Subclavian-Steal-Syndrom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. Oktober 2017
Startseite » Krankheiten » Subclavian-Steal-Syndrom

Das Subclavian-Steal-Syndrom beschreibt einen vorübergehenden oder chronischen Teilverschluss oder völligen Verschluss der Arterien, die für die Durchblutung des Hirns und der oberen Extremitäten verantwortlich sind.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Subclavian-Steal-Syndrom?

Bei dem Subclavian-Steal-Syndrom handelt es sich um eine verminderte Durchblutung der Arterien, die für die Blutversorgung der oberen Extremitäten und des Hirns zuständig sind.

Linksseitig ist der obere Bereich der Schultergürtelarterie, die sogenannte Arteria Subclavia, betroffen. Dieser Fall tritt häufiger auf. Rechtsseitig kommt es zu Durchblutungsstörungen in der Truncus brachiocephalicus. Die Durchblutungsstörung wird durch vorübergehende Verschlüsse oder starke Verengungen der Arterie hervorgerufen.

In Folge dessen kann es zu schwerwiegenden Erkrankungen kommen, weshalb das Subclavian-Steal-Syndrom unbedingt behandelt werden muss. Bestenfalls beugt man mit einem gesunden Lebensstil den Erkrankungen, die zu einem Subclavian-Steal-Syndrom führen, vor.

Ursachen

Wenn es zu einem Subclavian-Steal-Syndrom kommt, kann dies mehrere Ursachen haben. Zum einen kann ein Subclavian-Steal-Syndrom durch Arteriosklerose hervorgerufen werden.

Arteriosklerose bezeichnet eine Erkrankung, bei der es zu Ablagerungen von Blutfetten, Bindegewebe, Thromben und geringen Kalkmengen in den Schlagadern kommt. Im Volksmund wird die Arteriosklerose daher auch als Arterienverkalkung bezeichnet.

Eine weitere mögliche Ursache für das Subclavian-Steal-Syndrom ist die Takayasu-Arteriitis, eine Autoimmunerkrankung, die eine Entzündung der Aorta nach sich zieht, die im schlimmsten Fall in einer Zerstörung der Gefäßwände endet.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Wenn das Subclavian-Steal-Syndrom mit einer kurzzeitig andauernden Unterbrechung der Blutzufuhr einhergeht, kommt es in der Regel zu asymptomatischen Auffälligkeiten, die eine Diagnose des Subclavian-Steal-Syndroms erschweren.

Wenn es jedoch zu einem dauerhaften Subclavian-Steal-Syndrom kommt, erhärten vor allem neurologische Ausfälle wie plötzlicher Schwindel bis hin zu Ohnmachtsanfällen, Sensibilitätsstörungen, Sehstörungen und kleinere Schlaganfälle den Verdacht auf das Subclavian-Steal-Syndrom.

In den Armen kommt es außerdem zu einem leichten Kribbeln oder Jucken bis hin zu starken Schmerzen. Die Arme verlieren zusätzlich oft an Farbe und fühlen sich kalt an. Wenn diese Symptome auftreten und der Verdacht auf das Subclavian-Steal-Syndrom besteht, kann ein Arzt durch eine umfassende Anamnese mit einer anschließenden ausgiebigen körperlichen Untersuchung das Subclavian-Steal-Syndrom diagnostizieren.

Blutdruck und Puls sowie Strömungsgeräusche geben erste Hinweise. Mit bildgebenden Verfahren wie einer Duplexsonographie oder einer Angiografie kann das Subclavian-Steal-Syndrom anschließend eindeutig festgestellt werden. Wenn das Subclavian-Steal-Syndrom nicht behandelt wird, kann es zu kleineren bis schweren Schlaganfällen kommen, die tödlich enden können.

