Tibialis-posterior-Dysfunktion

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. Oktober 2017
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Bei der Tibialis-posterior-Dysfunktion handelt es sich um eine Krankheit, die die Sehnen im Bereich des Musculus tibialis posterior betrifft. Die entsprechenden Sehnen befinden sich in der Gegend von Fuß und Unterschenkel. Bei der Tibialis-posterior-Dysfunktion wird die Sehne im Verlauf der Zeit zunehmend geschädigt, sodass ihre Funktion kontinuierlich abnimmt. Schlussendlich leiden die betroffenen Patienten an einem sogenannten Plattfuß, da der Planovalgus verformt ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Tibialis-posterior-Dysfunktion?

Die Tibialis-posterior-Dysfunktion stellt eine progressive Krankheit dar, die eine spezielle Sehne an einem Muskel an Unterschenkel und Fuß betrifft. Dabei handelt es sich um den sogenannten Musculus tibialis posterior. Durch die Erkrankung entwickeln sich Läsionen an der Sehne, sodass sich nach und nach eine zunehmende Einschränkung in der Funktionsfähigkeit des Bereichs ergibt.

Im überwiegenden Teil der Fälle schreitet die Tibialis-posterior-Dysfunktion soweit fort, dass die erkrankten Patienten schließlich einen Plattfuß entwickeln. Dieser bildet sich in erster Linie durch einen deformierten Planovalgus.

Ursachen

Die medizinische Forschung ist sich über die genauen Ursachen für die Entstehung der Tibialis-posterior-Dysfunktion zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht vollkommen einig. Die exakten Gründe und Faktoren der Pathogenese der Tibialis-posterior-Dysfunktion sind nicht ausreichend erforscht. Zahlreiche Forschungsstudien arbeiten jedoch an der Aufklärung der für die Tibialis-posterior-Dysfunktion ursächlichen Faktoren.

Bisher ist bereits bekannt, dass die zu Grunde liegenden Schäden an der Sehne in der Gegend des Musculus tibialis posterior in erster Linie durch degenerative Prozesse entstehen. Zudem weisen epidemische Analysen der Krankheitsfälle darauf hin, dass die Krankheit bis zu dreimal öfter bei weiblichen als bei männlichen Patienten vorkommt.

Da es sich bei der Tibialis-posterior-Dysfunktion um eine degenerative Erkrankung handelt, wirken sich bestimmte Faktoren im Lebensstil der betroffenen Personen förderlich auf das Fortschreiten der Krankheit aus. Dazu gehören zum Beispiel Bluthochdruck sowie Übergewicht. Beide Merkmale wurden von Ärzten bereits als Risikofaktoren für die Entstehung einer Tibialis-posterior-Dysfunktion identifiziert.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Tibialis-posterior-Dysfunktion ist im Wesentlichen durch bestimmte Krankheitsanzeichen und Beschwerden geprägt. Das Hauptsymptom der Tibialis-posterior-Dysfunktion stellt eine fortschreitende Schädigung der Sehne an einem speziellen Muskel zwischen Fuß und unterem Schenkelbereich dar. Die Tibialis-posterior-Dysfunktion ist degenerativer Art, sodass sich die Läsion im Lauf der Zeit verschlechtert.

Im fortgeschrittenen Stadium der Tibialis-posterior-Dysfunktion leiden die erkrankten Personen an einem verformten Planovalgus, in dessen Folge sich ein typischer Plattfuß ergibt. Dieser ist vergleichsweise leicht an seinem charakteristischen Erscheinungsbild zu erkennen und führt zu einer fehlerhaften Belastung des Fußes.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Vermuten Patienten eine Tibialis-posterior-Dysfunktion bei sich selbst, suchen sie im ersten Schritt ihren Allgemeinarzt auf. Dieser nimmt in der Regel eine Überweisung an einen spezialisierten Orthopäden vor. Der behandelnde Arzt erkundigt sich im Rahmen der Anamnese über die individuelle Symptomatik der jeweiligen Person.

Dabei stehen mögliche fördernde Faktoren, etwa im Lebensstil des Patienten, im Fokus. Der Arzt ergründet den Beginn der Beschwerden und setzt diesen in Zusammenhang zu den weiteren Lebensumständen der erkrankten Person. Nachdem das Patientengespräch erste bedeutsame Hinweise auf die Tibialis-posterior-Dysfunktion geliefert hat, folgen verschiedene klinische Untersuchungen.

