Thoraxdeformität

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 3. Juli 2017Geprüfte Qualität
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Bei einer Thoraxdeformität handelt es sich um Fehlbildungen am Thorax beziehungsweise Deformitäten an der Brustwand. Diese Fehlbildungen sind entweder angeboren oder erworben. Angeborene Formen von Thoraxdeformitäten zeigen sich im überwiegenden Teil der Fälle bereits im frühen Säuglings- oder Kleinkindalter. Andere Fehlbildungen des Thorax manifestieren sich hingegen erst während der Pubertät.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Thoraxdeformität?

Grundsätzlich stellt eine Thoraxdeformität eine Form der Brustwand oder des Brustkorbes dar, die von der üblichen Norm abweicht. Entsprechende Fehlbildungen können aus genetischen oder erworbenen Gründen auftreten. Im Großteil der Fälle handelt es sich bei der Thoraxdeformität um eine Trichterbrust. Diese Fehlbildung äußert sich in den meisten Fällen in einem eingesunkenem Brustbein und stellt die häufigste Form der Deformitäten dar.

Weist der Brustkorb eine Wölbung nach vorn auf, wird von einer sogenannten Kielbrust gesprochen. Eine spezielle Form stellt die Harrenstein-Deformität dar, bei der das Brustbein verdreht ist. Verschmelzen die Sternumanlagen nicht komplett miteinander, entsteht eine sogenannte Sternumspalte. Wenn sich der Brustkorb beim Embryo nicht vollständig schließt, handelt es sich um eine Thorakoschisis.

Ein asymmetrisches Erscheinungsbild der vorderen Brustwand ist unter Umständen auf eine sogenannte Gabelrippe zurückzuführen. Hierbei zeigen sich mitunter Verbindungen zum Ehlers-Danlos-Syndrom oder sogenannten Chondrodysplasien, etwa einer Metaphysären Chondrodysplasie. Prinzipiell treten Thoraxdeformitäten gehäuft im Zusammenhang mit diversen Syndromen auf.

Dazu zählen zum Beispiel das Ellis-van-Creveld-Syndrom, die Trichterbrust oder Kielbrust, die Asphyxierende Thoraxdysplasie, das Marfan-Syndrom, eine Homocystinurie, das Poland-Syndrom oder eine Spondyloepiphysäre Dysplasie. Darüber hinaus sind Thoraxdeformitäten in Verbindung mit Rachitis oder einem Rachitischen Rosenkranz sowie dem Multiplen Pterygium-Syndrom und der Metaphysären Chondrodysplasie vom Typus Jansen möglich.

Ursachen

Nach dem bisherigen Stand der medizinischen Forschung sind die Ursachen für die Bildung von Thoraxdeformitäten noch nicht vollständig geklärt. Zur Diskussion stehen zum Beispiel Störungen des Wachstums an den Rippenknorpeln, welche die Verbindung zwischen den knöchernen Rippen und dem Brustbein darstellen. In Untersuchungen mit dem Elektronenmikroskop zeigt sich mitunter eine fehlerhafte Struktur der Knorpelgrundsubstanz.

Dabei wurden auch Entzündungsreaktionen im Inneren des Knorpels festgestellt. In der Folge davon kommt es zu einem ungehemmten Wachstum von bestimmten Knorpelbereichen. Diese drücken das Brustbein nach außen oder innen. Auch sind bestehende Zusammenhänge zu bestimmten Syndromen bekannt, zum Beispiel zum Marfan-Syndrom.

