Subinvolutio uteri puerperalis

Letzte Aktualisierung am 17. November 2017 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Subinvolutio uteri puerperalis ist eine Rückbildungsstörung im Wochenbett, bei der sich der Uterus der Mutter nicht in ausreichendem Maß zurückbildet. Die häufigsten Ursachen für das Phänomen sind Mehrlingsschwangerschaften und unzureichende Bewegung während des Wochenbetts. Die Behandlung besteht aus Bewegungseinheiten und medikamentöser Unterstützung, wobei unter bestimmten Bedingungen eine Kürettage nötig werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Subinvolutio uteri puerperalis?

Mit der Geburt eines Kindes macht der weibliche Körper eine wesentliche Anstrengung durch, die sich anatomisch in unterschiedlichen Veränderungen manifestiert. In der Zeit des Wochenbetts erholt sich der Körper der frischgebackenen Mutter von den Geburtsanstrengungen und findet wieder zu seinem Ausgangszustand zurück.

Das gilt sowohl auf einer emotionalen, als auch auf einer biologischen Ebene. Der Hormonhaushalt spielt sich wieder ein und Veränderungen bilden sich zurück. In dieser Zeitspanne können Rückbildungsstörungen auftreten. Eine davon ist Subinvolutio uteri puerperalis. Der Uterus der Betroffenen bildet sich hierbei nur unzureichend zurück. Gleichzeitig setzt verstärkt blutiger Wochenfluss ein.

Das Wochenbett zieht sich über eine Zeitspanne von bis zu acht Wochen nach der Geburt des Kindes. Wenn sich der Uterus in dieser Zeitspanne nicht ausreichend rückbildet, liegt die Diagnose auf Subinvolutio uteri puerperalis nahe. Die frischgebackene Mutter kann die Rückbildung ihres Körpers durch unterschiedliche Aktivitäten unterstützen. Fehlen solcherlei Eigenanstrengungen zur Rückbildung, werden Rückbildungsstörungen begünstigt.

Ursachen

Unterschiedliche Ursachen für Rückbildungsstörungen sind besonders verbreitet. Frauen mit einem überdehnten Uterus nach Mehrlingsschwangerschaften sind für Störungen wie Subinvolutio uteri puerperalis beispielsweise besonders anfällig. Dasselbe gilt für Frauen mit schlaffem Bindegewebe, so unter anderem für Vielgebärende.

Weitere Ursachen für Subinvolutio uteri puerperalis können Reste der Plazenta sein, die im Cavum uteri zurückgeblieben sind und die Rückbildung erschweren. Darüber hinaus kann das Phänomen durch Uterusmyome oder angeborene sowie durch vorausgegangene Schwangerschaften oder Operationen erworbene Uterusfehlbildungen begünstigt werden.

Daneben stellen die Endometritis und eine hormonell fehlende Stimulation beim Abstillen eine verbreitete Ursache für die Rückbildungsstörung dar. Außerdem sind Fälle dokumentiert, in denen die mangelnde Bewegung der frischgebackenen Mutter Subinvolutio uteri puerperalis verursacht hat.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Patientinnen mit Subinvolutio uteri puerperalis bemerken die Rückbildungsstörung vor allem an blutigem Wochenausfluss. Darüber hinaus lässt sich die fehlende Rückbildung im Einzelfall mittels Palpation im Bereich des postpartalen Uterus ertasten.

Der Fundus uteri steht mehr oder weniger hoch heraus oder entwickelt sich in den Wochenbetttagen zumindest nicht zurück nach innen. Außerdem fühlt sich der Uterus ungewöhnlich weich an. Nicht jede Frau bemerkt die Rückbildungsstörung bei einer Palpation. Der blutige und verstärkte Wochenfluss wird daher als Leitsymptom für die Selbstdiagnose verstanden.

Patientinnen mit der Rückbildungsstörung können an weiteren Symptomen leiden, die sich erst aus dem Phänomen Subinvolutio uteri puerperalis entwickeln. Aszendierende Infektionen sind als Folgeerkrankung zum Beispiel besonders verbreitet. Leitsymptomatisch steht für diese Infektionen das Puerperalfieber, das eine entzündliche Veränderung des Genitaltraktes simuliert und durch eingedrungene Bakterien in der Geburtswunde verursacht wird.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Um eine Diagnose auf Subinvolutio uteri puerperalis zu stellen, führt der Arzt eine klinische Untersuchung inklusive einer Palpation des Uterus durch. Ein wesentliches Kriterium für die Diagnose ist ein hoch tastbarer Uterus, der angesichts des jeweiligen Wochenbetttags deutlich zu erhaben steht. Um die Diagnose zu sichern, kommen Ultraschalluntersuchungen des Uterus zum Einsatz.

