Syndrom des zyklischen Erbrechens

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 27. Oktober 2016Geprüfte Qualität
Sie sind hier: Symptomat.deKrankheiten Syndrom des zyklischen Erbrechens

Patienten mit dem Syndrom des zyklischen Erbrechens leiden an wiederkehrenden Anfällen, die sie mehrmals die Stunde erbrechen lassen. Die Ursachen sind nicht abschließend geklärt. Die Therapie gestaltet sich schwierig und ist vorwiegend supportiv.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Syndrom des zyklischen Erbrechens?

Viele Erkrankungen sind durch zyklisch auftretende Beschwerden gekennzeichnet. Eine solche Krankheit ist das Syndrom des zyklischen Erbrechens, das auch als Cyclical Vomiting Syndrome (CVS) bekannt ist. Die meisten Patienten des Krankheitsbildes sind Kinder. Insbesondere im Alter von drei bis sieben Jahren tritt das Syndrom auf.

Das Krankheitsbild ist von wiederkehrenden und anfallsartigen Beschwerden des Magen-Darm-Trakts gekennzeichnet. Neben Übelkeit und Erbrechen treten Störungen des Allgemeinbefindens auf. Die Anfälle sind einander im Verlauf, in der Schwere und in der Dauer ähnlich. Ein Anfall dauert zwischen wenigen Stunden und mehreren Tagen. Zwischen den einzelnen Anfällen hat der Betroffene in der Regel keinerlei Beschwerden.

Da die Symptome des CVS auch im Rahmen anderer Erkrankungen eintreten können, ist die Diagnostik des Syndroms vor allem bei Erwachsenen relativ schwierig. Die genaue Prävalenz ist nicht bekannt. Die Dunkelziffer dürfte wegen der Schwierigkeit der Diagnostik relativ hoch liegen. Das mittlere Alter des Auftretens beträgt für das Syndrom des zyklischen Erbrechens 35 Jahre.

Ursachen

Eine genaue Entstehungsursache zum Syndrom des zyklischen Erbrechens ist bisher nicht bekannt. Allerdings existieren eine Reihe von Spekulationen. Ein familiärer Hintergrund steht zur Diskussion. In bis zu 83 Prozent aller Fälle wurde Migräne bei der Familienanamnese entdeckt. Nichtsdestotrotz gibt es für viele Patienten keinen erkennbaren Auslöser der Anfälle.

Neben Migräne wurden bislang physischer Stress, leichtere Viruserkrankungen wie die Grippe, Entzündungen im Brust- oder Halsbereich und schmerzende Verletzungen mit dem Syndrom in Verbindung gebracht. Auch langes Fasten oder Schlaflosigkeit wurden in einigen Fällen des Syndroms dokumentiert. Darüber hinaus berichteten einige Patienten mit dem Syndrom des zyklischen Erbrechens von Anästhetika, die sie in der jüngsten Vergangenheit erhalten hatten.

Auch Kälte- und Nahrungsmittelempfindlichkeit, Angstzustände und familiäre Probleme können unter Umständen eine Rolle für die Ätiologie des CVS spielen. Für eine kleinere Untergruppe von CVS-Betroffenen scheinen mitochondriale DNA-Mutationen ursächlich zu sein.

Symptome, Beschwerden & Anzeichnen

Patienten mit dem Syndrom des zyklischen Erbrechens übergeben sich in kurzen Zeitabständen. Der Höhepunkt eines Anfalls ist durch Erbrechen mit Frequenzen von sechs- bis zwölfmal die Stunde gekennzeichnet. Ein Anfall kann wenige Stunden andauern. Ebenso gut kann sich der Anfall aber über bis zu zehn Tage erstrecken. Die durchschnittliche Dauer beträgt ein bis vier Tage.

Das Ende der Anfälle tritt spontan ein und lässt sich kaum vorhersehen. Einzelne Anfälle der Patienten sind sich im Verlauf und in der Dauer extrem ähnlich. Zwischen den Anfällen stabilisiert sich der Betroffene zu gutem Allgemeinbefinden. Zu den wichtigsten Symptomen in der Akutphase zählen neben Übelkeit und Bauchschmerzen vor allem Kopfschmerzen, Bewegungsempfindlichkeit, Lichtempfindlichkeit und Fieber.

Auch allgemeine Blässe, Durchfall und Wasserverluste können vorkommen. Begleitsymptomatisch liegen außerdem oft starker Speichelfluss oder sozialer Rückzug vor. Speziell erwachsene Patienten leiden während eines Anfalls so gut wie immer unter mehr oder weniger starken Bauchschmerzen oder Magenkrämpfen. In der Regel treten bei Erwachsenen mit dem Syndrom mindestens drei zeitlich voneinander abgegrenzte Anfälle pro Jahr ein.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Beim Syndrom des zyklischen Erbrechens gestaltet sich die Diagnose schwierig. Erbrechen kann im Rahmen vieler Erkrankungen auftreten. Aus diesem Grund wird die Diagnose CVS meist ausschließlich mittels Ausschlusskriterien gestellt. Diagnostische Testverfahren zur Diagnosesicherung stehen nicht zur Verfügung. Oft dauert es mehrere Jahre, bis einem Patienten die Diagnose gestellt werden kann. Fehldiagnosen kommen häufig vor.

Für erwachsene müssen zur Diagnosestellung zumindest drei verschiedene Kriterien erfüllt sein. Das zyklische Erbrechen muss in wiederholten und schweren Anfällen aufgetreten sein, so zum Beispiel zu mindestens drei Anfällen in sechs Monaten. Ein Zeitabstand von mindestens einer Woche muss zwischen den Anfällen liegen. Bei einem Akutanfall wird mindestens viermal die Stunde und über mindestens eine Stunde erbrochen.

Zwischen den Anfällen muss sich der Patient wohlgefühlt haben und alle anderen Ursachen für Erbrechen müssen ausgeschlossen werden. Um andere Ursachen auszuschließen, werden im Rahmen der Diagnostik zum Beispiel Bildgebungen von Darm und Magen erforderlich. Kinder mit CVS haben eine bessere Prognose als Erwachsene. Meist erledigen sich die Schübe in ihrem Fall, sobald sie das Erwachsenenalter erreichen.

Behandlung & Therapie

Für Patienten mit Syndrom des zyklischen Erbrechens besteht keine standardisierte Therapie. Da die Ursache von CVS nicht abschließend geklärt ist, kann keine ursächliche Therapie erfolgen. Das steht der Heilung entgegen. Die Behandlung gestaltet sich so äußerst schwierig und ist mehr oder weniger supportiv. Bei einem akuten Anfall wird den Patienten zum Beispiel der Aufenthalt in dunkler, ruhiger Umgebung empfohlen.

Intravenös wird ihnen Flüssigkeit verabreicht, um Dehydrierung vorzubeugen. Idealerweise begeben sich die Betroffenen bei jedem Anfall frühzeitig in Behandlung, damit eine ausgiebige Überwachung der Allgemeinkonstitution erfolgen kann. Zur medikamentösen Therapie stehen anti-emetische und andere Medikamente zur Verfügung. Welches Medikament welchem Patienten besser hilft, muss ausgetestet werden. Daher erfolgt die Medikamentengabe beim ersten Anfall eher versuchsweise.

Zwischen einzelnen Anfällen erfolgt idealerweise eine Prophylaxe. Auch bei der Prophylaxe muss versuchsweise vorgegangen werden, da sich die Wirksamkeit von Patient zu Patient unterscheidet. Die Prophylaxe zielt darauf ab, die Anzahl, die Dauer und den Schweregrad einzelner Episode zu vermindern. Eine Möglichkeit ist in diesem Zusammenhang die regelmäßige Gabe von Namin.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Zum Syndrom des zyklischen Erbrechens existiert bislang keine vollständige Ätiologie. Solange die Ursachen nicht abschließend geklärt sind, lässt sich dem Syndrom nicht vorbeugen.

Bücher über Erbrechen

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Syndrom des zyklischen Erbrechens?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Bekannt aus: