Subarachnoidalraum

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. Mai 2017
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Beim Subarachnoidalraum handelt es sich um einen Raum zwischen zwei Hirnhäuten. In ihm zirkuliert das Gehirnwasser.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Subarachnoidalraum?

Der Subarachnoidalraum bildet eine Spaltzone zwischen der Pia mater sowie der Arachnoidea mater, die zu den Hirnhäuten zählen.

Er ist auch unter den Bezeichnungen Cavitas subarachnoidea, Cavum leptum meningicum, Spatium subarachnoideum oder Cavum subarachnoideale bekannt. Weil im Subarachnoidalraum das Gehirnwasser (Liquor cerebrospinalis) zirkuliert, wird er außerdem äußerer Liquorraum genannt. Es besteht eine Verbindung zwischen dem äußeren Liquorraum und dem inneren Liquorraum, bei dem es sich um das Ventrikelsystem handelt. Zu den häufigsten Erkrankungen des Subarachnoidalraums gehört die Subarachnoidalblutung.

Anatomie & Aufbau

Wie bereits erwähnt, ist der Subarachnoidalraum zwischen Pia mater und Arachnoidea mater angesiedelt. Die Verbindung zum inneren Liquorraum kommt durch die Apertura mediana (Foramen magendii) sowie die Apertura lateralis (Foramen luschkae) zustande.

Der innere Liquorraum erhält seine Form durch die Hirnventrikel. Seine Fortsetzung erfolgt als Spatium perivasculare (Virchow-Robin-Raum) an den in die innere Richtung ziehenden Gefäßen entlang.

An einigen Stellen erreicht der Subarachnoidalraum eine besondere Weite. Diese Abschnitte tragen die Bezeichnung Liquorzisternen (Cisternae subarachnoideae) genannt. Zu den wichtigsten Zisternen zählt die Cisterna cerebellomedularis, die auch als Cisterna magna bekannt ist. Sie befindet sich auf der Seite des Nackens zwischen Rückenmark (Medulla spinalis) und Kleinhirn (Cerebellum). An dieser Stelle ist durch den Spalt eine medizinische Punktion zwischen dem ersten Halswirbel Atlas und dem Hinterhaupt möglich, um Gehirnwasser zu entnehmen. Sie wird allerdings nur in Ausnahmefällen durchgeführt.

Eine weitere Zisterne stellt die Cisterna fossae lateralis cerebri dar. Sie trägt auch die Bezeichnung Cisterna valleculae lateralis cerebri und befindet sich am Großhirn. Dort ist sie zwischen Stirnlappen, Scheitellappen und Temporallappen der Großhirnrinde (Cortex cerebri) ansässig. Ebenfalls zu den Zisternen gehört die Cisterna chiasmatica, die an der unteren Seite des Zwischenhirns in der Region des Chiasma opticums (Sehnervenkreuzung) untergebracht ist.

Am Mittelhirn befindet sich die Cisterna interpeduncularis. Genauer gesagt, ist sie im Großhirnschenkelbereich (Crura cerebri) positioniert. Gemeinsam mit der Cisterna chiasmatica trägt sie die Bezeichnung Cisterna basialis. An der Vierhügelplatte (Lamina tecti) liegt am Mittelhirn der Standort der Cisterna quadrigeminalis. Zusammen mit der Cisterna interpeduncularis umfasst sie das Mittelhirn und wird auch als Cisterna ambiens bezeichnet.

Weitere Zisternen des Subarachnoidalraums sind die Cisterna pericallosa zwischen Balkenoberfläche (Corpus callosum) und dem unteren Abschnitt der Großhirnsichel, die Cisterna pontocerebellaris inferior innerhalb des Kleinhirnbrückenwinkels sowie die Cisterna pontocerebellaris superior, die sich an der Grenze zum Kleinhirn am lateralen Abschnitt der Brücke (Pons) befindet.

