Thrombembolie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. September 2017
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Eine Thrombembolie bewirkt Blutgerinnsel in den Venen, meist in denen der Beine. Wenn diese Verklumpungen sich lösen, können sie zu lebensgefährlichen Gefäßverengungen in der Lunge führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Thrombembolie?

Eine Thrombembolie ist eine Erkrankung, die ein Blutgerinnsel in einer oder mehrerer Venen im Körper verursacht; meistens in den Beinen. Die Thrombembolie kann Schmerzen in den Beinen auslösen, ruft in der Regel aber auch weitere Symptome hervor.

Die Thrombembolie kann durch das lange verbleiben in einer einzigen Sitz- oder Liegeposition verursacht werden, bspw. in einem Auto oder Flugzeug. Oder aber durch eine andere Krankheit, die Auswirkungen auf die Gerinnung des Blutes hat.

Eine Thrombembolie ist eine ernstzunehmende Krankheit. Das Gerinnsel, das sich in den Venen gebildet hat, kann sich plötzlich lösen und durch die Blutbahn bis in die Lunge "schießen"; dort kann es anschließend zu gefährlichen Verengungen des Blutflusses kommen.

Ursachen

Eine Thrombembolie kann durch viele Umstände begünstigt werden. Dazu zählen alle Faktoren, die die Gerinnung des Blutes beeinflussen. Die Kontraktion der Muskulatur begünstigt den Blutfluss am ganzen Körper.

Bei längeren Reisen werden die Beine bspw. oft Stunden lang nicht bewegt. Das Risiko eines Gerinnsels steigt hier deutlich. Auch Menschen mit einer verstärkten Gerinnung neigen eher dazu, eine Thrombembolie zu entwickeln. Ihre Prädisposition wird erst zum Problem, wenn andere negative Faktoren hinzukommen.

Auch lange Krankenhausaufenthalte, bspw. nach einer Operation, erhöhen das Risiko. Während einer Schwangerschaft wird der Druck auf die Beinvenen verstärkt, was ebenso das Risiko ansteigen lässt. Bei Menschen mit Herzproblemen wird das Blut eventuell nicht mehr effektiv durch die Venen gepumpt, was zu leichteren Verklumpungen führen kann.

Ähnliches gilt für Übergewicht, Rauchen und erhöhtes Alter. Das Risiko für Thrombembolie steigt ab 60 deutlich.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Thrombembolie sollte rasch von einem Arzt untersucht und behandelt werden.

Bei einer Untersuchung wird der Arzt den Patienten über seine Symptome befragen. Anschließend folgt eine physische Untersuchung, um angeschwollene oder verfärbte Bereiche auf der Haut zu finden, die auf eine Thrombembolie hinweisen. Je nachdem, für wie wahrscheinlich eine Thrombembolie ist, wird der Arzt weitere Tests durchführen. Hierzu können zählen:

Ultraschall: Das Gerät wird an den kritischen Stellen des Körpers angesetzt und kann durch die Hilfe von Sound-Wellen ein Bild auf einem Monitor wiedergeben, das dem Arzt eine genauere Vorstellung davon gibt, wie sich die Blutgefäße verhalten.

Bluttest: Die meisten Menschen, die an Thrombembolie leiden, haben erhöhte Werte einer Gerinnung s-Substanz im Blut. Diese kann durch einen Bluttest nachgewiesen werden.

CT oder MRT: Dies sind technisch aufwendige Bildgebungsverfahren, die dem Arzt ein noch exakteres Bild der betroffenen Venen geben können.

Komplikationen

Thromboembolien sind gefährliche Störungen und können sehr schwere Komplikationen nach sich ziehen. Hat der Patient eine Thrombose überstanden, bleibt oftmals eine teilweise oder sogar vollständig verschlossene Vene zurück, die zu einem Blutrückstau in den betroffenen Gliedmaßen führen kann. Der erhöhte Venendruck bedingt längerfristig oftmals die Entwicklung von Krampfadern sowie von Schwellungen und Hautveränderungen am Unterschenkel, die sich bräunlich verfärben können.

Auch die Bildung von Geschwüren im Knöchelbereich ist möglich. Diese Begleiterscheinungen werden als postthrombotisches Syndrom bezeichnet und können die Lebensqualität der Patienten beeinträchtigen. Die Gefahr für eine solche Entwicklung besteht auch dann, wenn ein Blutgerinnsel vom Körper zwar langsam abgebaut wird, es bei diesem Prozess aber zur Zerstörung der empfindlichen Venenklappen kommt.

In diesen Fällen ist der Blutfluss zurück zum Herzen nur noch im Liegen ungehindert möglich. Im Sitzen und vor allem im Stehen sackt das Blut dagegen in die Beine zurück. Je nachdem wie stark die Venenklappenschädigung bereits ist, schwellen die betroffenen Gliedmaßen tagsüber regelmäßig deutlich an. Es bilden sich Ödeme.

Mit solchen Komplikationen ist insbesondere dann zu rechnen, wenn der Patient die Thromboembolie nicht ernst nimmt oder diese aus anderen Gründen nicht fachgerecht ärztlich behandelt wird. Die schlimmste Komplikation, die mit einer tiefen Venenthrombose einhergehen kann, ist eine Lungenembolie. In diesem Fall droht ein plötzlicher Herzstillstand mit Todesfolge.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung einer Thrombembolie verfolgt drei Ziele: Die Blutgerinnsel davon abzuhalten weiter anzuwachsen; verhindern, dass das Gerinnsel sich löst; das Risiko für weitere Gerinnsel vermindern.

Um dies zur erreichen, existieren die folgenden Maßnahmen: Blutverdünner: Diese Mittel verdünnen das Blut, mindern damit die Gerinnungsfähigkeit, und also auch die Gefahr von Gerinnseln. In der Regel werden die ersten Dosierungen direkt in die Blutbahn injiziert. Anschließend wird die Therapie mit speziellen Medikamenten weitergeführt.

Thrombolytika: Diese Medikamente werden bei ernsteren Formen der Thrombembolie angewandt. Sie richten sich direkt gegen die gefährlichen Gerinnsel und lösen diese gezielt auf. Die Mittel können starke Nebenwirkungen haben und werden in der Regel nur in lebensbedrohlichen Situationen eingesetzt.

Filter: Falls keine Medikamente eingesetzt werden können, ist es möglich einen Filter in die Vene zu installieren, die aufsteigende Gerinnsel davon abhält, in die Lunge zu gelangen.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Einer Thrombembolie vorzubeugen, ist sehr viel einfacher, als sie zu behandeln. Eine erhöhte Gefahr liegt nach Operationen vor. Es sollte sich strikt an die Medikation gehalten werden, vor allem wenn es sich um Blutverdünner handelt.

Menschen, die häufig und lange sitzen, sollten ihre Waden und Beine trainieren; dies kann in kleinen Übungen auch während der Arbeit geschehen. Abgesehen davon, sollte häufig aufgestanden werden und sich einige Meter bewegt werden.

Ein gesundes Körpergewicht, gesunde Ernährung und nicht zu rauchen sind ebenso erfolgreiche präventive Maßnahmen.

Bücher über Thrombose

Quellen

  • Encke, A., Breddin, H. K.: Die venöse Thrombose. Prophylaxe und Therapie. Schattauer, Stuttgart 2000
  • Luther, B. (Hrsg.): Kompaktwissen Gefäßchirurgie. Springer, Berlin 2011
  • Marshall, M., Loew, D.: Venenerkrankungen. Springer, Berlin 2003

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