Sumpfdotterblume

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Dezember 2016
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Bereits im Mittelalter fand die Sumpfdotterblume Anwendung als Heilpflanze. Heute wird sie eher selten eingesetzt. Dennoch lässt sich ihre harntreibende, krampf- und schleimlösende Wirkung bei zahlreichen Erkrankungen nutzen. Aufgrund des starken Wandels unserer Landschaften steht sie jedoch in einigen Bundesländern bereits auf der Roten Liste und gilt als gefährdet.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Sumpfdotterblume

Die Sumpfdotterblume trägt den wissenschaftlichen Namen: Caltha palustris und zählt zu den Dotterblumen (Caltha). Diese ist ein Teil der Pflanzenfamilie der Hahnenfußgewächse (Ranuculaceae). Sie ist eine sehr ausdauernde, krautige Pflanze und blüht mehrjährig. Ihre Wuchshöhe kann zwischen 5 und 30 Zentimetern schwanken, je nachdem, ob sich die Stängel aufrichten oder am Boden verlaufen.

Im zeitigen Frühjahr treibt die Pflanze kräftige grüne Blätter – auch an den Stängeln – aus. Zwischen März und Mai blüht die Sumpfdotterblume in einem intensiven Sonnengelb. Auch wenn sie optisch stark den Hahnenfußgewächsen ähnelt, kann man sie leicht durch ihre runden und fettig glänzenden Blätter unterscheiden.

Die Verbreitungsregion der Sumpfdotterblume ist zirkumpolar. Demnach findet sie in ganz Europa, Nordasien und bis ins arktische Nordamerika ideale Wachstumsbedingungen. Der Name deutet bereits auf ihren bevorzugten Standort hin: An feuchten Stellen, vor allem an Flussufern und Sümpfen ist die gelbblühende Pflanze zu finden. Dabei bevorzugt sie nährstoffreiche Böden, die sie auch auf feuchten Sumpfwiesen, Auen- und Bruchwäldern, an Quellen und Bächen findet. Somit ist die Sumpfdotterblume auch ein verlässlicher Feuchte- und Nässeanzeiger.

Wirkung & Anwendung

Wie bei zahlreichen anderen Pflanzen die in der Naturheilkunde Verwendung finden, ist die Sumpfdotterblume leicht giftig bis giftig. In welchen Konzentrationen dies zutrifft ist nicht klar definiert. Zum Teil werden die grünen Blätter als Wildsalat konsumiert, Andere raten von einer Verwendung gänzlich ab. Dennoch sollte diese Pflanze vorsichtshalber nur getrocknet, äußerlich oder homöopathisch aufbereitet angewendet werden. Rezepte werden nur in der Volksheilkunde vermittelt und auch hier wird die Sumpfdotterblume nur selten eingesetzt. Ihre giftige Wirkung beruht auf den enthaltenen Anemoninen, Saponinen, Apochinalkaloiden und Triterpenlconen. Diese sekundären Pflanzenstoffe finden sich in allen Hahnenfußgewächsen. Durch den Verzehr von rohen Blättern oder Knospen kommt es zu Reizungen der Schleimhäute, des Rachens und der Nasengänge. Weiterhin kann das Gift Erbrechen, blutige Durchfälle, Ohnmacht, Krampfanfälle und Wassereinlagerungen hervorrufen.

Der Name deutet bereits auf ihren bevorzugten Standort hin: An feuchten Stellen, vor allem an Flussufern und Sümpfen ist die gelbblühende Pflanze zu finden.

Bei sehr sensiblen Menschen führt bereits der bloße Hautkontakt zu Reizungen und Schwellungen. Auch Verbrennungen der Haut sind möglich. Diese treten meist nach vier bis fünf Stunden auf. Bei einer Vergiftung hilft die Einnahme von Aktivkohle oder eine Magenspülung. Durch Kochen der Pflanze verringert sich die giftige Wirkung. Bei einer Trocknung verliert sie sich gänzlich. Ein Tee kann daher ganz unbedenklich eingenommen werden.

Weitere Bestandteile der Sumpfdotterblume sind Cholin, Flavonoide, Protoanemonin und Carotin. Im Mittelalter nutzte man diese Pflanze bei Lebererkrankungen. Dies folgte der weit verbreiteten Signaturenlehre. Mit Leber und Galle verband man die Farbe gelb. In diesem Zusammenhang steht auch der Begriff Gelbsucht. Da die Sumpfdotterblume intensiv gelb blüht, ordnete man sie diesen Beschwerden zu.

Heute wird die Sumpfdotterblume in Form von Teemischungen vereinzelt bei Husten eingesetzt. Die enthaltenen Saponine wirken schleimlösend und krampfstillend. Auch in der Homöopathie findet dieses Hahnenfußgewächs Verwendung. Unter ihrem wissenschaftlichen Namen Caltha palustris ist sie in den Potenzen D3 bis D6 erhältlich und wird bei Husten, Entzündungen der Haut sowie bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Bei letzterem Beschwerdebild kommt der Betroffenen ebenfalls die krampfstillende Wirkung zu gute.

Darüberhinaus wurde die Sumpfdotterblume in der Vergangenheit als Färbemittel für Milchprodukte und Genussmittel verwendet. Auch in vereinzelten nationalen Küchen war sie ein fester Bestandteil. So diente sie unter anderem in Essig eingelegt als Kapernersatz. Rief jedoch nach dem Verzehr Magenverstimmungen hervor.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Generell wirken die Bestandteile der Sumpfdotterblume harntreibend, hautreizend, krampfstillend und schleimlösend. Daraus ergeben sich zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten. Die schleimlösende und krampfstillende Wirkung ist besonders nützlich bei Erkrankungen der oberen Atemwege. Husten und Bronchitis können so gemildert werden. Die krampflösende Wirkung hilft zudem Frauen bei Menstruationsbeschwerden. Aufgrund ihrer harntreibenden Wirkung treten Anwendungsbereiche bei Gallen- und Leberbeschwerden hinzu, ebenso rheumatische Erkrankungen. Denn durch die vermehrte Ausscheidung ist es dem Körper gleichsam möglich zu entgiften. Gerade bei Rheumapatienten werden regelmäßige Entgiftungen empfohlen.

Auch die Anwendung bei entzündlichen Hauterkrankungen ist möglich. So wurde positiv vom Einsatz bei Warzen berichtet. Weiterhin sollen Produkte von getrockneten Sumpfdotterblumen bei allgemeiner Nervenschwäche und Migräne helfen. Darüberhinaus ist bekannt, dass der giftige Bestandteil Anemonin wirksam gegen Tumore sein soll.

Die meisten Anwendungsbeispiele werden aus der indianischen Kultur überliefert. Hier nutzt man die Sumpfdotterblume auch bei Grippe um den Körper zum Schwitzen zu bringen und das Fieber zu erhöhen. Ebenso wird das gelb blühende Kraut genutzt, um bei Magenbeschwerden ein Erbrechen auszulösen. Weiterhin verbinden die indianischen Völker mit den Blüten der Sumpfdotterblume eine aphrodisierende Wirkung und nutzen sie bei allerlei Liebeszaubern.

Grundsätzlich wird die Sumpfdotterblume sehr selten verwendet. Wenn dies erfolgt, dann ausschließlich in getrockneter Form, äußerlich oder homöopathisch aufbereitet. So wird jede mögliche Gefahr der Vergiftung vermieden. Besondere Vorsicht ist bei schwangeren und stillenden Frauen geboten, diese sollten mit keinerlei Bestandteilen in Kontakt kommen.

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