Funktion & Aufgaben

Der Subarachnoidalraum umschließt das Rückenmark des Menschen. Er fungiert wie ein Puffer zwischen dem knöchernen Rückenmarkskanal und dem weichen Rückenmark. Außerdem wird er vom Hirnwasser durchflossen, das als Schutz für das Rückenmark dient. So umhüllt der Liquor das Gehirn wie ein Wasserkissen. Ferner erhält das menschliche Gehirn vom Liquor wichtige Nährstoffe. Außerdem werden von ihm Stoffwechselendprodukte aus dem Gewebe der Nerven abtransportiert.

Durchkreuzt wird der Subarachnoidalraum von Trebekeln. Diese werden von Bindegewebszellen überzogen. Die Zellen besitzen die Eigenschaften von mononuklearen Phagozyten und können Makrophagen bilden. Im Rahmen von Liquorpunktionen lassen sich die Makrophagen nachweisen, wodurch wiederum diagnostische Rückschlüsse möglich sind.

Durch das Zusammenlagern von Piazellen und Arachnoidalzellen oberhalb der Windungskuppen schwindet der Subarachnoidalraum hin und wieder. Umgekehrt kann aber auch seine starke Ausweitung eintreten.

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Krankheiten

Häufigste Erkrankung des Subarachnoidalraums sind Subarchnoidalblutungen (SAB). Gemeint ist damit eine arterielle Blutung, die in den Subarachnoidalraum hineinführt. Die Subarachnoidalblutung gilt als neurologischer Notfall, der verhältnismäßig oft vorkommt.

Besonders betroffen von den Blutungen sind Frauen. In den meisten Fällen zeigt sich eine Subarachnoidalblutung im Alter zwischen 40 und 50 Jahren. Von 100.000 Menschen ziehen sich Jahr für Jahr etwa 20 eine solche Blutung zu. Bei einem Teil der Patienten tritt bereits vor der Behandlung im Krankenhaus der Tod ein. Ein Drittel verstirbt in der Klinik oder leidet unter dauerhaften Schädigungen des Gehirns. Nur bei einem Drittel der Patienten nimmt die Subarachnoidalblutung einen positiven Verlauf.

Bei rund 85 Prozent aller betroffenen Personen entsteht die Subarachnoidalblutung durch den Riss eines Aneurysmas im Gehirn. Als Aneurysma wird eine sackartige Fehlbildung in einer Gefäßwand bezeichnet. Weil diese Gefäßwand im Aussackungsbereich über weniger Stabilität verfügt, besteht die erhöhte Gefahr eines Einrisses, was wiederum zu einer Subarachnoidalblutung führt. Selbst ohne weitere Beschwerden oder Krankheiten kann es zum Riss des Aneurysmas kommen. Manche Menschen sind vor dem Einreißen körperlich aktiv und heben schwere Lasten.

In manchen Fällen ist ein abrupter Blutdruckanstieg für den Einriss des Aneurysmas verantwortlich. Eher seltene Ursachen stellen Verletzungen des Schädel-Hirn-Bereichs, Vergiftungen, Infektionen, Blutgerinnungsstörungen, Gefäßentzündungen oder Tumore dar. Bei manchen Patienten lässt sich sogar überhaupt keine konkrete Ursache finden.

Es gibt einige Faktoren, die das Risiko einer Blutung im Subarachnoidalraum erhöhen. Dazu gehören der Konsum von Tabak oder Kokain, der übermäßige Genuss von Alkohol sowie zu hoher Blutdruck. Bemerkbar macht sich eine Subarachnoidalblutung durch heftige Kopfschmerzen. Diese breiten sich von Stirn oder Nacken weiter in Richtung Rücken aus. Außerdem leiden die Betroffenen oft unter Nackensteifigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit und Bewusstseinsstörungen. Insgesamt gilt die Prognose als ungünstig, da bis zu 40 Prozent aller Patienten versterben und ca. 25 Prozent schwere Behinderungen aufweisen.

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