Thyreotoxikose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 3. Juli 2017Geprüfte Qualität
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Bei einer Thyreotoxikose, auch Thyreotoxische Krise genannt, handelt es sich um eine Erkrankung, welche im Zusammenhang mit der Schilddrüse und deren Funktion steht. Diese Erkrankung muss unter allen Umständen von einem erfahrenen Arzt behandelt werden. So lassen sich Spätfolgen und weitere Erkrankungen weitgehend vermeiden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Thyreotoxikose?

Eine Thyreotoxikose bedeutet übersetzt "Vergiftung mit Schilddrüsenhormonen". Es handelt sich um eine lebensbedrohliche Stoffwechselstörung, die auf Basis einer Hyperthyreose zustande kommt. Das heißt, der Körper wird mit einer zu großen Menge an Schilddrüsenhormonen überschwemmt und es kommt zu einer Vielzahl von Beschwerden. Eine Thyreotoxikose lässt sich an einer starken Erhöhung der Hormonwerte im Blut feststellen.

Ursachen

Die Gründe für das Vorliegen einer Thyreotoxikose können von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein. So kann eine falsche oder zu hohe Dosierung von Schilddrüsenhormonen ein Grund für den Ausbruch sein.

Ebenso möglich sind stressbedingte Situationen wie ein Myokardinfarkt, Unfälle, Verbrennung, eine Blutvergiftung oder eine Operation sein. Oftmals leiden die Betroffenen an einer Schilddrüsenüberfunktion, die als solche aber noch nicht diagnostiziert wurde.

Seltenere Ursachen einer Überfunktion können eine Entzündung des Organs oder hormonproduzierende Tumore sein. Hierbei kann sowohl die Schilddrüse selbst, als auch die Hirnanhangsdrüse von einem Tumor befallen sein.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Äußerliche Anzeichen dieser Überproduktion ist oft eine vergrößerte Schilddrüse, die auch als „Kropf“ bezeichnet wird. Eine weitere Ursache kann eine funktionelle Autonomie sein. Hierbei bilden Teile der Schilddrüse oder das gesamte Schilddrüsengewebe eigenständig Hormone. Diese autonomen Bereiche werden dann nicht mehr über die Hirnanhangsdrüse gesteuert.

Schilddrüsenpatienten erhalten daher oft erst nach vielen Wochen oder Monaten eine genaue Diagnose. Sie berichten oft von Beschwerden wie innerer Unruhe, Schlafstörungen, Panik- und Angstattacken, vermehrtem Haarausfall sowie einer beschleunigten Verdauung bis hin zu Durchfall.


Sie verspüren häufig großem Appetit, es kommt zu einer plötzlichen und meist starken Gewichtsabnahme. Auch Schweißausbrüchen, Herzrasen und hohem Blutdruck treten als Anzeichen auf. Darüber hinaus sind auch ein Zittern der Hände, Kurzatmigkeit oder psychischen Veränderungen wie Reizbarkeit und Nervosität zu beobachten.

Je nach Stärke der Symptome kann das Wohlbefinden des Patienten sehr stark eingeschränkt sein. Bei manchem Patienten wird zeitweilig ein normaler Alltag unmöglich. Die Vielzahl der Symptome wirkt sich dann sehr stark auf die seelische und körperliche Belastbarkeit des Patienten aus und kann beispielsweise auch psychischen Veränderungen wie Depressionen Vorschub leisten.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose einer Thyreotoxikose wird in der Regel von einem kompetenten Internisten oder einem auf Hormone spezialisierten Arzt (Endokrinologe) gestellt. Dazu werden beim Patienten einige ganz einfache Blutuntersuchungen durchgeführt. Dabei werden beispielsweise - der TSH Wert, der FT3 Wert, der FT4 Wert, sowie der TPO und TRAK Wert bestimmt.

Beim TSH Wert handelt es sich um den Wert, welcher die Fähigkeit der Hypophyse angibt, die Schilddrüse zur Produktion von Hormonen zu stimulieren. Die Werte FT3 und FT4 geben die Konzentration der freien Hormone im Blut an und der TPO und der TRAK Wert ermöglichen einen genaueren Hinweis auf eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Hierbei handelt es sich um die sogenannten Schilddrüsen-Antikörper, die für Erkrankungen wie Hashimoto oder Morbus Basedow verantwortlich sind.

Um die Diagnose noch weiter abzusichern, führen Fachärzte außerdem eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse durch, um die Größe des Organs zu bestimmen und/oder veranlassen ein Szintigramm. Bei dieser weit verbreiteten Methode wird dem Patienten vor der Untersuchung eine kleine Dosis radioaktiver Flüssigkeit in die Vene injiziert und die Schilddrüse in einem bildgebenden Verfahren dargestellt. So lässt sich erkennen, ob und wie die Schilddrüse noch arbeitet. Auch Tumore der Schilddrüse oder Knoten können mit dieser Methode leichter diagnostiziert werden.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung des Patienten kann, je nach Ursache der Thyreotoxikose, völlig unterschiedlich sein. Liegt die Ursache für die Beschwerden beispielsweise in einem Tumor an der Hirnanhangsdrüse, muss dieser operativ entfernt werden und gegebenenfalls noch eine anschließende Chemotherapie eingeleitet werden. Bei einer Morbus Basedow Erkrankung, einer Funktionsstörung, bei der sich die Schilddrüse sehr stark vergrößern kann und sich Wucherungen bilden, wird häufig die Schilddrüse teilweise oder komplett entfernt.

In Kombination werden außerdem meist Präparate verabreicht, welche die Funktion der Schilddrüse hemmen sollen. Patienten, die unter einer künstlich erzeugten Thyreotoxikose leiden, weil Sie über einen bestimmten Zeitraum eine zu hohe Dosis an Schilddrüsenhormonen eingenommen haben, profitieren von einer Reduktion der Hormondosis. Die Behandlung einer Schilddrüsenerkrankung kann recht langwierig sein.

Der Körper spricht oft erst nach Tagen oder Wochen auf die hormonellen Veränderungen an. Daher ist während des Therapieverlaufs bei Patient und behandelndem Arzt sehr viel Geduld gefragt. Behandelt werden müssen auch eventuelle Begleiterkrankungen, die sich einstellen können. So zum Beispiel eine Osteoporose oder eine Augenerkrankung.

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Vorbeugung

Einer Thyreotoxikose vorzubeugen ist nicht ganz einfach und auch nicht immer möglich. Wer jedoch die bereits oben genannten Symptome verspürt und sich nicht ganz sicher ist, sollte auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Ganz besonders wachsam sollten diejenigen sein, bei denen Schilddrüsenerkrankungen genetisch bedingt bereits in der Familie liegen.

Patienten, die bereits Hormonpräparate für die Schilddrüse einnehmen, sollten regelmäßige Untersuchungen beim Arzt durchführen lassen. Den Hormonspiegel mindestens zweimal pro Jahr zu bestimmen ist hier die beste Wahl. Je nach Art und Verlauf der Erkrankung kann sogar eine Untersuchung einmal pro Quartal oder häufiger angezeigt sein. Die Intervalle bestimmt der Facharzt.

Bücher über Schilddrüsenüberfunktion

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Kleine, B., Rossmanith, W.G.: Hormone und Hormonsystem. Springer Verlag, Berlin 2010

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