Differentialdiagnostisch sind die Ursachen für die Rückbildungsstörung aufzuklären. Bei der Ultraschalluntersuchung lassen sich Ursachen wie zurückgebliebene Reste der Plazenta zum Beispiel ohne Weiteres erkennen. Die Prognose hängt für Patientinnen mit Subinvolutio uteri puerperalis vor allem von der primären Ursache der Erscheinung ab. Frauen mit besonders schwachem Bindegewebe werden zum Beispiel auch in den Folgeschwangerschaften anfällig für die Rückbildungsstörung sein.

Komplikationen

Bei dieser Erkrankung leiden die Betroffenen in erster Linie an einem übermäßig blutigen Wochenausfluss. Dieser Ausfluss tritt dabei auch über einen längeren Zeitraum auf und ist in vielen Fällen auch mit Schmerzen verbunden. Auch eine deutliche Rückbildung kann dabei im Bereich des Uterus zu spüren sein, was bei vielen Betroffenen zu leichter Panik führen kann.

Weiterhin kann es krankheitsbedingt zu Infektionen kommen. Die meisten Betroffenen leiden dadurch auch an einem hohen Fieber und gleichzeitig an einer Müdigkeit und an einer Abgeschlagenheit. Die Lebensqualität der Betroffenen wird durch die Erkrankung erheblich verringert und eingeschränkt. Sollten die Infekte nicht behandelt werden, so kann es im schlimmsten Falle zu einer Blutvergiftung und damit auch zum Tode der Patientin kommen.

Allerdings kann dies relativ einfach vermieden werden. Die Behandlung dieser Erkrankung findet ohne Komplikationen statt. Mit Hilfe verschiedener Therapien und einer ausreichenden Bewegung können die Beschwerden eingeschränkt werden.

Dabei kommt es in der Regel zu einem positiven Krankheitsverlauf. In einigen Fällen sind die Betroffenen auf die Einnahme von Medikamenten angewiesen. In der Regel wird auch die Lebenserwartung des Patienten durch die Subinvolutio uteri puerperalis nicht negativ beeinflusst.

Behandlung & Therapie

Rückbildungsgestörte Patientinnen im Wochenbett werden vom Arzt dazu aufgefordert, den eigenen Körper bei der Rückbildung zu unterstützen. Diese Unterstützung kann zum Beispiel gezielte und regelmäßige Bewegung bedeuten. Die Rückbildung der Gebärmutter kann durch eine so gesteigerte Bewegungsaktivität oft auf natürliche Weise in Gang gesetzt werden.

Falls Bewegungsmangel die Ursache der Rückbildungsstörung gewesen ist, handelt es sich bei den Bewegungseinheiten um kausale Therapiemaßnahmen, die das Problem an seiner Ursache angehen. Über die Selbstbemühungen hinaus kann eine konservativ medikamentöse Therapie der Rückbildungsstörung erfolgen.

Kontraktionsmittel wie Ergotamin oder Oxytocin beschleunigen die Involution der Gebärmutter und können als supportive Behandlungsschritte zum Einsatz kommen. Falls bei der Ultraschalluntersuchung zurückgebliebene Reste der Plazenta als Ursache der Rückbildungsstörung festgestellt wurden, reichen Bewegungseinheiten und supportive Medikamentengabe in der Regel nicht zur Rückbildung aus.

In den meisten Fällen rät der Arzt in dieser Situation zu einem invasiven Verfahren. Die Kürettage des Cavum uteri kann in diesem Fall indiziert sein. Wenn Uterusmyome die Rückbildung der Gebärmutter verhindern, so ist auch in diesem Kontext ein invasives oder zumindest minimal-invasives Verfahren zur Beseitigung der Myome indiziert.

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Vorbeugung

Im Kontext von Rückbildungsstörungen wie Subinvolutio uteri puerperalis ist Vorsorge fast wichtiger als Nachsorge. Frauen können weit vor einer Schwangerschaft beispielsweise Maßnahmen ergreifen, um ihr Bindegewebe zu stärken. Darüber hinaus zählt Bewegung in der Phase des Wochenbetts zu den mitunter wichtigsten Präventionsmaßnahmen.

Nicht in jedem Fall lässt sich die Rückbildungsstörung durch diese Schritte vermeiden. Insbesondere nach Mehrlingsschwangerschaften kann es trotz aller Bemühungen zu dem Phänomen Subinvolutio uteri puerperalis kommen. Allerdings wird mittels der Präventionsmaßnahmen das Risiko zumindest abgesenkt.

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Quellen

  • Beckermann, M.J.: Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Schwabe, Basel 2004
  • Schneider, H., Husslein, P., Schneider, K.T.M.: Die Geburtshilfe. Springer, Berlin Heidelberg 2011
  • Stauber, M., Weyerstrahl, T.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013

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