Sumatriptan

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Der Wirkstoff Sumatriptan ist in Medikamenten enthalten, die zur Behandlung von akuten Migräneanfällen oder Cluster-Kopfschmerzen eingesetzt werden. Das Mittel verengt einerseits die Blutgefäße bei einer Migräne, andererseits hemmt es die Schmerzweiterleitung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Sumatriptan?

Sumatriptan wird der Arzneimittelgruppe der Triptane zugeordnet. Es dient zur Bekämpfung von Migräneanfällen mit oder ohne Aura sowie zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen. Der Wirkstoff kann in Form von Tabletten, Zäpfchen, Nasenspray oder Injektionen verabreicht werden. Als Injektionslösung eignet sich das Mittel vorrangig beim Cluster-Kopfschmerz. Zäpfchen stehen für Patienten zur Verfügung, die während einer Attacke unter Übelkeit sowie Erbrechen leiden.

Bei einer Sumatriptan-Behandlung müssen sowohl strenge Richtlinien zur maximalen Tagesdosis als auch zum Dosierungsintervall beachtet werden. Es ist empfehlenswert, die Therapie mit Sumatriptan unter Aufsicht eines Arztes durchzuführen. Das Mittel kann jedoch auch ohne Rezept in der Apotheke erworben werden. Seit 2013 wurde das Mittel teilweise aus der Rezeptpflicht entlassen. Durch diese gesetzliche Änderung können sich Patienten selbst mit dem gewünschten Migränepräparat versorgen.

Pharmakologische Wirkung

Das Wirkprinzip von Sumatriptan beruht sowohl auf der Hemmung der neurogenen Entzündung als auch auf der Engstellung der Gefäße, die durch die Migräne selbst erweitert wurden. Die Anzeichen der meisten Migränekopfschmerzen resultieren aus einer vorübergehenden Anschwellung der Blutgefäße. Sumatriptanhaltge Präparate lindern speziell nur die Beschwerden, die durch eine Migräne oder beim Cluster-Kopfschmerz verursacht werden. Andere Arten von Schmerzen werden nicht beeinflusst.

Im Körper gelangt Sumatriptan über den Blutkreislauf bis zum Gehirn. Dort aktiviert es einen bestimmten Rezeptor, den sogenannten 5-HT1-Rezeptor. Dies hat zur Folge, dass die Gefäße durch die Stimulation verengt werden. Zudem wird die vermehrte Freisetzung von Entzündungsbotenstoffen durch Nervenzellen verhindert.

Die Wirksamkeit von Sumatriptanen ist wissenschaftlich bewiesen. Etwa 50 bis 70 % der Patienten erfahren bei einer Migräneattacke eine deutliche Besserung der Beschwerden. Vielfach kann ein vollständiges Verschwinden erzielt werden. Das Wirkprinzip von Sumatriptan hilft nicht bei Kopfschmerzen, welche nicht durch Migräne verursacht werden. Die Wirksamkeit ist eindeutig auf Migräne- sowie Cluster-Kopfschmerzen beschränkt. Ein Wiederauftreten der Kopfschmerzen innerhalb von 48 Stunden ist möglich.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Der Wirkstoff Sumatriptan ist in Medikamenten enthalten, die zur Behandlung von akuten Migräneanfällen oder Cluster-Kopfschmerzen eingesetzt werden.

Sumatriptanhaltige Präparate sollten beim ersten Anzeichen einer Migräne eingesetzt werden. Es handelt sich jedoch nicht um ein Prophylaktikum, welches vorbeugend eingenommen werden kann.

Bei der Einnahme können Patienten eine Einzeldosis von 100mg bis zu zwei Mal am Tag einnehmen. Dabei gilt es, einen zeitlichen Abstand von vier Stunden einzuhalten. Die Wirkung von Sumatriptan setzt bei Injektionen bereits innerhalb von 15 Minuten ein. Eine Linderung der Beschwerden erfahren Patienten bei einer Tabletteneinnahme nach etwa 30 Minuten.

Personen sollten bei einer Neueinstellung auf Sumatriptan unter ärztlicher Aufsicht stehen. Zu Beginn der Behandlung liegt die Normaldosis bei 50mg. Eine Maximaldosis von 300mg bei Tabletten sowie von 12mg bei Injektionen darf innerhalb von 24 Stunden nicht überschritten werden. Grundsätzlich dürfen pro Monat höchstens sechs Migräneanfälle mit Sumatriptan behandelt werden.

Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sollte zur Behandlung auf andere Arzneimittel zurückgegriffen werden. Ebenfalls ältere Personen über 65 Jahre sowie Frauen in der Schwangerschaft und Stillzeit sollten auf die Anwendung verzichten. Zudem sollte beachtet werden, dass während der Behandlung mit Sumatriptan eine leichte Benommenheit eintreten kann. Infolgedessen können die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen eingeschränkt sein.

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Risiken & Nebenwirkungen

Die Einnahme des Medikaments ruft etwa bei 14 % der Patienten Übelkeit und Erbrechen hervor. Etwa 5-10 % der Anwender beklagen zudem Gefühle von Müdigkeit, Hitze oder Schwindel. Ebenfalls ist das Auftreten von sensorischen Störungen bis hin zu Parästhesien und Hypästhesien möglich. Häufig werden weiterhin ein erhöhter Blutdruck, Atemnot, Schmerzen oder Engegefühle in der Brust beobachtet. Eher selten treten Benommenheit oder Schweregefühle auf. Nach neuesten Erkenntnissen wird bei der Einnahme von Sumatriptan vor Angina-pectoris-Symptomen gewarnt, die vereinzelt bis zu 12 Stunden andauern können.

In einigen Fällen darf eine Therapie mit dem Wirkstoff Sumatriptan nicht erfolgen. Dies gilt für Patienten mit einer koronaren Herzerkrankung, nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall, bei unkontrolliertem Bluthochdruck sowie beim Raynaud-Syndrom. Besondere Vorsicht ist bei Patienten geboten, die unter einer eingeschränkten Leber- und Nierenfunktion leiden.

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