Sumpfporst

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Dezember 2016
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Die Verwendung des Sumpfporstes hat eine lange Volkstradition. Auch heute wird die Pflanze in Teeform von den Ureinwohnern Nordamerikas konsumiert. In der westlichen Welt nutzt man die Wirkung dieser mittlerweile seltenen Pflanze ausschließlich in homöopathisch aufbereiteter Form.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Sumpfporst

Der Sumpfporst trägt die wissenschaftliche Bezeichnung Ledum palustre und ist Teil der Gattung Rhododendron. Diese wiederum zählen zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Die Pflanze wächst strauchartig und erreicht dabei Wuchshöhen zwischen 50 und 150 Zentimetern. Sie wächst immergrün und kann ein Lebensalter von bis zu 30 Jahren erreichen. Die ausgebildeten Zweige tragen eine rostbraune Farbe und weisen eine filzartige Behaarung auf.

Die Blätter sind von lederartiger Beschaffenheit und bilden eine Lanzettenform. Der Sumpfporst bildet ein ätherisches Öl. Sowohl Zweige, als auch das Holz der Pflanze riechen angenehm nach Kampfer. Die Blätter duften stark aromatisch und entwickeln einen sehr intensiven Geschmack, vergleichbar dem Rosmarin. Zwischen Mai und Juli blüht der Sumpfporst.

Die Verwendung des Sumpfporstes hat eine lange Volkstradition. Auch heute wird die Pflanze in Teeform von den Ureinwohnern Nordamerikas konsumiert.

Die Blüten sitzen in einer endständigen Dolde, sind zwittrig und insgesamt fünf an der Zahl. Umgeben werden die Blüten von fünf Kronblättern. Diese erscheinen in weißer bis rosa Farbe und erreichen eine Länge zwischen 5 und 25 Millimetern. Die Staubblätter sind insgesamt zehn. Aus der Blüte entwickeln sich eher unscheinbare Kapselfrüchte. Diese sind eiförmig und wachsen hängend zu einer Größe von 3,5 bis 4 Millimetern heran.

Sobald sie reif sind – in der Regel zwischen Juli und August – öffnen sich die Kapseln am oberen Ende und entlassen längliche Samen. Der Sumpfporst ist heute überwiegend in Skandinavien und den nördlichen Regionen Amerikas sowie im Baltikum zu finden. Auch in der Böhmisch-Sächsischen Schweiz und weiteren Regionen Tschechiens wachsen einige Arten. In einigen Ländern ist die Pflanze als geschützt gelistet. Dies ergibt sich aus seinen bevorzugten Lebensräumen: Er mag Hochmoore und feuchte, kalkreiche Torfböden.

Wirkung & Anwendung

Die Verwendung von Sumpfporst hat in der Medizin sowie in der Volksgeschichte eine lange Tradition. Schamanen und Propheten versetzten sich mit Hilfe dieser Pflanze in einen Zustand der Trance. Dabei wurde vorwiegend der Rauch eingeatmet oder auch die Wurzel zerkaut. Die Ureinwohner Nordamerikas benutzen einen Tee aus Sumpfporst zur Behandlung schwerer Menstruationskrämpfe.

Aus historischen Quellen der skandinavischen Länder erfährt man über den Einsatz der Sumpfporst-Pflanze bei der Bierherstellung. Entgegen der weit verbreiteten Verwendung von Hopfen, wurden für das altgermanische Bier zahlreiche bittere Kräuter genutzt. Der Sumpfporst erhöhte die Haltbarkeit des Getränkes, gab ihm einen aromatischen Geschmack und stand im Ruf auch dessen Wirkung zu verstärken.

Weiterhin finden sich Belege über die Verwendung als Mittel gegen Krätze und Läuse sowie als wirksames Mottenmittel. Hierfür rieben sich die Betroffenen mit den frischen Blättern ein. Doch bereits durch den Kontakt der Haut mit den ätherischen Ölen kann es zu Vergiftungen kommen. Auch bei Zahnproblemen setzen mittelalterliche Heiler die Pflanze ein.

Die starke Wirkung des Sumpfporstes resultiert aus den enthaltenen ätherischen Ölen. Rund 2,5 Prozent des ätherischen Öles befindet sich in den Blättern. Aber auch die Verwendung anderer Pflanzenteile birgt die Gefahr einer leichten bis schweren Vergiftung. Hauptbestandteile des Öles sind Ledol und Palustrol (beide zählen zu den Sesquiterpenen). Weiterhin sind Öle wie Quercetin, Myrcen und Ericolin; Gerbstoffe, Bitterstoffe und geringe Mengen an Alkaloiden enthalten.

Vergiftungen zeigen sich an Symptomen wie Erbrechen, Entzündungen der Magen- und Darmschleimhaut mit folgenden Durchfällen. In der Folge kommt es zu Schädigungen der Harnwege und der Nieren. Der Betroffene ist schwer erschöpft und sehnt sich nach Schlaf. Er bekommt Schweißausbrüche und Muskelschmerzen. Zudem treten Konsumenten des Sumpfporstes leicht in einen Zustand der Trance mit Schwindelgefühlen und aggressiven Ausbrüchen.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die Inhaltsstoffe des Sumpfporstes sind bis heute nur unzureichend erforscht. Aufgrund dessen sowie der starken Nebenwirkungen erfolgt heute kein Einsatz in der Schulmedizin. Lediglich homöopathisch aufbereitet ist Ledum Palustre ein vielseitig zu verwendendes Mittel. Die Hauptindikation liegt bei Stichwunden.

Menschen und Tiere können bei Insektenstich und/oder Zeckenbiss sowie bei Bissverletzungen von der abkühlenden und abschwellenden Wirkung profitieren. Wie bereits in historischen Quellen berichtet, nutzt man den Sumpfporst in der Homöopathie auch bei Hautveränderungen und –Erkrankungen jeder Art. Dazu zählen Juckreiz, Hämatome, Wundinfektionen, Schnittverletzungen und Akne.

Auch als Prävention entzündlicher Hautveränderungen nach chirurgischen Eingriffen oder der Verabreichung von Spritzen können die Globuli eingesetzt werden. Ebenso können Erkrankungen an Schleimhäuten wie Lippenherpes unterstützend behandelt werden. Aufgrund seiner Wirkung auf den Muskelapparat des Körpers verwendet man Ledum Palustre auch bei Gicht, Rheuma und Arthritis sowie anderweitiger Entzündungen der Gelenke, Verstauchungen und Verrenkungen.

Der Bereich der Augen mit möglichen Blutergüssen und Entzündungen wird gern mit Hilfe einer homöopathisch aufbereiteten Substanz des Sumpfporstes behandelt. Hier ist eine abschwellende Wirkung besonders dienlich. Die bei Keuchhusten auftretende starke muskuläre Beanspruchung des Brustkorbes kann durch Sumpfporst gelindert werden.

Durch die zahlreichen, starken und krampfhaften Hustenanfälle sind die Muskeln überreizt. Sumpfporst wirkt hier lockernd und reizlindern. Die Inuit sowie Indianerstämme bereiten heute noch den sogenannten Labrador Tea zu. Ihm wird eine vielfältige heilende Wirkung nachgesagt.

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