Substitutionstherapie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Oktober 2017
Startseite » Behandlungen » Substitutionstherapie

Eine Substitutionstherapie kann in manchen Fällen notwendig sein, um das Funktionieren des Körpers mit all seinen Organen zu gewährleisten. Dabei werden dem Körper fehlende Substanzen zugeführt, die er für eine reibungslose Funktionsweise braucht. In solchen Fällen spricht man von einer Substitutionstherapie.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Substitutionstherapie?

Eine Substitutionstherapie ist dadurch definiert, dass dem Körper von außen Substanzen zugeführt werden, die er normalerweise selbst herstellt. Eine Funktionsschwäche oder ein Versagen des jeweiligen Organs kann aber dazu führen, dass dies nicht mehr möglich ist.

Eine besondere Form der Substitutionstherapie ist dabei die Therapie Opioidabhängiger, die beispielsweise Methadon oder ähnliche Mittel verabreicht bekommen, um Entzugserscheinungen einzudämmen und um sie so aus dem Dunstkreis der Sucht zu lösen. Damit will man den Begleiterscheinungen der Drogensucht beikommen.

Funktion, Wirkung & Ziele

Es gibt dabei verschiedene Anwendungsgebiete und Anwendungsverfahren für eine Substitutionstherapie. Ein klassisches Anwendungsgebiet ist das Beigeben von Insulin bei Diabetes mellitus, wenn die Bauchspeicheldrüse nicht mehr in der Lage ist, ausreichend Insulin für die Zuckerregulation im Körper bereitzustellen.

Dabei wird vom Betroffenen selbst Insulin in die Bauchgegend gespritzt. Andere Formen der Substitutionstherapie sind die Levothyroxin-Gabe bei Hypothyreose (Hormonbeigabe nach Schilddrüsenoperationen), die Enzymersatztherapie bei bestimmten Stoffwechselstörungen, Bluttransfusion bei Anämie oder der Volumenersatz bei Dehydratisierung.

Insbesondere nach Operationen ist eine Substitutionstherapie oft angezeigt. Neben der Insulin-Ersatztherapie ist die Levothyroxin-Gabe bei Hypothyreose eine der am häufigsten angezeigten Substitutionstherapien in der Praxis.

Eine Substitutionstherapie ist dadurch definiert, dass dem Körper von außen Substanzen zugeführt werden, die er normalerweise selbst herstellt.

Die Substitutionstherapie bei Drogenabhängigkeit ist dabei eine der bekanntesten Substitutionstherapien, die auch eine gesellschaftliche Funktion hat. Bei der Methadon-Substitution bekommt der Abhängige dabei täglich eine dem Suchtgrad entsprechende Dosis Methadon verabreicht, um Entzugserscheinungen zu umgehen. Dabei wird das Methadon langsam ausgeschlichen, bis keine Abhängigkeit mehr besteht, weil auch das Methadon ein hohes Suchtpotenzial birgt.

Ziel bei allen Substitutionsverfahren ist es, dass der Körper bzw. die geschädigten Organe wieder ihre normale Funktion aufnehmen können. Die beigegebene Substation dockt dabei bei Verabreichung an den zuständigen Rezeptoren an und gewährleistet so eine normale Funktionsweise. Bei Heroinabhängigen etwa wird angestrebt, diese von der abhängig machenden Substanz befreit werden und so mögliche psychosoziale und gesundheitliche Folgewirkungen ausgeschlossen werden.

Ziel ist im Idealfall die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit und das Vermeiden von Beschaffungskriminalität. Auch die Ansteckung mit den mit dem Drogenkonsum typisch eingehenden Erkrankungen wie Hepatitis C ist eines der Ziele. Insbesondere bei der Substitutionstherapie bei Suchterkrankungen hat die Erfahrung gezeigt, dass das Prinzip funktioniert und Abhängige tatsächlich aus dem Kreislauf Abhängigkeit, Beschaffungskriminalität und Gesundheitsverfall herausgenommen werden können.

Da der „Stoff“ von der Straße zudem zu oft zu unrein oder aber zu rein ist, kann mit einer Methadon-Substitution auch vermieden werden, dass Betroffene sich eine Überdosis oder eine Vergiftung zuziehen.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Doch eine Substitutionstherapie birgt auch Risiken. Beim Spritzen von Insulin etwa ist genau darauf zu achten, dass die adäquate Dosis gespritzt wird, weil es sonst beispielsweise zu gefährlichem Unterzucker kommen kann. Bei einer zu niedrigen Dosis gespritztem Insulin bleibt wiederum ein zu hoher Zucker bestehen, der ebenfalls zu massiven Beschwerden führen kann.

Bei der Levothyroxin-Gabe bei Hypothyreose kommt es ebenfalls darauf an, dass der Schilddrüse und der Nebenschilddrüse die notwendigen Hormone in fachgerechter Weise und der richtigen Dosierung beigefügt werden, um Komplikationen zu vermeiden. Ähnliches gilt bei Bluttransfusionen, der Enzymersatztherapie und beim Volumenersatz bei Dehydratisierung. Es gilt, die genau richtige Dosis zu treffen und diese fachgerecht zuzuführen. Andernfalls kann es zu schwersten Nebenwirkungen kommen.

Eine Substitutionstherapie sollte daher immer von Fachleuten und unter Beobachtung des Patienten ausgeführt werden. Oft ergeben sich auch Komplikationen beim Übergang zwischen der stationären Betreuung und der ambulanten Nachbetreuung. Ein weiterer Stolperstein ist, wenn verschiedene Disziplinen der Medizin (Chirurgie, Allgemeinmedizin und Innere Medizin) beteiligt sind, weil dann eine reibungslose Interaktion gewährleistet sein muss. Bei der Drogensubstitution kommt noch eine notwendige psychosoziale Betreuung hinzu, um etwaigen Rückfallgefahren psychotherapeutisch zu begegnen.

Bücher über Substitutionstherapie

Quellen

  • Hoslboer. D.F., et al.: Handbuch der Psychopharmakotherapie. Springer Medizin Verlag, Berlin 2007
  • Lüllmann, H. et al.: Taschenatlas Pharmakologie. Thieme, Stuttgart 2008
  • Tretter, F.: Suchtmedizin kompakt. Schattauer Verlag, Stuttgart 2008

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: