder Erdbirne genannt. In der Region Baden ist viel mehr der Name Erdapfel geläufig. Im 17. Jahrhundert entdeckte der Gründer des französischen Kanadas, Samuel de Champlain, die Knolle beim indianischen Volk Tupinambá und brachte das Gemüse nach Europa.

Botanisch gehört die Topinambur zur Familie der Korbblütler, genauer genommen ist sie eine Sonnenblumenart. Die Pflanze wächst mehrjährig und kann eine Wuchshöhe von bis zu 3 Metern erreichen. Zwar sind die Blüten auch gelb, jedoch sind sie viel kleiner als die Sonnenblume. Die Triebe sterben jedes Jahr im Herbst ab. Im Juli und August bilden sich an den Wurzeln essbare Knollen, die nicht nur gesund und schmackhaft, sondern in der Küche auch sehr vielseitig verwendbar sind. Die Knollen dienen der Pflanze außerdem als Kohlenhydratspeicher. Weil diese von Oktober bis März geerntet werden, ist die Topinambur ein frosthartes Wintergemüse. Aufgrund dieser Eigenschaft ist sie bei Kennern sehr beliebt.

Die Topinambur ist die Kartoffel für Diabetiker schlechthin. Sie ist stärkefrei und kalorienarm, gleichzeitig liefert sie viele Ballaststoffe und Mineralien.

Die Schale der Knolle hat eine bräunlich-violette Farbe, während ihr Fleisch eine helle cremige Farbe aufweist. Im Frühjahr treiben die Knollen wieder neue Sprossen hervor. Bedingt durch das günstige Klima wird die Pflanze im europäischen Raum insbesondere in Südfrankreich angebaut. Den Namen Erdartischoke verdankt sie dem artischocke-ähnlichen Geschmack im rohen Zustand. Auch ein leicht nussiger, angenehmer Geschmack macht die Knolle so beliebt. Wird das Fleisch der Knolle gekocht, entwickelt es eine süßliche Note. Die Konsistenz der Topinambur gleicht der einer frischen, knackigen Möhre.

Die Topinambur wird wegen ihrer geschmacklichen Besonderheit und ihrer positiven Wirkung auf die Gesundheit in der heimischen Küche immer populärer. Und dank der heilenden Wirkung der Inhaltsstoffe Betain, Cholin und Saponine wird die Knolle der Topinambur auch zur Herstellung von homöopathischen Mitteln eingesetzt. Außerdem hat die Topinambur eine große Bedeutung für Diabetiker: Das Fleisch der Knolle enthält anstelle der Stärke das stärkeähnliche Kohlenhydrat Inulin.

Bedeutung für die Gesundheit

Die Topinambur ist unter den Kennern auch als die Kartoffel für Diabetiker bekannt, weil das stärkeähnliche Inulin von Diabetikern gut vertragen wird. Auch bei einer Diät wird das Gemüse gerne anstelle der Kartoffel verzehrt, weil es sehr kalorienarm ist.

Warum das so ist, ist sehr einfach zu erklären: Unserem Verdauungssystem fehlen Enzyme, die das Inulin spalten können. So kann es nicht in Energie umgewandelt werden. Und genau aus diesem Grund kann es den Blutzucker auch nicht in die Höhe treiben. Stattdessen gelangt das Inulin als ein unverdaulicher Ballaststoff in den Dünndarm. Bei Flüssigkeitszufuhr quillt das Inulin auf und wirkt schnell sättigend. Dank dieser Eigenschaft wird die Topinambur in der Homöopathie zur Herstellung von gewichtsreduzierenden Mitteln eingesetzt. Im Dickdarm hat das Inulin eine präbiotische Wirkung, da es als Nahrungsquelle für die Bifidobakterien dient.

Dieser Bakterienstamm ist äußerst wichtig für die Gesundheit des Menschen, da er schädliche Keime bekämpft. Krankheitserreger wie Hefepilze haben so keine Chance, sich zu vermehren. Die präbiotische Wirkung des Inulins sorgt also für eine gesunde Darmflora, welche die Voraussetzung für ein funktionierendes Immunsystem ist. Wer aber noch nie Topinambur gegessen hat, sollte langsam vorgehen und die tägliche Menge Schritt für Schritt steigern. Denn Inulin kann starke Blähungen verursachen, wenn das Verdauungssystem sich noch nicht an das neue Kohlenhydrat gewöhnt hat.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Nährwertangaben Menge pro 100 Gramm
Kalorien 73 Fettgehalt 0 g
Cholesterin 0 mg Natrium 4 mg
Kalium 429 mg Kohlenhydrate 17 g
Ballaststoffe 1,6 g Eiweiß 2 g

Die Topinambur ist sehr viel kalorienarmer als die Kartoffel. Trotzdem wirkt sie sehr schnell sättigend, weil sie reich an Ballaststoffen ist. Und nicht nur das: Die Topinambur ist auch mineralstoffreich. Der hohe Kaliumgehalt wirkt entwässernd und blutdrucksenkend. Somit gilt die Pflanze als ein wirksames natürliches Entschlackungsmittel. Es wurde auch nachgewiesen, dass das Wintergemüse sehr viel Eisen enthält. Dieses wird im menschlichen Körper zur Blutbildung benötigt.

