Suchterkrankungen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. September 2017
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Eine Suchterkrankung ist eine Krankheit, die sich durch ein unbeherrschbares Verlangen nach einer bestimmten Substanz oder Tätigkeit auszeichnet. Dabei kann es sich etwa um Alkohol, Medikamente, Drogen oder auch Sex oder Glücksspiel handeln. Suchterkrankungen haben meist schwere psychische und/oder physische Folgen für den Betroffenen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Suchterkrankungen?

Unter dem Begriff Suchterkrankung verstehen Experten eine Abhängigkeit von einer Substanz oder auch einer Tätigkeit, die vom Betroffenen nicht kontrolliert werden kann.

Mediziner unterschieden entsprechend zwischen einer stoffgebundenen und einer stoffungebundenen Abhängigkeit. Letztere wird auch als Tätigkeitssucht bezeichnet. Stoffgebundene Abhängigkeiten beziehen sich auf eine Substanz wie Alkohol, Drogen oder Medikamente. Tätigkeitssüchte können Glücksspiel, Arbeiten, Sex oder auch Sport umfassen. Der Betroffenen erlebt durch das Ausleben seiner Sucht ein Hochgefühl oder auch eine Entspannung.

Das Erlebnis stellt eine vorübergehende Flucht aus der Realität dar und muss nach Abklingen des damit verbundenen Gefühls unbedingt wiederholt werden. Dafür nehmen Betroffene teilweise auch kriminelle Handlungen in Kauf. Manche Suchterkrankungen werden gesellschaftlich akzeptiert, während andere grundsätzlich abgelehnt werden.

Ursachen

Die Ursachen für eine Suchterkrankung sind bisher noch nicht eindeutig wissenschaftlich geklärt worden. Grundsätzlich ist aber festzustellen, dass sowohl soziale als auch biologische und psychologische Faktoren an der Entstehung einer Sucht beteiligt sind.

Oftmals sind Personen betroffen, die ein schweres psychologisches Trauma zu verarbeiten haben und mit den gemachten Erfahrungen nicht umgehen können. Auch sozial benachteiligte Menschen, deren Leben sich schwierig gestaltet, tendieren nicht selten zu einer Suchterkrankung.

Andererseits können auch wohlhabende Menschen betroffen sein, wenn sie sich beispielsweise vom Leben gelangweilt fühlen und daher eine Flucht aus der Realität suchen. Suchterkrankungen treten in allen sozialen Schichten auf und betreffen Personen mit den unterschiedlichsten Persönlichkeitsstrukturen.

Diagnose & Verlauf

Liegt eine Suchterkrankung vor, gestaltet sich eine Diagnose oftmals schwierig, denn die Betroffenen gestehen sich ihr Problem meist erst dann ein, wenn sie bereits an schweren körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen leiden.

Der bloße Konsum des Suchtstoffs bzw. dessen Menge gibt noch keine Auskunft über das Vorliegen einer Suchterkrankung. Der behandelnde Arzt muss daher psychologische und medizinische Tests kombinieren und so neben einem ausführlichen Gespräch Untersuchungen des Blutes und der Haare durchführen. Besonders der Missbrauch von Substanzen lässt sich anhand der körperlichen Auswirkungen feststellen.

Sucherkrankungen bedürfen grundsätzlich einer Behandlung, da sie sich ansonsten weiter verstärken und den Betroffenen und sein Umfeld beeinträchtigen. Besonders stoffgebundene Abhängigkeiten schädigen darüber hinaus den Körper und können potenziell tödlich enden.

Komplikationen

Suchterkrankungen können vielfältige Komplikationen körperlicher, seelischer und psychosozialer Art verursachen. Eine Drogen- oder Alkoholabhängigkeit zieht häufig irreparable Leberschäden nach sich, auch Krampfanfälle und durch eine Nervenschädigung verursachte Sensibilitätsstörungen sind möglich. In vielen Fällen lässt die Gedächtnisleistung nach, schwere Alkoholiker leiden nicht selten unter einer als Korsakow-Syndrom bekannten Demenz.

