Taucherkrankheit

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. Oktober 2017
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Die Taucherkrankheit oder Dekompressionskrankheit ist in der Vergangenheit vielen Tauchern zum Verhängnis geworden, weil deren Ursachen nicht genügend erforscht und bekannt waren. Mit den heute bestehenden Erkenntnissen und einer hoch modernen Technik kann die Taucherkrankheit besiegt und vorgebeugt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Taucherkrankheit?

Die umgangssprachliche Bezeichnung Taucherkrankheit wird für eine gesundheitliche Beeinträchtigung benutzt, die unter dem Begriff Dekompressionskrankheit wesentlich aussagefähiger ist.

Die Taucherkrankheit oder Dekompressionskrankheit kommt nicht nur bei Tauchern vor. Sie kann auch beim Ausstieg in einen luftleeren Raum wie im Weltall zum Verhängnis werden. Andere Benennungen für die Taucherkrankheit sind die Druckluft- oder Caissonkrankheit.

Erst seit der Mitte des 20. Jahrhunderts sind die ursächlichen Faktoren bekannt, welche zur Taucherkrankheit führen. Der Name Caissonkrankheit geht auf sogenannte Caissons zurück, mit denen die Caissonarbeiter in die Tiefe von Gewässern eingelassen und wieder herauf gezogen wurden. In der Medizin gilt die Taucherkrankheit als Trauma.

Ursachen

Die Ursachen bei der Taucherkrankheit liegen darin begründet, dass es nach einem Aufenthalt in einer bestimmten Tiefe durch das Auftauchen zu einem narkoseähnlichen Trauma im neurologischen Bereich kommt.

Wenn Menschen tauchen und dabei eine enorme Tauchtiefe erreichen, wird der in der Pressluft befindliche Stickstoff in einzelne Geweben des Körpers gedrückt. Lässt der Wasserdruck während des Auftauchens nach, steigen die Gase schlagartig in das Gehirn auf, weil diese nicht über die Lunge abgeatmet werden können, sodass die Taucherkrankheit entsteht.

Dieser Vorgang vollzieht sich bei der Taucherkrankheit dann, wenn es zu einem hastigen Auftauchen kommt.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Steigen die Taucher aus einer großen Tiefe und nach einem langen Tauchgang zu schnell auf, führen die im Gewebe befindlichen Mikrobläschen nicht nur zu einem Rauschzustand, sondern können bei der Taucherkrankheit auch einzelne Gewebsregionen zerstören, in denen sie eingelagert waren.

Bei der Taucherkrankheit können die Betroffenen ihre Orientierung und sogar das Bewusstsein verlieren, was früher häufig zum Ertrinken beitrug. Zu den für einen Verlauf der Taucherkrankheit typischen Symptomen gehören Schmerzen in den Gelenken und Muskeln, Ödeme, anhaltendem Juckreiz, Müdigkeit und Kraftlosigkeit, Störungen der Hautwahrnehmung und Koordination, Übelkeit, Erbrechen, Verlust des Hörens und Sehens sowie nach Bewusstlosigkeit ein Stillstand der Atmung.

Bei der Taucherkrankheit gibt es leichte und schwere, tödliche Verlaufsformen. Bei der Diagnose der Taucherkrankheit steht insbesondere das Befinden der Betroffenen im Mittelpunkt.

Komplikationen

Je nachdem, um welchen Typ der Taucherkrankheit es sich handelt, können unterschiedliche Komplikationen und Spätfolgen auftreten. Bei der Taucherkrankheit vom Typ 1 kommt es zu Schmerzen in den Arm- und Beinmuskeln und in den Gelenken. Diese sind unter Umständen mit Bewegungseinschränkungen und Fehlhaltungen verbunden, aus denen Gelenkschäden und in der Folge ein vorzeitiger Gelenkverschleiß resultieren können.

Typ 2 der Taucherkrankheit ruft fast immer ernsthafte Komplikationen hervor, die auch lebensbedrohlich sein können. Wenn Stickstoffblasen die Blutgefäße verstopfen, nehmen das zentrale Nervensystem, das Herz und die Lunge erheblichen Schaden. Auch kann die Versorgung des Gehirns blockiert sein, wodurch sich rasch irreversible Schäden einstellen.

Zu den typischen Folgesymptomen zählen Sprachstörungen, Lähmungen, Schäden des Innenohrs, Schmerzen und Bewusstlosigkeit. Als Komplikation der Taucherkrankheit kann eine Gasembolie in der Lunge auftreten, wodurch es zum Absterben von Lungengewebe und schließlich zum Organversagen kommt. Ferner können Symptome eines Schlaganfalls auftreten.

Falsch ausgeführte Erste-Hilfe-Maßnahmen können ernste Komplikationen hervorrufen. Die medizinische Behandlung ist immer mit dem Risiko verbunden, dass verabreichte Medikamente Neben- und Wechselwirkungen hervorrufen oder es zu einer allergischen Reaktion kommt.

Behandlung & Therapie

Damit sich die bei der Taucherkrankheit auftretenden Beschwerden gelindert und die Risiken eines tödlichen Verlaufs sowie umfangreicher Spätfolgen verringern lassen, ist eine sofortige Behandlung erforderlich.

Sollte der Zustand des Betroffenen bei einer Taucherkrankheit akut lebensbedrohlich sein (Bewusstlosigkeit, Atemstillstand) muss eine Notfallversorgung vorgenommen werden (künstliche Beatmung, stabile Seitenlage).

Als weitere Therapiemaßnahme wird ein unterschiedlich langer Aufenthalt in einer sogenannten Druckkammer eingeleitet. Dies hat den Zweck, dass die im Gewebe eingelagerten Gasbläschen durch die Druckanpassung wieder langsam entweichen können. In der Druckkammer wirkt ein Überdruck auf die Patienten und Patientinnen ein. Diese bleiben während dieser Zeitdauer über Funk in unmittelbarem Kontakt mit dem Arzt, um eine gezielte Beobachtung durchführen zu können und weitere Gefährdungen auszuschließen.

Durch die Überdruckkammer kommt es bei der Taucherkrankheit nach und nach zu einer Anpassung des Organismus an die auf der Erdoberfläche herrschenden Druckverhältnisse. Die unbehandelte Taucherkrankheit ist auch im Zusammenhang mit den möglichen Spätfolgen nicht zu unterschätzen. Diese wirken sich insbesondere auf das Knochen- und Lungegewebe aus.

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Vorbeugung

Um einer Taucherkrankheit vorzubeugen, ist es wichtig, funktionstüchtige Kontroll- und Anzeigeinstrumente beim Tauchgang mitzuführen. Die Risikofaktoren für eine Taucherkrankheit nehmen zu, je länger und tiefer getaucht wird. Die gesamte Tauchunternehmung sollte zudem an die gegebenen körperlichen Voraussetzungen angepasst sein, um einer Dekompressionskrankheit vorzubeugen.

Die Taucher sollten sich nicht überschätzen, um die Risiken der möglichst gering zu halten. Beim Auftauchen sollte man nicht allein bleiben und die entsprechenden Dekompressionszeiten unbedingt einhalten, damit eine Taucherkrankheit vermieden werden kann.

Bücher über Taucherkrankheit

Quellen

  • Boenninghaus, H. G., Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2012
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Reia, M.: Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2009

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