Darüber hinaus wirkt die Topinambur Haarausfall und brüchigen Nägeln entgegen, weil sie reich an Kalzium und Kieselsäure ist. Und auch in puncto Vitamine und pflanzliche Eiweiße steht die Topinambur der Kartoffel keineswegs nach. Wer auf eine gesunde Ernährung umsteigen oder ein paar überflüssige Pfunde verlieren möchte, findet mit der Topinambur eine gesündere Alternative zur Kartoffel und Süßkartoffel.

Unverträglichkeiten & Allergien

Genau wie andere Lebensmittel und Pflegeprodukte aus der Familie der Korbblütler kann die Topinambur in Einzelfällen auch Allergien oder Unverträglichkeiten hervorrufen. Oft äußert sich eine Unverträglichkeit gegenüber der Topinambur in Hautausschlägen wie Juckreiz, Schwellungen und Quaddeln aus.

Auch sind allergische Entzündungen im Mundraum oder im Magen-Darm-Trakt nicht selten. Letztere führen meist zu Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall. In schlimmen Fällen können die anfänglichen Symptome lebensbedrohlich enden. Wer nach dem Verzehr von Topinambur körperliche Veränderungen beobachtet, sollte möglichst bald den Arzt aufsuchen. Dieser diagnostiziert, ob nur eine Unverträglichkeit oder eine echte Allergie vorliegt. Wenn eine Allergie gegen einen der Inhaltsstoffe festgestellt wird, sollte das Gemüse konsequent vermieden werden.

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Einkaufs- & Küchentipps

Das Wintergemüse hat seinen Saison von Oktober bis Mai. In dieser Zeit schmecken die Knollen am besten. Da die Knollen winterhart sind, werden sie ganzjährig angeboten. Bei der Lagerung von Topinambur ist zu beachten, dass sie wegen ihrer dünnen Schale nur sehr wenige Tage im Kühlschrank frisch bleibt.

Schon während des Transports verlieren die Knollen an Frische, sodass sie so schnell wie möglich verarbeitet werden sollen. Wenn sie jedoch noch ein paar Tage im Kühlschrank gelagert werden müssen, dann kommen sie am besten ungewaschen in das Gemüsefach. Auf diese Weise können sie etwa eine Woche aufbewahrt werden. Und wurden sie erst einmal geschält, verfärben sie sich nach wenigen Minuten bräunlich. Wie bei der Verarbeitung von Äpfeln kann auch hier mit einigen Tropfen Zitronensaft nachgeholfen werden.

Bei einem Anbau im eigenen Garten wird die Knolle erst kurz vor der Zubereitung geerntet. Die Topinambur kann auch ein Jahr lang im Gefrierfach aufbewahrt werden. Allerdings muss sie vor dem Einfrieren in kochendem Salzwasser blanchiert werden. Das kurze Blanchieren ist auch die beste Methode, um die knorrigen Knollen zu schälen. Danach wird sie mit kaltem Wasser abgeschreckt und enthäutet. Wem das Schälen jedoch zu lästig ist, kann die Knolle auch ungeschält essen.

Zubereitungstipps

Die Zubereitungsmöglichkeiten von Topinambur sind sehr vielfältig. Das Gemüse schmeckt sowohl roh als auch gedünstet, gebacken oder frittiert gut. Wer die Knolle frisch und knackig mag, isst sie am besten roh im Salat. Dafür wird sie in Scheiben geschnitten und mit Essig und Öl gewürzt. Fein püriert kann sie zu einer leichten Cremesuppe oder zu einem Püree verarbeitet werden. Auch eignet sie sich gut als Bestandteil eines Gemüseauflaufs.

Beim schonenden Kochen oder Dämpfen bleibt der nussige Geschmack am besten erhalten. Die süße Note kommt hingegen erst nach dem Braten oder Pürieren zur Geltung. Die Topinambur kann wie die Kartoffel als Rösti oder Püree zu Fleisch und Fisch serviert werden. Frittierte Topinamburchips sind nicht nur lecker, sondern sind auch viel gesünder und enthalten weit aus weniger Kalorien als Kartoffelchips.

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