Sulfinpyrazon

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Bei dem pharmakologischen Wirkstoff Sulfinpyrazon handelt es sich um eine chemische Verbindung. Der Stoff Sulfinpyrazon wird zur Kategorie der Pyrazolidine gerechnet. Als Medikament kommt Sulfinpyrazon in erster Linie gegen Beschwerden wie Gicht zum Einsatz. Grundsätzlich handelt es sich bei dem Arzneimittel um eine Substanz aus der Gruppe der Urikosurika.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Sulfinpyrazon?

Der Wirkstoff Sulfinpyrazon wird gewonnen, indem das chemische Molekül Hydrazobenzol mit einer anderen Esterverbindung reagiert. Als Resultat der chemischen Reaktion liegt Sulfinpyrazon vor. So stellt das der Wirkstoff prinzipiell ein Derivat des Stoffes Pyrazolidin dar.

Die Substanz zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass sie die Gerinnung hemmt. Darüber hinaus unterstützt Sulfinpyrazon die Nieren in ihrer Funktion, Harnsäure auszuscheiden.

Das Molekül des Stoffes Sulfinpyrazon zeichnet sich durch drei Benzolring aus. Bei Zimmertemperatur erscheint die Substanz als festes Pulver von weißer Farbe. Dabei ist es nur schwach in Wasser löslich und verströmt keinerlei Geruch.

Sulfinpyrazon zählt nicht nur zu den Urikosurika, sondern ist auch ein sogenannter Thrombozytenaggregations-Hemmer. Diese Stoffe zeichnen sich durch die Eigenschaft aus, die renale Ausscheidung von Harnsäure zu verstärken. Aus diesem Grund wird es zum Beispiel im Rahmen der Therapie von Gicht oder verwandten Beschwerden eingesetzt.

Jedoch sind zum Beispiel in der Schweiz aktuell keine Präparate mehr auf dem Markt erhältlich, die Anteile des Stoffes Sulfinpyrazon enthalten. Davor wurde das Medikament Anturan® in der Form von Dragées vertrieben.

Im medizinischen Bereich kommt der Stoff Sulfinpyrazon in erster Linie als Hemmer der Thrombozytenaggregation zum Einsatz.

Pharmakologische Wirkung

Grundsätzlich handelt es sich bei dem Wirkstoff Sulfinpyrazon um ein sogenanntes Urikosurikum, das sich durch entsprechende Wirkungsweisen und Effekte auf den menschlichen Organismus auszeichnet. Darüber hinaus ist das Medikament ein Thrombozytenaggregation-Hemmer.

Um die pharmakologische Substanz Sulfinpyrazon zu gewinnen, kommen industrielle Produktionsmethoden zum Einsatz. Im Rahmen der Synthese der Substanz wird eine chemische Reaktion zwischen Hydrazobenzol und einem Diethylester eingeleitet. In der Folge bildet sich die Substanz Sulfinpyrazon.

Da das Medikament von dem Stoff Phenylbutazon abstammt, eignet es sich unter anderem gut zur Behandlung von Gicht. Bedingt durch diese Verwandtschaft führt die Substanz auch dazu, die sogenannte Cyclooxygenase zu bremsen, da spezielle Hemmstoffe enthalten sind. In einer Folge davon hemmt Sulfinpyrazon auch die Synthese von sogenannten Prostaglandinen, die sich in den Thrombozyten befinden.

Der Wirkstoff Sulfinpyrazon wird im überwiegenden Teil der Fälle auf oralem Weg verabreicht. Dabei kommen in erster Linie Dragées zum Einsatz, die verschiedene Konzentrationen des Stoffes enthalten. Als Präparate stehen aktuell lediglich Medikamente mit der Bezeichnung Anturan zur Verfügung. Diese sind jedoch ausschließlich in internationalen Apotheken oder bestimmten Versandapotheken erhältlich, da der Wirkstoff Sulfinpyrazon in zahlreichen Ländern nicht mehr vertrieben wird.

Der Wirkmechanismus des Stoffes Sulfinpyrazon ist in erster Linie dadurch gekennzeichnet, dass das Medikament urikusorische Effekte im menschlichen Organismus in Gang setzt. Dabei wird vor allem die Rückresorption von Harnsäure in den Nieren durch den Stoff Sulfinpyrazon gehemmt. Hierbei ist die gerinnungshemmende Wirkung des Arzneimittels darauf zurückzuführen, dass Sulfinpyrazon die Sekretion der beiden Stoffe Serotonin und ADP hemmt. In der Folge wird auch die Aggregation der Thrombozyten gehemmt.

Darüber hinaus ist die Substanz Sulfinpyrazon auch in der Lage, sich positiv auf die Lebensdauer von Thrombozyten auszuwirken.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Als Medikament kommt Sulfinpyrazon in erster Linie gegen Beschwerden wie Gicht zum Einsatz.

Sulfinpyrazon eignet sich zur Behandlung diverser körperlicher Beschwerden und Erkrankungen. Die häufigste Indikation für die Verschreibung von Sulfinpyrazon stellt in der Regel die Gicht dar. Darüber hinaus verordnen zahlreiche Ärzte das Medikament zur Prophylaxe von Thrombose.

Auch zur Prävention von Reinfarkten kommt das Arzneimittel Sulfinpyrazon gelegentlich zum Einsatz. Grundsätzlich ist jedoch zu beachten, dass der Wirkstoff in der heutigen Zeit in vielen Ländern nicht mehr genutzt wird. Lediglich in den USA sowie in Großbritannien sind noch entsprechende Medikamente erhältlich. Denn Sulfinpyrazon wirkt sich mitunter negativ auf die Funktion der Nieren aus. Aus diesem Grund ist bei nierenkranken Patienten von einer Einnahme des Arzneimittels dringend abzusehen. Der Wirkstoff zeichnet sich durch einen hohen Q0-Wert aus, wodurch sich von der Niere ausgeschiedene Metaboliten bilden.

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Risiken & Nebenwirkungen

Im Rahmen der Therapie mit Sulfinpyrazon sind zahlreiche unerwünschte Nebenwirkungen und Beschwerden möglich. Diese unterscheiden sich jedoch in Abhängigkeit der behandelten Person und variieren je nach Einzelfall.

Häufig kommt es während der Behandlung mit dem Arzneimittel zum Beispiel zu gastrointestinalen Beschwerden. Diese können sich etwa in Übelkeit oder Erbrechen äußern. Drüber hinaus ist das Auftreten von Ulzera oder Exanthemen möglich. Zudem leiden einige Patienten während der Einnahme unter Fieber und Schwindelanfällen. Auch zeigen sich in manchen Fällen Knochenmarksdepressionen und Ataxie.

In Deutschland besitzt Sulfinpyrazon keine Zulassung mehr. Da es bei einigen Patienten kurze Zeit nach Beginn der Therapie zu einem Nierenversagen gekommen ist. Bei einigen Personen war die Funktionsstörung der Niere zwar reversibel, ein anderer Patient verstarb jedoch.

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