Tonometrie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Bei der Tonometrie handelt es sich um ein diagnostisches Messverfahren in der Ophthalmologie (Augenheilkunde). Mit speziellen Geräten wird der Augeninnendruck ermittelt. Eine Erhöhung dieses Wertes kann auf das Vorhandensein eines Glaukoms, den Grünen Star, hindeuten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Tonometrie?

Der Augeninnendruck gilt in der ophthalmologischen Diagnostik als wichtiges Erkennungsmerkmal eines Glaukoms. Augeninnendruck entsteht durch das Kammerwasser, das die Hornhaut mit Nährstoffen versorgt. Das Kammerwasser fließt in die vordere Augenkammer und geht von dort in die Blutbahn. Zu- und Abfluss des Kammerwassers halten sich bei einem gesunden Auge die Waage.

Kommt es zu Imbalancen, steigt der Augeninnendruck. Beim gesunden Erwachsenen liegt der Wert des intraokularen Drucks zwischen 10 und 21 mmHg (Millimeter-Quecksilbersäule). Allerdings schwanken diese Werte je nach Tageszeit, Alter und Körperposition des Patienten. Um wirklich aussagekräftige Werte zu erzielen, erfolgt die intraokulare Druckmessung zu verschiedenen Zeiten. Die Ergebnisse werden in einem Tagesprofil zusammengefasst. Die Tonometrie ist ein bedeutendes Instrument, um den Grünen Star rechtzeitig zu erkennen, da sich diese Krankheit schleichend entwickelt und im Anfangsstadium keinerlei Schmerzen verursacht.

Auch zur Verlaufskontrolle eines Glaukoms wird das diagnostische Verfahren eingesetzt. Die hohen Druckwerte schädigen den Sehnerv und führen im schlimmsten Falle zur Erblindung des Patienten. Ausfälle im Gesichtsfeld gehören zu den typischen Symptomen für ein Glaukom, ein grauer Fleck etwa, der sich ins Blickfeld schiebt. Oder eine von außen nach innen verlaufende Gesichtsfeldverengung.

Diabetiker und Menschen mit einer altersbedingten Makuladegeneration gehören zu den Risikogruppen für diese Erkrankung, ebenso stark Kurz- und Weitsichtige. Augenärzte raten daher zu einer zweijährlichen Tonometrie ab dem 40. Lebensjahr. Bei familiär bedingtem Auftreten eines Glaukoms ist eine jährliche Kontrolle empfehlenswert.

Funktion, Wirkung & Ziele

Für eine Tonometrie stehen mehrere Messverfahren zur Verfügung, jedoch nicht alle mit verlässlichen Ergebnissen. Am häufigsten wird der Applanations-Tonometer nach Goldmann eingesetzt. Die Untersuchung verläuft im Liegen oder Sitzen. Zur Untersuchung ist eine örtliche Betäubung der Hornhaut erforderlich, die mittels Augentropfen erfolgt. Danach wird mit einem kleinen, zylindrischen Messgerät, dem Tonometer, die Hornhaut vorsichtig eingedrückt.

Der so ausgeübte Druck wird in mmHg gemessen und ergibt den aktuellen, intraokularen Druckwert. Je mehr Kraft der Augenarzt zum Eindrücken des Tonometers benötigt, desto höher ist der Innendruck des Auges. Vorteil des Goldmann-Tonometers: Er lässt sich an der Spaltlampe, dem Untersuchungsmikroskop des Ophthalmologen befestigen. Ohne Hornhautkontakt kommt die Non-Contact-Tonometrie aus. Betäubungstropfen sind nicht notwendig. Hier wird die Hornhaut mittels eines Luftimpulses eingedrückt. Gemessen wird anschließend die Verformung der Hornhaut. Diese Methode wird allerdings nur selten eingesetzt, da die Messwerte nicht präzise genug sind.

Bei der Tonometrie handelt es sich um ein diagnostisches Messverfahren in der Ophthalmologie (Augenheilkunde).

Das gilt auch für die Impressionstonometrie, ein schon älteres Verfahren, bei dem zur Messung ein Metallstift verwendet wird. Hier ist wieder eine Betäubung erforderlich. Danach wird ein Stift in die Hornhaut versenkt und der Arzt misst, wie tief der Stift die Hornhaut eindellt. Ein relatives Novum in der Ophthalmologie ist die Dynamische Konturtonometrie. Damit hat der Ophthalmologe ein sehr präzises Messinstrument zur Hand. Ähnlich einem EKG ist es damit möglich, Pulskurven des Augendrucks, die der Herzschlag auslöst, darzustellen. Ein Drucksensor im Tonometerkopf kann den Augeninnendruck unabhängig von Hornhauteinflüssen - ob dick, dünn, gekrümmt oder gerade - messen.

Diese Methode wird aufgrund ihrer Genauigkeit immer häufiger angewendet. Neben den vorhandenen Untersuchungsmöglichkeiten befinden sich noch einige Messverfahren im Erprobungsstadium. Eine davon ist die drucksensitive Kontaktlinse. Diese soll der Patient über mehrere Stunden tragen, damit der Augeninnendruck mit seinen Schwankungen über längere Zeiträume hinweg gemessen werden kann. Davon erhoffen sich die Ärzte einen großen Fortschritt und die Patienten eine Erleichterung bei der Diagnosestellung. Denn hat sich erst ein Glaukom entwickelt, ist eine bereits eingetretene Schädigung des Sehnervs in der Regel irreversibel.

Wichtigste Maßnahme ist nun die Senkung des intraokularen Drucks. Dafür stehen eine ganze Reihe von Augentropfen zur Verfügung. Ob der Druck nachhaltig gesenkt werden konnte, muss regelmäßig mit dem Tonometer geprüft werden. Sollten die Tropfen keine oder keine ausreichende Wirkung zeigen, kann eine Glaukomoperation notwendig werden, um den Abfluss des Kammerwassers zu verbessern.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Risiken einer Tonometrie sind gering, Komplikationen selten. Einzig bei der Applanationstonometrie nach Goldmann besteht eine, wenn auch geringe, Verletzungsgefahr. Daher empfiehlt es sich für Patienten, nach einen Augenarzt mit entsprechender Erfahrung in dieser Diagnostik zu suchen.

Da der Tonometer direkt auf die Hornhaut aufgesetzt wird, ist auch eine Keimübertragung denkbar. Eine penible Desinfektion sollte das jedoch verhindern. Auch wenn die Tonometrie zur Abklärung eines Glaukoms das Mittel der Wahl ist, ist sie nicht Bestandteil des Vorsorgekatalogs. Die Kosten werden von den Gesetzlichen Krankenkassen daher nicht übernommen. Die Tonometrie gehört zu den IGeL-Leistungen. Der Patient muss mit rund 20 Euro rechnen. Anders ist es, wenn dringende Verdachtsmomente, oder ein erhöhtes Risiko für Grauen Star bestehen. Dann übernehmen die Kassen auch die Kosten für eine Tonometrie.

Nach erfolgter Glaukomdiagnose, tragen die Kassen alle weiteren Behandlungsaufwendungen. Die Applanationstonometrie kann und darf nur von Augenärzten durchgeführt werden, da betäubende Augentropfen verabreicht werden müssen. Bei der Non-Contact-Tonometrie hingegen ist das nicht nötig. Daher bieten inzwischen zunehmend Augenoptiker dieses Untersuchungsverfahren an. Aber auch hier gilt: Keine Kostenübernahme durch die Kassen.

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