Selbst wenn es durch eine Nicht-Behandlung des Subclavian-Steal-Syndrom nicht zum Tod kommt, so sind jedoch schwere Schädigungen und Behinderungen möglich, wenn das Gehirn infolge der Durchblutungsstörungen zu lange nicht ausreichend mit Blut und damit auch mit Sauerstoff versorgt wird. Bei den leichtesten Anzeichen für ein Subclavian-Steal-Syndrom sollte daher unbedingt ein Arzt konsultiert werden, damit dieser das Subclavian-Steal-Syndrom entweder ausschließen oder sofort mit einer entsprechenden Behandlung beginnen kann.

Komplikationen

Das Subclavian-Steal-Syndrom kann beim Betroffenen im schlimmsten Fall zum Tod führen. Dieser Fall tritt allerdings erst dann auf, wenn die Erkrankung nicht behandelt wird. Die Betroffenen leiden dabei in erster Linie an starken Schwindelgefühlen und weiterhin auch an einer Bewusstlosigkeit. Es kommt zu Ohrgeräuschen und ebenfalls zu verschiedenen Sehstörungen, die allerdings nur temporär auftreten.

Auch Störungen der Sensibilität und Lähmungen können beim Subclavian-Steal-Syndrom auftreten und sich sehr negativ auf die Lebensqualität des Patienten auswirken. Es kommt weiterhin auch zu Schmerzen und zu einer Blässe beim Betroffenen. Die Betroffenen selbst frieren beim Subclavian-Steal-Syndrom häufig und leiden ebenso an einem Kribbeln in den Extremitäten. Falls die Erkrankung nicht rechtzeitig behandelt wird, können auch die inneren Organe geschädigt werden.

Auch die Lebenserwartung des Patienten wird durch das Syndrom möglicherweise verringert. Bei der Behandlung dieser Erkrankung treten in der Regel keine besonderen Komplikationen auf. Mit Hilfe operativer Eingriffe können die Beschwerden gelindert werden. Auch eine anschließende Behandlung mit Hilfe von Medikamenten ist beim Subclavian-Steal-Syndrom meistens notwendig. Weiterhin wirkt sich eine gesunde Lebensweise sehr positiv auf die Erkrankung aus und kann weitere Beschwerden verhindern.

Behandlung & Therapie

Ein Subclavian-Steal-Syndrom wird abhängig von den jeweiligen Begleiterscheinungen behandelt. Eine leichte Gefäßverengung kann durch eine sogenannte Angioplastie behoben werden. Dabei werden die Gefäße durch sogenannte Ballonkatheter, die häufig über die Leiste in die Gefäße eingeführt werden, wieder geweitet.

Zusätzlich werden hierbei oft sogenannte Stents in dem betroffenen Gefäß platziert. Diese dehnbaren Metall- oder Kunststoffröhrchen sorgen ebenfalls dafür, dass der Verschluss behoben wird und das Gefäß wieder ausreichend durchblutet werden kann. Bei schweren Gefäßverengungen hingegen muss oftmals ein chirurgischer Eingriff erfolgen, bei dem ein Bypass gesetzt wird. Hierbei handelt es sich um eine künstliche Umgehung des Gefäßabschnittes, in dem die Gefäßverengung vorliegt.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Um einem Subclavian-Steal-Syndrom vorzubeugen, muss sämtlichen Erkrankungen vorgebeugt werden, die einen arteriellen Verschluss nach sich ziehen können.

Besonders effektiv ist eine gesunde Ernährung und ein gesunder Lebensstil. Insbesondere Rauchen kann zu Arterienverstopfungen führen, die Durchblutung stören oder ganz unterbrechen und zu einem Subclavian-Steal-Syndrom führen.

Andere Risikofaktoren, die das Subclavian-Steal-Syndrom begünstigen und daher vermieden werden sollten, sind eine übertrieben fettreiche Ernährung und Übergewicht, Bluthochdruck und ein erhöhter Cholesterinspiegel. Eine fettarme Ernährung mit ausreichend Bewegung sind daher ebenfalls ein gutes Mittel, um dem Subclavian-Steal-Syndrom vorzubeugen.

Bücher über Arteriosklerose

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013
  • Roskamm, H., et al.: Herzkrankheiten. Springer, Heidelberg 2004

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: