Sympathomimetika

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. Juni 2017
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Sympathomimetika sind Wirkstoffe, die eine Stimulierung des Sympathikus zur Folge haben. Der Sympathikus gehört zum autonomen Nervensystem und ist an unterschiedlichen körperlichen Funktionen beteiligt. Grundsätzlich wird der Körper durch die Erregung dieses Nervs in einen leistungssteigernden Zustand versetzt. Physiologisch ist dies zum Beispiel bei Stress der Fall. Sympathomimetika werden unter anderem zur Therapie von Schnupfen, Asthma und niedrigem Blutdruck eingesetzt. Einige Sympathomimetika sind verschreibungspflichtig, andere Sympathomimetika sind ohne Rezept erhältlich. Bei der Einnahme ist Vorsicht geboten. Auch bei den nicht verschreibungspflichtigen Sympathomimetika, die beispielsweise in Nasensprays enthalten sind, sind unerwünschte Nebenwirkungen nicht auszuschließen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Sympathomimetika?

Sympathomimetika sind Wirkstoffe die den Sympathikus zusätzlich aktivieren. Der Sympathikus gehört zum vegetativen Nervensystem. Dieser Teil des Organismus wird auch autonomes Nervensystem genannt, da es weitestgehend keiner willkürlichen Kontrolle unterliegt. Der Sympathikus beeinflusst Funktionen die den menschlichen Körper in einen erhöhten Leistungszustand versetzen. In der Pharmakologie werden zwei unterschiedliche Klassen an Sympathomimetika unterschieden. Es gibt sogenannte Alpha- und Beta-Sympathomimetika.

Die meisten Arzneimittel auf Basis von Sympathomimetika sind rezeptpflichtig, da sie erheblich in unterschiedliche körperliche Funktionen eingreifen und auch risikoreiche Wirkungen mit sich bringen können.

Pharmakologische Wirkung auf Körper & Organe

Der zum vegetativen Nervensystem zugehörige Sympathikus hat die Aufgabe, den Körper bei Stress und in Notfallsituationen in erhöhte Leistungsbereitschaft zu setzen. Wird der Sympathikus durch die Einnahme von Sympathomimetika angeregt, steigt die Aufmerksamkeit, der Blutdruck und der Blutzuckerspiegel. Weiterhin kommt es zu einer Ausdehnung der Atemwege und damit einhergehender kurzfristiger Leistungssteigerung. Es stellt sich ein euphorischer Zustand ein und der Appetit wird stark vermindert.

Hinsichtlich des Wirkmechanismus werden direkte und indirekte Sympathomimetika unterschieden. Erstere entfalten ihre Wirkung durch die Nachahmung der Botenstoffe Noradrenalin und Adrenalin und aktivieren somit die Adrenorezeptoren. Indirekte Sympathomimetika führen zu einer Erhöhung der Botenstoffe im synapthischen Spalt des menschlichen Gehirns. Der Spiegel wird zum einen durch eine gehemmte Wiederaufnahme und zum anderen durch eine erhöhte Ausschüttung hoch gehalten. Zu Wirkstoffen dieser Art zählen unter anderem Ephedrin und Amphetamin.

Des Weiteren werden diese Wirkstoffe in Alpha- und Beta-Sympathomimetika unterschieden. Alpha-Sympathomimetika binden vorwiegend an Alpha-Adrenorezeptoren. Diese Wirkstoffe verengen die Blutgefäße und stabilisieren den Blutdruck. Beta-Sympathomimetika haben eine atemwegserweiternde Wirkung. Neben diesen beiden Stoffklassen gibt es Derivate die sowohl die Alpha- als auch die Beta-Adrenorezeptoren beeinflussen. Zu diesen Alpha- und Beta-Sympathomimetika zählen etwa die Wirkstoffe Metaraminol und Norephedrin.

Medizinische Anwendung & Verwendung zur Behandlung & Vorbeugung

Durch die Einnahme von Alpha-Sympathomimetika ziehen sich die glatten Muskelzellen zusammen und es kommt zu einer sogenannten Vasokonstriktion (Gefäßengstellung). Diese Wirkung wird in der medizinischen Anwendung beispielsweise zur Behandlung einer Nasenschleimhautentzündung genutzt. Die Sympathomimetika bewirken ein Abschwellen der Schleimhaut und lindern somit die Symptome der Patienten. Alpa- Sympathomimetika sind demnach häufig in Nasensprays enthalten.

Aber auch eine orale Medikation von Sympathomimetika ist möglich. Diese Stoffe haben eine blutdruckstabilisierende Wirkung und kommen somit bei Blutdruckschwankungen zum Einsatz. Die Beta- Sympathomimetika werden vor allem in der Lungenheilkunde eingesetzt. In der Medizin werden vor allem Stoffe, die an den sogenannten Beta-2-Rezeptoren wirken, verwendet. Zu diesen Substanzen gehört etwa der Stoff Fenoterol.

Damit diese Stoffe ihre Wirkung nur lokal und nicht systemisch entfalten, werden sie häufig in Form von Gasen inhaliert. Bei Asthmapatienten können diese Arzneimittel Linderung bringen, indem sie die Bronchien erweitern und so den Atemvorgang erleichtern. Beta- Sympathomimetika werden zudem zur Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, kurz COPD, verschrieben.

Weitere anerkannte Indikationsgebiete für Sympathomimetika sind ADHS, Allergien, Bindehautentzündung, Müdigkeit, Übergewicht, Bronchitis und Narkolepsie. Letztere beschreibt eine Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus. Die Betroffenen fallen regelmäßig in einen Sekundenschlaf.

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Risiken & Nebenwirkungen

Das Wirkspektrum der Sympathomimetika ist breit gefächert. Die Risiken und Nebenwirkungen hängen von der Art des Sympathomimetikums und von dessen Dosierung ab. Viele Medikamente die eine stimulierende Wirkung auf den Sympathikus haben sind verschreibungspflichtig. Einige dieser Stoffe wie MDMA, Amphetamine oder Kokain sind gängige Partydrogen und werden illegal an teils minderjährige Konsumenten verkauft. Vom Konsum dieser Drogen ohne notwendige Indikation ist abzuraten. Es können sich Nebenwirkungen wie Juckreiz, Rötungen, Nasenschleimhautreizungen, Brechreiz, Übelkeit, Durchfall, Magen-Darm-Beschwerden einstellen. Da die Dosierung dieser Stoffe als Partydroge in Eigenregie erfolgt, sind mögliche schwerwiegende Nebenwirkungen nicht auszuschließen. Besonders in Kombination mit Alkohol kann es zu einem tödlichen Herzstillstand kommen.

Alpha- Sympathomimetika können generell zu gesteigerter Reizbarkeit führen. Konzentrations- und Schlafstörungen können für den Patienten quälende Nebenwirkungen sein. Nasentropfen die Alpha- Sympathomimetika enthalten, sollten nur für einen kurzfristigen Zeitraum eingenommen werden. Längerfristig schädigen diese die Nasenschleimhaut und können zur Abhängigkeit führen. Beta- Sympathomimetika können neben einem allgemeinen Schwächegefühl und einer erhöhten Schweißproduktion zu Herzrhythmusstörungen führen.

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