Tollkirsche

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. Dezember 2016
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Die Tollkirsche ist eine Heilpflanze, die zu denjenigen zählt, die extrem giftig sind. Ihr Gift wurde einst als Rauschmittel angewendet. Als Heilpflanze kommt die Tollkirsche nicht zum Einsatz, lediglich in der Homöopathie wird sie angewendet.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Tollkirsche

Die Tollkirsche ist auch unter dem Synonym Todeskirsche, Hexenkraut und Giftbeere bekannt. Die schwarze Tollkirsche ist eine Pflanze aus der Gattung aus der Familie der Nachtschattengewächse. Die krautartige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe zwischen 30 Zentimetern und einem Meter. An den Seiten bilden sich selten kahle bis leicht haarige Sprossensysteme (Rhizome).

Die Behaarung der Pflanze kann in drei verschiedene Typen auftreten. Diese sind langstielig und mit einzelligen, beziehungsweisen vielzelligen Köpfen versehen. Die Ausnahme bildet der Trichomtyp. Hierbei treten ölige Sekrete aus der Schutzschicht aus. Anschließend werden die Kopfzellen abgestoßen und durch neue Zellen ersetzt. Die Laubblätter der mehrjährigen Tollkirsche sind eiförmig und zugespitzt.

Kinder sind besonders verführt, die glänzenden Früchte der Tollkirsche zu verzehren. Größte Vorsicht ist geboten, denn ein Genuss von nur zehn Beeren kann schon zum Tode führen.

Die Blüten der Giftbeere haben einen bräunlichen Ton und befinden sich unter den Blättern. Aus den Blüten entwickeln sich schwarze, glänzende Früchte, die süß und bitter schmecken. Die Blüten können zwischen Juni und August bewundert werden. In den Früchten sind viele kleine Samenkörner enthalten, die von den Vögeln verbreitet werden.

Beheimatet ist die Tollkirsche in Nordafrika, Asien und Mitteleuropa. Bevorzugt gedeiht die Heilpflanze in Böden, die Gneis und Kalk enthalten und die besonders nährstoffreich sind. Waldlichtungen und Waldränder sind der perfekte Standort für die Tollkirsche.

Wirkung & Anwendung

In der Heilmedizin werden ausschließlich das Kraut und die Wurzel der Tollkirsche verwendet. In der Homöopathie kann es vorkommen, dass die gesamte Pflanze verwendet wird. Gesammelt wird das Kraut zwischen Juni und Juli und die Wurzel kann zwischen Juni und August geerntet werden. Ihre Pflanzenteile kommen bei den verschiedensten Krankheiten zum Einsatz.

Nicht nur vor 500 Jahren hat die Tollkirsche als Heilmittel an Bedeutung gewonnen. Da die Pflanze einen Rausch ähnlichen Zustand herbeiführt, hat sie den Hexenmythos mitbegründet. Heute kann die giftige Tollkirsche in verminderter Menge auch in der Naturheilkunde und Homöopathie eingesetzt werden. Die krampflösende Wirkung hat sich besonders im Magen-Darm-Trakt bewehrt und auch bei Beschwerden im Bereich der Galle wird die Tollkirsche verabreicht.

Die entzündungshemmende Wirkung der Tollkirsche hilft bei Kopfschmerzen und starkem Fieber. Beim Leiden unter Menstruationsbeschwerden und Verkrampfungen wird ein Präparat mit Tollkirsche verabreicht, um dadurch den Krämpfen auf natürlicher Basis gegen zu wirken. Bei einem Nervenleiden hebt die Einnahme die Wirkung des Parasympathikus aus oder kann sie stark vermindern.

Generell ist die Einnahme von Tollkirsche sehr umstritten und von einer Anwendung wird abgeraten. In der Homöopathie sind aber einige Anwendungsbereiche bekannt. Meistens erfolgt eine Anwendung der Tollkirsche in Form einer Tinktur. Die Tinktur wird aus dem frisch gepressten Saft der gesamten Pflanze hergestellt. Je nach Art der Beschwerden werden ein bis zwei Tropfen der Tinktur mit Wasser verdünnt und aufgetragen. Der Vorgang kann alle zwei bis drei Stunden wiederholt werden.

Aus dem Saft der Beeren der Tollkirsche kann Tollkirschensaft gewonnen werden. Dieser schmeckt sehr süß und ist giftig. Eine Einnahme des Saftes sollte nur unter fachmännischer Dosierung und nicht auf eigene Faust erfolgen. Äußerlich kann eine Salbe mit der Tollkirsche als Inhalt bei Geschwülsten oder bei Augenerkrankungen angewendet werden. Bei unter Asthma leidenden Menschen ist die Tollkirsche ein Bestandteil der espic’schen Brust-Zigarette. Auch im Filterpapier ist der Kirschenextrakt enthalten.

Zur innerlichen Anwendung wird nur das aus den Blättern und Wurzeln gewonnen Pulver eingesetzt. In standardisierten Kombinationspräparaten der Homöopathie ist die Tollkirsche ein vielfältig eingesetzter Inhaltsstoff. Aufgrund der entstehenden Halluzinationen bei einer erhöhten Dosierung ist die Tollkirsche als Droge sehr beliebt. Hier wird werden die Früchte als Tee gekocht.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Wichtig ist zu beachten, dass die Tollkirsche wegen ihres hohen Atropingehaltes sehr giftig ist. Pur sollte sie auf keinen Fall eingenommen werden. Vergiftungserscheinungen nach dem Verzehr von Tollkirschenfrüchten oder anderen Bestandteilen der Pflanze sind Mundtrockenheit, Gesichtsrötung und Herzrasen. Es folgt eine Lähmung des Parasympathikus. Unruhe, Schluckbeschwerden und Schlaflosigkeit treten einige Stunden danach auf.

Externe Drüsen, wie zum Beispiel die Schweißdrüse, werden blockiert und die Übelkeit und das Erbrechen werden unterdrückt. Die giftigen Bestandteile bleiben im Körper und Halluzinationen treten auf. Die rauschartige Wirkung lässt nach und es kommt zu einem tiefen Schlaf, der im schlimmsten Fall mit dem Tod enden kann.

Kinder sind besonders verführt, die glänzenden Früchte zu verzehren. Größte Vorsicht ist geboten, denn ein Genuss von nur zehn Beeren kann schon zum Tode führen. Wenn Sie sich dazu entschließen, eine Therapie mit Tollkirsche zu machen, sollte unbedingt Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden. Nehmen Sie nur homöopathische Medikamente ein, denen die Tollkirsche als Präparat beigefügt ist. In den Apotheken gibt es ein großes Angebot an Medikamenten mit dem Inhaltsstoff der Tollkirsche. Eine fachmännische Beratung ist ebenfalls vor Ort.

Beachten Sie beim Kauf die genaue Mischung und Dosierung des Medikamentes. Grundsätzlich ist ein Medikament mit dem Inhaltsstoff der Tollkirsche rezeptpflichtig. Nehmen Sie ein Präparat mit Tollkirsche ein, halten Sie sich strengstens an die verordnete Dosierung. Konsumieren Sie keine Beere, die Sie am Waldrand finden.

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