Tag- und Nachtmenschen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 1. März 2017
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Tagmenschen oder sogenannte Lerchen sind laut Chronobiologie genetisch bedingt tagaktive Frühaufsteher.

Nachtmenschen oder sogenannte Eulen sind dagegen nachtaktiv und schlafen am Morgen länger.

Wer auf Dauer entgegen seines biologisch vorprogrammierten Schlaf-Wach-Rhythmus lebt, kann Tagesmüdigkeit und sogar Psychosen entwickeln.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Tag- und Nachtmenschen?

Die Chronobiologie beschäftigt sich mit der zeitlichen Organisation von Verhaltensmustern und physiologischen Prozessen. Im Rahmen dessen beschreibt das biologische Teilgebiet unter anderem den Schlaf-Wach-Rhythmus verschiedener Lebewesen.

Dieser Rhythmus ist genetisch vorprogrammiert und lässt sich nur schwer verändern ohne das dabei Beschwerden entstehen. Eine gewisse Anpassungsfähigkeit ist zwar gegeben, die Grundtendenz lässt sich aber nicht verändern.

Bezogen auf den Menschen unterscheidet die Chronobiologie in Zusammenhang mit dem Schlaf-Wach-Rhythmus sogenannte Tagmenschen und Nachtmenschen. Tagmenschen sind auch als Lerchen bekannt. Nachtmenschen werden häufig als Eulen bezeichnet. Unter diesen Eulen versteht die Chronobiologie Langschläfer, die während der Nacht aktiver sind als tagsüber. Die Lerchen sind dagegen Frühaufsteher und damit Tagmenschen.

Welche Aktivitäts-Tendenz ein Mensch hat, hängt von seiner Genetik ab. Die persönliche innere Uhr gibt Aufschluss über die Zugehörigkeit zu einer der Gruppen. Der moderne Mensch richtet seinen Rhythmus allerdings nicht mehr anhand seiner inneren Uhr, sondern anhand von Zeitmessern aus. Oft lebt der Mensch daher entgegen seines eigentlichen Schlaf-Wach-Rhythmus. Dieses Verhalten kann Erkrankungen und Erschöpfungszustände begünstigen.

Funktion & Aufgabe

Der Schlaf-Wach-Rhythmus eines Lebewesens ist an seine Lebensbedingungen angepasst. Löwen sind genetisch bedingt zum Beispiel während der Dämmerung aktiv. Unter der heißen Mittagssonne ihres Lebensraums ruhen sie sich aus. Tagsüber schlafen sie und regenerieren sich. Erst in den kühlen Dämmerungsphasen werden sie wirklich wach und brechen zur Jagd auf.

Nachtaktive Nagetiere entgehen dagegen dem Tageslicht, indem sie ihre Nahrungssuche auf die Nachtstunden beschränken. Während diesen Nachtstunden sind sie für viele Raubtiere schlechter zu entdecken. Der Schlaf-Wach-Rhythmus ist damit also ein wichtiger Parameter der Evolution und die Schlafphasen eines Organismus werden von seinem genetischen Schlaf-Wach-Rhythmus gesteuert.

Das gilt auch für den Menschen. Er durchläuft im Schlaf mehrmals die Phasen des leichten und des tiefen Schlafs. Hinzu kommen die Phasen des REM-Schlafs, also des Traumschlafs. Der Rhythmus der Schlafphasen passt zum Schlaf-Wach-Rhythmus. Gegen Ende des Schlafs wechseln sich die Schlafphasen immer schneller ab, bis der Mensch erwacht.

Bezogen auf den Menschen unterscheidet die Chronobiologie in Zusammenhang mit dem Schlaf-Wach-Rhythmus sogenannte Tagmenschen und Nachtmenschen.

Wenn eine Person zu den Lerchen gehört, dann liegt der beschleunigte Wechsel der Schlafphasen auf den frühen Morgenstunden. Für Eulen findet der schnelle Wechsel dagegen nicht in den frühen Morgenstunden, sondern zeitversetzt dazu und vergleichsweise später am Tag statt.

Wer entgegen seines biologischen Rhythmus schläft, kommt damit der natürlichen Regelung seiner eigenen Schlafphasen in die Quere. Sobald die Weckzeiten nicht mit den genetisch vorgegebenen Wachphasen zusammenfallen, stört das Aufwachen den Körper in bestimmten Phasen des Schlafs.

Die einzelnen Schlafphasen sind zur Entspannung, zur Verarbeitung und zur körperlichen Regenerierung gedacht. Die Selbstheilungskräfte des Körpers sind im Schlaf zum Beispiel ungleich höher, als währen der Wachphasen. Defekte Zellen werden während der Schlafphasen abgestoßen und über Prozesse der Zellteilung ersetzt.

Die einzelnen Schlafphasen sind auf dieses Ziel der Regenerierung abgestimmt. Eine Störung der Phasen stört damit schlimmstenfalls auch die Regenerierungsprozesse des Organismus oder unterbricht psychische Verarbeitungs- und Lernprozesse, wie sie in der REM-Phase stattfinden. Dass der Mensch seinen Schlaf nach äußeren Zeitmessern richtet, kann diesen natürlichen Ablauf gegebenenfalls stören und die Schlafphasen durcheinander bringen.

Tagmenschen, die sich wie Nachtmenschen verhalten oder Nachtmenschen, die wie Tagmenschen leben, stören also ihre eigenen Schlafphasen und Regenerierungsprozesse, wie es teilweise in der Schichtarbeit der Moderne der Fall ist. Die Abweichung vom genetisch vorbestimmten Rhythmus kann verschiedene körperliche Beschwerden zur Folge haben.

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Krankheiten & Beschwerden

Ein Indiz für einen gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus oder das Leben entgegen des eigenen Schlaf-Wach-Rhythmus können häufige Wachphasen sein, die den Schlaf unterbrechen. In einem Schlaflabor lassen sich derartige Phänomene nachvollziehen und einschätzen.

Grundsätzlich treten Menschen in jedem Schlaf zu bestimmten Anteilen in die einzelnen Schlafphasen über. Wenn das vorgegebene Verhältnis dieser Schlafphasenanteile gestört ist, dann kann auch das ein Hinweis für das Leben entgegen des eigenen Rhythmus sein.

Auch die Anteile der Schlafphasen lassen sich bei der Untersuchung in einem Schlaflabor überprüfen und anhand von Hirnwellenmessungen einschätzen. Wer nicht nach seiner inneren Uhr lebt, hat in einer Folge dessen mit verschiedenen Beschwerden zu kämpfen.

Zunächst macht sich ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus meist in Form von Abgeschlagenheit, Müdigkeit oder Erschöpfung bemerkbar. Oft werden die Betroffenen außerdem anfälliger für Infekte, da sich ihr Immunsystem während der gestörten Schlafphasen nicht mehr umfangreich regenerieren kann. Ebenso häufig treten Konzentrationsstörungen auf, etwa dadurch, dass Lernprozesse bei gestörtem REM-Schlaf nicht mehr verarbeitet werden können.

Da eine Störung der Schlafphasen aber auch Prozessen der psychischen Verarbeitung behindert, treten später unter Umständen auch psychische Beschwerden ein. So kann sich ein dauerhaft gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus zum Beispiel in Depressionen äußern. Wenn eine chronische Störung vorliegt, dann entwickeln sich aus den Depressionen zuweilen sogar Psychosen.

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