Manche Drogen lösen Halluzinationen aus, die für den Betroffenen überaus beängstigend sind oder ihn zur Selbstüberschätzung treiben: Die Folge können tödliche Unfälle oder ein Selbstmord sein. Wahrnehmungsstörungen, Wahnideen und motorische Störungen treten häufig während eines Entzugs auf, viele Suchtkranke leiden während der drogenfreien Zeit unter Depressionen. Werden Drogen gespritzt, besteht das Risiko einer Infektion mit Hepatitis oder HIV durch infizierte Injektionsnadeln.

Eine Überdosierung von Drogen oder Alkohol kann zu Multiorganversagen und damit zum Tod führen. Sehr häufig gehen Suchterkrankungen mit einer Vernachlässigung der Nahrungsaufnahme einher, die sich an Gewichtsabnahme und Mangelerscheinungen bemerkbar macht. Weitere Komplikationen können Herzschäden, Nierenversagen, Lungenerkrankungen und eine Schwächung des Immunsystems sein.

Da sich das Leben nur noch um die Sucht dreht, werden Freunde, Familie, Arbeit und Hobbys vernachlässigt, bis das soziale Gefüge schließlich auseinanderbricht. Langfristige Folgen sind in vielen Fällen der Verlust des Arbeitsplatzes, die Trennung vom Partner und ein sozialer und wirtschaftlicher Absturz.

Behandlung & Therapie

Wurde eine Suchterkrankung diagnostiziert, muss der behandelnde Arzt eine angemessene Therapie einleiten. Diese setzt sich aus medizinischen und psychologischen Komponenten zusammen. Liegen bereits körperliche Schäden vor, müssen diese medikamentös oder auch durch operative Eingriffe behandelt werden.

Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der psychologischen Therapie. Die Behandlung beginnt mit einem Entzug, bei dem der Betroffene unter ärztlicher Aufsicht entgiftet wird und die jeweilige Substanz nicht mehr konsumieren bzw. die jeweilige Tätigkeit nicht mehr ausführen darf. Anschließend findet eine Entwöhnung statt, die dabei helfen soll, eine dauerhafte Abstinenz vom individuellen Suchtmittel zu erreichen. Dazu gehören Gesprächstherapien und das Aufarbeiten von persönlichen Problemen, die zur Entstehung der Suchterkrankung geführt haben können.

Oftmals wird hier auch die Familie oder der Partner des Patienten einbezogen. Resozialisierungsmaßnahmen unterstützen den Betroffenen bei der Rückkehr in den Alltag. Eine solche Therapie kann insgesamt mehrere Monate oder gar Jahre andauern. Suchtkranke haben allgemein ein sehr hohes Rückfallrisiko, weshalb es nicht selten vorkommt, dass Betroffene sich mehr als einmal einer Therapie unterziehen müssen, bevor die angestrebte Abstinenz erreicht werden kann. Grundsätzlich besteht lebenslang das Risiko eines Rückfalls.

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Vorbeugung

Suchterkrankungen kann nur in eingeschränktem Maße vorgebeugt werden, beispielsweise dann, wenn ein Betroffener bei sich die ersten Anzeichen einer Sucht feststellt. Auch die Angehörigen und Freunde können eine Beratungsstelle aufsuchen, wenn der Verdacht besteht, dass eine Suchterkrankung vorliegen könnte. Beratungsstellen gibt es überall in Deutschland und können auch anonym kontaktiert werden.

Typische & häufige Erkrankungen

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Quellen

  • Arolt, V., Reimer, C., Dilling, H.: Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie. Springer, Heidelberg 2007
  • Lieb, K., Frauenknecht, S., Brunnhuber, S.: Intensivkurs Psychiatrie und Psychotherapie. Urban & Fischer, München 2015
  • Payk, T., Brüne, M.: Checkliste Psychiatrie und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2013

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