Auf diese Weise wird die Tibialis-posterior-Dysfunktion Schritt für Schritt diagnostiziert. Von großer Relevanz sind bildgebende Untersuchungsverfahren. Im Rahmen einer röntgentechnischen Untersuchung erkennt der Arzt die Ausprägung sowie den Schweregrad der Deformation. Zusätzlich kommt eine Magnetresonanztomografie zur Anwendung, um die zu Grunde liegende Schädigung der Sehne noch exakter abzubilden.

Oftmals verwendet der behandelnde Facharzt auch sonografische Techniken der Untersuchung. Zudem setzt er Methoden zur Überprüfung der vorhandenen Muskelkraft in dem betroffenen Bereich ein. Auch wird die Störung in der Funktion der Beweglichkeit und Leistungsfähigkeit des Fußes klinisch getestet.

Die Tibialis-posterior-Dysfunktion stellt eine Krankheit dar, die in verschiedenen Stadien verläuft. Aus diesem Grund ist es Teil der Diagnose, das entsprechende Stadium der Tibialis-posterior-Dysfunktion im Einzelfall zu identifizieren. Dabei wird mitunter das Gangbild bei der Zuordnung zu einem Krankheitsstadium der Tibialis-posterior-Dysfunktion genutzt.

Komplikationen

In erster Linie führt die Tibialis-posterior-Dysfunktion zu einer dauerhaften Schädigung der Sehne am Fuß, sodass der Betroffene ohne Behandlung an einem Plattfuß leidet. Eine Selbstheilung tritt bei dieser Beschwerde nicht ein, sodass die Betroffenen auf jeden Fall auf eine Behandlung angewiesen sind. Die Beschwerden begünstigen schwere Bewegungseinschränkungen und damit auch Einschränkungen im Alltag des Betroffenen aus.

Möglicherweise ist die Ausübung eines bestimmten Berufes nicht mehr möglich. Auch die kindliche Entwicklung wird aufgrund der Tibialis-posterior-Dysfunktion deutlich verzögert, sodass es auch im Erwachsenenalter zu Einschränkungen kommen kann. Gangstörungen können bewirken, dass vorallem Jugendliche und Kinder Opfer von Hänseleien und Mobbing werden. Viele Betroffene leiden daher oft an psychischen Beschwerden oder auch an Depressionen.

Die Behandlung der Tibialis-posterior-Dysfunktion findet in den meisten Fällen ohne Komplikationen statt. Durch eine Physiotherapie und eine Entlastung des Fußes werden die Beschwerden deutlich eingeschränkt und gelindert. In schwerwiegenden Fällen können dabei auch operative Eingriffe notwendig sein, die das abgestorbene Gewebe entfernen. Die Lebenserwartung des Betroffenen wird von der Tibialis-posterior-Dysfunktion nicht negativ beeinflusst. Bei einer erfolgreichen Behandlung wird die Entwicklung des Kindes nicht eingeschränkt.

Behandlung & Therapie

Bei der Therapie der Tibialis-posterior-Dysfunktion stehen sowohl konservative als auch operative Verfahren zur Auswahl. Das Mittel der ersten Wahl stellt in der Regel der konservative Behandlungsansatz dar. Die Patienten werden dazu angehalten, den von der Tibialis-posterior-Dysfunktion betroffenen Fuß besonders zu schonen. Der Fuß ist nur dann zu belasten, wenn die entsprechenden Bewegungen nicht mit Schmerzen einhergehen.

Zusätzlich erhalten die an der Tibialis-posterior-Dysfunktion erkrankten Personen meist eine Physiotherapie. Zudem tragen die Patienten Schuheinlagen, um die Längswölbung des Fußes zu fördern. Die operativen Verfahren richten sich vor allem nach dem Stadium der Tibialis-posterior-Dysfunktion. Im ersten Stadium kommt in der Regel nur ein Hautschnitt zur Anwendung, wobei entzündete Gewebestellen entnommen werden.

Auch abgestorbenes Gewebe an der Sehne wird operativ entfernt. Im zweiten Stadium wird die Sehne nach Möglichkeit transferiert. Dabei werden die beschädigten Sehnen mit gesunden rekonstruiert. Beim dritten Stadium kommen unter Umständen sogenannte Osteotomien zum Einsatz.

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Vorbeugung

Eine Prävention der Tibialis-posterior-Dysfunktion ist möglich, indem die bisher bekannten Risikofaktoren der Krankheit weitgehend vermieden werden. Dazu gehören beispielsweise ein zu hohes Körpergewicht sowie eine Hypertonie. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass auch bei Personen ohne derartige begünstigende Faktoren im Lauf des Lebens eine Tibialis-posterior-Dysfunktion entsteht.

Bücher über Plattfuß

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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