Thoraxdrainage

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Unter bestimmten Umständen sammeln sich Flüssigkeiten im Körper an, welche die Gesundheit gefährden können. Bei diesen handelt es sich zum Beispiel um Blut oder Gase, die durch Unfälle, Operationen oder aufgrund einer Erkrankung Ansammlungen bilden. Eine Thoraxdrainage leitet die Substanzen nach außen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Thoraxdrainage?

Eine Drainage stellt einen Schlauch dar, der eine Verbindung zwischen der Flüssigkeitsansammlung sowie einem Auffangbehälter darstellt. Während Drainagen prinzipiell beinahe im gesamten Körper gelegt werden können, kommt die Thoraxdrainage nur bei Beschwerden im Bereich des Brustkorbs zum Einsatz. Generell umfasst der Begriff eine größere Anzahl an Maßnahmen zur Ableitung von Flüssigkeiten.

Häufiger bezeichnet das Wort Thoraxdrainage jedoch ausschließlich die Pleuradrainage. Hier wird ein Schlauch zwischen Lungenfell und Brustfell platziert. Bei genauerer Betrachtung befindet sich das medizinische Material im Pleuraspalt, woher auch sein Name rührt. Unter bestimmten Umständen ist die Ableitung von Flüssigkeiten ebenfalls im Raum zwischen den Lungenflügeln notwendig.

In diesem Bereich befinden sich wichtige Organe wie zum Beispiel Herz, Luft- und Speiseröhre. Die Region zwischen den Lungenflügeln wird als Mediastinum bezeichnet, der medizinische Name des Herzbeutels lautet Perikard. Abhängig von seiner Lage kann die Thoraxdrainage somit verschiedene Begriffe annehmen: Mediastinaldrainage, Perikarddrainage oder Pleuradrainage.

Funktion, Wirkung & Ziele

Sobald sich bestimmte Substanzen wie Blut, Luft oder Eiter im Pleuraspalt ansammeln, wird eine Thoraxdrainage notwendig. Ansonsten kann sich die Lunge nicht mehr ausreichend entfalten, woraus zum Beispiel schwere Luftnot resultieren kann. Bei einer größeren Menge an Flüssigkeiten können zudem Arterien und Venen zum Herzen eingeschränkt werden. Eine schlechte Blutversorgung hat weitere medizinische Konsequenzen, weil die Blutkörperchen Träger des Sauerstoffs sind, welche sämtliche Strukturen im menschlichen Organismus zum arbeiten benötigen.

Durch die Ansammlung von Flüssigkeiten erhöht sich der Druck. Eine solche Situation ist lebensgefährlich, lässt sich durch eine Thoraxdrainage jedoch vermeiden. Die Ziele einer solchen Behandlung sind es somit, sämtliche Substanzen aus dem Brustkorb zu leiten, welche die Gesundheit gefährden. Weiterhin soll auf diese Weise der entstehende Druck gesenkt oder in geplanten Situationen wie einer Operation von vornherein verhindert werden. Dabei gibt es bestimmte Krankheiten, in denen eine Thoraxdrainage notwendig ist. Zu diesen gehören beispielsweise Pneumothorax und Spannungspneumothorax. Aufgrund einer Rippenverletzung oder im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs., der einen geöffneten Brustkorb verlangt, kann Luft in den Pleuraraum eindringen. Ausgangspunkt ist eine Verletzung der Lunge. Der Zustand macht sich durch Luftnot, Schmerzen und Herzrasen bemerkbar.

Eine Drainage stellt einen Schlauch dar, der eine Verbindung zwischen der Flüssigkeitsansammlung sowie einem Auffangbehälter darstellt. Die Thoraxdrainage kommt nur bei Beschwerden im Bereich des Brustkorbs zum Einsatz.

Sobald während des Einatmens Luft in den Pleuraraum gelangt, diese bei dem Ausatmen jedoch nicht nach außen entweichen kann, entwickelt sich unter Umständen eine lebensbedrohliche Situation. So wird der Ausgleich zum Beispiel durch Gewebe behindert, welches sich vor die Verletzung verlagert hat. Der Druck kann auf diese Weise uneingeschränkt ansteigen, so dass das Herz seine Funktion nicht mehr wahrnimmt. Beim Hämatothorax handelt es sich bei der Flüssigkeitsansammlung von Blut. Dieses dringt durch Verletzungen der Blutgefäße in die Lunge. So können Unfälle oder Lungenkrebs das Einreißen der Adern verursachen.

Es kommt nicht nur zu Schmerzen und Luftnot, wenn der Zustand länger anhält, steigt zudem der Blutverlust. Die schnelle Anwendung einer Thoraxdrainage kann das Leben des Patienten retten. In sehr schwerwiegenden Fällen kann jedoch zusätzlich eine Operation notwendig werden. Im Rahmen eines Pleuraempyem findet der Arzt Eiter im Pleuraspalt vor. Dieses gelangt unter anderem über Infektionen in den Brustkorb, welche sich nach einer Operation oder Lungenentzündung entwickelt haben. Hier wird eine Thoraxdrainge zum einen zur Ableitung der Flüssigkeit genutzt. Zum anderen hilft das Ausspülen des Brustkorbs mit einer Kochsalzlösung über die Drainage dabei, die Entzündung unter Kontrolle zu bringen.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Vorteile der Thoraxdrainage sind nicht zu übersehen. In bestimmten Situationen sind sie durchaus dazu in der Lage, das Leben des Patienten zu retten. Dennoch ist eine Thoraxdrainage nicht ganz risikofrei. Damit der Schlauch richtig positioniert werden kann, müssen Rippenmuskulatur und Pleura geöffnet werden. Der untere Rand einer jeden Rippe wird durch den Verlauf einer Arterie, Vene sowie eines Nervs begleitet. Die Strukturen können durch eine Thoraxdrainge verletzt werden, insbesondere wenn diese unter Zeitdruck verlegt werden muss.

Aus einer Verletzung resultieren zum Beispiel Blutungen und in schwerwiegenderen Fällen Missempfindungen, die in Taubheit resultieren, sobald ein Nerv in seiner Funktion eingeschränkt wird. Weiterhin lässt sich nicht ausschließen, dass der Schlauch während des Einführens umliegende Strukturen des Körpers verletzt. Weil es sich bei diesen um wichtige Organe wie Herz, Hauptschlagader und Luftröhre handelt, können die Konsequenzen schwerwiegend sein. Gelingt die Setzung einer Thoraxdrainge nicht beschwerdefrei, gehen die meisten Ärzte in der Regel direkt zu einer Notoperation über. Ein weiteres Risiko ist die Wunde, welche aufgrund der Thoraxdrainage zustande kommt. Hier können sich Bakterien oder andere Erreger ansammeln und zu Infektionen führen.

Sobald sich Rötungen oder Schwellungen im Bereich der Einstichstelle bemerkbar machen, sollte ein Arzt auf die Veränderung aufmerksam gemacht werden. Dasselbe gilt für eine plötzlich größere Absonderung von Flüssigkeiten. Diese können auf eine weitere Blutung hinweisen und sollten durch einen Arzt kontrolliert werden. Somit handelt es sich bei einer Thoraxdrainage nicht ausschließlich um ein gewinnbringendes Verfahren. Dennoch überwiegen die Vorteile in einer lebensbedrohlichen Situation normalerweise die möglichen Nachteile.

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