Fest steht bisher lediglich, dass die Entstehung von Thoraxdeformitäten sehr komplex ist. In zahlreichen Fällen spielen auch genetische Ursachen für die Bildungen der Deformitäten eine wichtige Rolle. Dies ist zum Beispiel bei Wachstumsstörungen am Rippenknorpel der Fall. Neben einigen bereits genannten Syndromen, die in Verbindung mit Thoraxdeformitäten auftreten können, sind entsprechende Fehlbildungen beispielsweise auch durch Tumoren an der Brustwand möglich.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Im Rahmen von Thoraxdeformitäten sind zahlreiche verschiedene Symptome und Beschwerden möglich, die sich je nach Syndrom und Form der Fehlbildung stark unterscheiden. Grundsätzlich gehen Thoraxdeformitäten in vielen Fällen mit sogenannten sekundären Pathologien einher. Zu diesen gehören zum Beispiel Kompressionsatelektasen, ein reduziertes Herzminutenvolumen, eine respiratorische Insuffizienz, eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit, Skoliose sowie anderweitige Fehlhaltungen.

Darüber hinaus führen die Deformitäten in vielen Fällen zu einer erheblichen psychischen Belastung der Patienten, was unter Umständen mit sozialer Abgrenzung und Isolation einhergeht. In der Folge von schwerwiegenden Thoraxdeformitäten treten in manchen Fällen eine chronisch verlaufende respiratorische Insuffizienz oder Atelektasen auf.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Prinzipiell stehen zur Diagnose von Thoraxdeformitäten eine Reihe von untersuchungstechnischen Methoden zur Verfügung, über deren Einsatz der behandelnde Arzt abhängig vom individuellen Einzelfall entscheidet. Stellt sich ein Patient dem Facharzt zum ersten Mal vor, erfolgt zunächst eine gründliche Anamnese beziehungsweise eine Erörterung der Krankengeschichte. Hierbei werden zum Beispiel Symptome, Verlauf der Erkrankung und familiäre Dispositionen geklärt.

Im Anschluss daran wird eine sogenannte Eingangsvermessung, eine EKG-Untersuchung und eine Prüfung der Lungenfunktion durchgeführt. Gemeinsam mit den klinischen Untersuchungen ist nun ein differenziertes Bild der vorliegenden Form der Thoraxdeformität sowie den potenziellen gesundheitlichen Beeinträchtigungen möglich. Denn Folgeschäden sind nicht bei allem Patienten zu erwarten.

Hierbei besteht in der medizinischen Forschung jedoch keine Einigkeit, ob Thoraxdeformitäten grundsätzlich mit einer verminderten Lungenfunktion und Leistungsfähigkeit sowie Herzbeschwerden einhergehen. In zahlreichen Fällen zeigen sich im Rahmen von Thoraxdeformitäten Haltungsstörungen, insbesondere bei einer Trichterbrust oder einer Kielbrust.

Dabei hängen die Schultern des betroffenen Patienten nach vorn und es zeigt sich ein ausgeprägtes Hohlkreuz. Darüber hinaus liegen oftmals ein sogenannter Rundrücken und eine schwache Bauchdecke vor. In einigen Fällen zeigt sich gleichzeitig Skoliose an der Wirbelsäule. Grundsätzlich ist es das Ziel bei den klinischen Untersuchungen, sämtliche begleitenden Erkrankungen zu erkennen, um geeignete Maßnahmen zur Behandlung der Beschwerden einzuleiten.

Behandlung & Therapie

Die therapeutischen Maßnahmen richten sich bei Thoraxdeformitäten in erster Linie nach der jeweils vorliegenden Form der Erkrankung. Dabei sind sowohl konservative physiotherapeutische Behandlungsansätze mit gezielten Übungen als auch chirurgische Operationen möglich. Darüber hinaus ist die Deformität in regelmäßigen Abständen von einem Arzt zu kontrollieren. Eine Trichterbrust lässt sich mit einer Saugglocke therapieren, um die vordere Brustwand anzuheben.

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Vorbeugung

Konkrete Maßnahmen zur Vorbeugung von Thoraxdeformitäten sind bisher nicht bekannt. Grundsätzlich ist auf eine gesunde Körperhaltung und ausreichend Bewegung zu achten, um Haltungsschäden vorzubeugen.

Bücher über Trichter- & Kielbrust

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethardt, F.U.: Kinderorthopädie. Thieme, Stuttgart 2009
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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