Sumpf-Herzblatt

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Dezember 2016
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Das Sumpf-Herzblatt ist eine in Europa mittlerweile selten gewordene Pflanze, die vor allem in Mooren oder sumpfigen Gegenden anzutreffen ist. Bereits aus einigen Metern Entfernung ist das Sumpf-Herzblatt an den großen und leuchtend weißen Blüten, die sich am Ende langer Stängel befinden, zu erkennen. Das Sumpf-Herzblatt gehört zur botanischen Familie der sogenannten Steinbrechgewächse.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Sumpf-Herzblatts

Außer in ganz Europa gibt es auch noch in Westasien ein Vorkommen des Sumpf-Herzblatts in freier Natur. Global ist die Pflanze jedoch sehr selten geworden, was mit den geänderten Umweltbedingungen zusammenhängen dürfte. Das Sumpf-Herzblatt trägt den botanischen Namen Parnassia palustris und ist im Volksmund auch bekannt als Studentenröschen. Der Überlieferung nach brachten Studenten die Blüten dieser Pflanze ihrer Liebsten.

Weniger bekannt ist, dass es sich beim Sumpf-Herzblatt um eine überaus potente Heilpflanze mit breitem Wirkspektrum handelt. Heute wird sie immer noch zur Beruhigung und zur Lösung von Krämpfen angewandt, früher erfreute sich die Heilpflanze großer Beliebtheit bei der Bekämpfung von Leiden an Galle und Leber. Doch dieses Wissen ging über die Jahrhunderte verloren. Das Sumpf-Herzblatt bevorzugt für sein Wachstum eindeutig Höhenlagen bis zu 3000 Meter. In diesen Lagen trifft man die Pflanze bevorzugt an Mooren, Ufern, Gräben und in Sumpfgegenden an.

Es handelt sich beim Sumpf-Herzblatt um eine mehrjährige Pflanze, die eine Höhe bis zu 30 Zentimetern erreichen kann. Die weißen Blüten erscheinen in der typischen Tellerform in den Monaten Juni, Juli, August und September. Die Blüte des Sumpf-Herzblatts kann einen Durchmesser bis zu 3 Zentimetern erreichen. Im weiteren Verlauf entwickeln sich dann aus den Blüten im Spätherbst kleine kapselförmige Gebilde, welche den Samen beinhalten.

Wirkung & Anwendung

Es wurde in der Vergangenheit bereits mehrmals versucht, das Sumpf-Herzblatt künstlich zu kultivieren. Soweit bekannt, sind alle diese Versuche gescheitert und somit gilt diese Pflanze nur als schwer kultivierbar. Wer dennoch versucht, die Heilpflanze anzubauen, sollte dies beispielsweise an Teichrändern mit sehr feuchtem und basischem Boden versuchen. Der Anzuchtversuch geschieht zunächst in separaten Töpfen, in denen der Boden bis zu Keimung stets feucht-nass gehalten werden muss. Dann kann versucht werden, den Keimling ins Freiland zu setzen.

Wer Pflanzenteile des Sumpf-Herzblatts zu Heilzwecken verwenden möchte, sollte wissen, dass die Pflanze unter Naturschutz steht und also nicht einfach in freier Natur gesammelt werden darf. Gelingt eine künstliche Anzucht, so kann das gesamte oberirdische und blühende Kraut geerntet werden. Um die Heilpflanze nutzbar zu machen, sollten die geernteten Pflanzenteile an einem schattigen, luftigen Ort zügig und vollständig getrocknet werden, was aufgrund des Wasserreichtums der Pflanzenteile in der Regel mehrere Tage in Anspruch nimmt.

Das Sumpf-Herzblatt bevorzugt für sein Wachstum eindeutig Höhenlagen bis zu 3000 Meter.

In Deutschland sind die Bestände des wildwachsenden Sumpf-Herzblatts wahrscheinlich deshalb so stark zurückgegangen, weil viele Sümpfe und Feuchtgebiete trockengelegt wurden. Die Anwendung der getrockneten Pflanzenteile kann als Tee, als Wundpuder aber auch als Frischsaft erfolgen. Um einen Teeaufguss zuzubereiten, werden zwei bis drei gestrichene Teelöffel des getrockneten Krautes mit kaltem Wasser angesetzt. Erst nach ein paar Stunden Ziehzeit, am besten über Nacht, wird kurz aufgekocht und dann erst abgeseiht.

Anstatt Wasser können die Pflanzenteile auch mit Bier angesetzt werden, eine solche Abkochung ist besonders bei Problemen mit dem Verdauungstrakt wirksam. Ein sehr starker Tee eignet sich abgekühlt hervorragend als Mundspülung bei Zahnfleischentzündungen. Aus dem pulverisierten Kraut kann auch ein feines Puder hergestellt und direkt auf Wunden aufgestreut werden. Die Wundheilung wird sich dadurch erheblich beschleunigen. Etwas Saft aus den frisch gepressten Pflanzenteilen des Sumpf-Herzblatts hat sich als probates Mittel gegen Nasenbluten, Epistaxis, bewährt.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Aufgrund seiner durchschlagenden Heilwirkung hat das Sumpf-Herzblatt eine hohe Bedeutung für Gesundheit, Vorbeugung und Behandlung. Das Wissen um die Heilkräfte aus Zubereitungen des Sumpf-Herzblatts ist allerdings heute nur noch in der empirischen Naturheilkunde verankert. In der sogenannten Schulmedizin spielt das Sumpf-Herzblatt jedoch keine Rolle. Aufgrund des nur noch raren Wachstums und der eingeschränktem Möglichkeiten einer Kultivierung sind Zubereitungen aus Sumpf-Herzblatt vergleichsweise schwer zu beschaffen und dementsprechend auch teuer.

Aus der Empirie sind vor allem durchschlagende Behandlungserfolge bei Nervosität und epileptischen Anfällen überliefert. Bei einer Zusatzbehandlung von Epilepsie mit Sumpf-Herzblatt sollte stets der behandelnde Arzt informiert werden. Die umfassenden Heilwirkungen des Sumpf-Herzblattes werden vor allem als adstringierend, beruhigend, entkrampfend aber auch harntreibend, allgemein tonisierend und wundheilend beschrieben.

Aus den genannten heilfördernden Eigenschaften ergeben sich nach der Ansicht Naturheilkundiger auch prophylaktische Aspekte. Der Einsatz der Heilpflanze zur Vorbeugung gilt als unproblematisch, da sie ungiftig ist. Dennoch sollte eine Anwendung in höheren Dosen oder über einen längeren Zeitraum ohne ausdrücklichen ärztlichen Rat unterbleiben. Risiken und Nebenwirkungen sind sehr selten und meistens auf eine Überempfindlichkeitsreaktion auf einen der Inhaltsstoffe der Heilpflanze zurückzuführen.

In diesen Fällen sollte von einer weiteren Anwendung abgesehen werden, ebenso bei Kleinkindern oder Schwangeren. Neben der Anwendung als tonisierendes Lebenselixier oder bei Erregungszustände können Zubereitungen aus dem Sumpf-Herzblatt besonders bei Gallenleiden, Herzklopfen, Krämpfen aller Art, Leberleiden und Mundhöhlenentzündung erfolgversprechend eingesetzt werden. Durch die adstringierenden, also zusammenziehenden Eigenschaften, kann der abgekühlte Teesud auch bei Augenleiden in Form von Spülungen angewendet werden.

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